Tiger Woods plädiert auf nicht schuldig

Woods: Schon jetzt Favorit beim Masters!

Er fasziniert, polarisiert und am Ende wollen alle, dass er zurückkommt und bleibt. Tiger Woods startete bei der Hero World Golf Challenge Ende 2017 sein Comeback. Mit dem neuen, rückenschonenden Schwung überzeugte Tiger wohl auch sich selbst, denn er hat für weitere Turniere gemeldet – bereits am Donnerstag startet er bei der Farmers Insurance Open in Torrey Pines. Reicht es sogar für die Rückkehr zum US-Masters in Augusta?

Von Ann-Kathrin Nahl

Wenn es um das das Thema Golf geht, führt bis heute kein Weg an Tiger Woods vorbei. Seine Tiger-Faust nach einem wichtigen gelochten Putt ist in den Köpfen seiner Fans noch genauso präsent wie sein rotes Shirt an den Finalsonntagen. Kombiniert man diese beiden Bilder mit den Eindrücken, die Tiger bei seinen vier Masters-Siegen in Augusta hinterlassen hat, kann man den Jubel auf den Tribünen förmlich hören.

@TigerWoods’ first start of 2018 is this week!

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Tiger übt auf Fans und Gegner eine Faszination aus, die nur sehr schwer in Worte zu fassen ist. Fast ohne Worte ist aber auch seine lange Verletzungsgeschichte, die in der vierten Rücken-Operation im April 2017 gipfelt. Nur verständlich also, dass die Golfwelt Kopf steht, als Woods 2017 seine Rückkehr ankündigte. Bei der Hero World Golf Challenge 2017, seinem eigenen Turnier, wagte Tiger nach rund zehn Monaten Pause den vorerst letzten Versuch. Alle Maßnahmen seinerseits, die Erwartungen der Fans zu dämpfen, verliefen im Sand der Bahamas. Der amerikanische Golf Channel stockte kurzerhand seine Übertragungszeit um mehr als acht Stunden auf – für ein Turnier, das gerade einmal 18 Teilnehmer zählte.

How’s it looking?

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Justin Thomas: „Ich freue mich wirklich sehr auf Tigers Jahr“

Im Kreis seiner Freunde und liebsten Gegner lieferte Tiger nahezu das Rundumpaket aus guten Zeiten: die Führung (wenn auch nur kurzzeitig), seine berühmte Tiger-Faust und das rote Sieger-Shirt. Natürlich erwartet niemand Wunderdinge vom inzwischen 42-Jährigen, denn Woods hat, das betont er selbst immer wieder, noch einen extrem langen und beschwerlichen Weg vor sich. Aber sein Aufritt auf den Bahamas machte Hoffnung. Zum ersten Mal seit langer Zeit, so betonte Tiger mit entspanntem Lachen, sei er selbst bei vollen Schwüngen schmerzfrei. Entsprechend lieferte er schon wieder viele eindrucksvolle und verblüffend lange Schläge ab. „Es klingt schon seltsam, wenn man sagt, man freut sich auf das Jahr und auf das, was ein anderer in dieser Zeit erreichen könnte. Ich aber freue mich wirklich sehr auf Tigers Jahr“, sagte Justin Thomas im Anschluss an das Turnier auf den Bahamas.

Woods: „Ich merke, dass ich weiterhin Fortschritte mache, das fühlt sich prächtig an“

Am Donnerstag startet die Farmers Insurance Open, für die Genesis Open im Februar hat Tiger ebenso gemeldet. „Ich hatte diesmal – im Gegensatz zur Hero World Challenge – etwas mehr Zeit mich in Ruhe vorzubereiten auf das Event. Ich habe deutlich mehr Golf gespielt und ich merke, dass ich weiterhin Fortschritte mache, das fühlt sich prächtig an“, sagte Woods im Vorfeld des Events.

Spätestens beim US Masters im April aber werden wir sehen, ob Tiger tatsächlich wieder so belastbar ist, wie man es als Superstar sein muss. Zumindest die Buchmacher haben ihn bereits jetzt unter den Favoriten auf den Sieg beim ersten Major des Jahres gelistet.