Eine Runde mit Paul Broadhurst

Am zweiten Tag unserer Reise nach Mauritius stand das Pro-Am der MCB Championship auf dem Programm. Unser Pro: Paul Broadhurst! Eben jener Paul Broadhurst, der 1991 im Ryder Cup in Kiawah Island neben Ian Woosnam, David Feherty, Sehe Ballasteros und Bernhard Langer gegen die USA antrat. Heute ist der 53-Jährige vor allem auf der Tour Champions und auf der Staysure Tour zu finden und ist bereits vor dem Finale auf den Seychellen in der kommenden Woche uneinholbar  vorne in der Order of Marit. Sein erster Sieg in dieser Rangliste, seit er vor drei Jahren der Tour beitrat.

Ich habe das Glück nicht nur mit dem Engländer in einer Gruppe zu spielen, sondern auch mit ihm in einem Cart zu fahren, was mir genug Zeit gibt ihm einige spannenden Fragen zu stellen. Er selbst beendete den ersten Teil des Tourfinals bei zwei Schlägen unter Par, während Clarke Dennis das Event mit insgesamt -23 Schlägen und dem geteilten Platzrekord für sich entscheiden konnte. Paul Broadhurst startet das Pro-Am mit 4 Birdies in Folge und wirkt entsprechend angenervt. „Diese Putts konnte ich die gesamte Woche nicht verwandeln. Ich sage dir, wenn mein Caddy hier wäre, er würde jetzt nur noch fluchen“, sagt er mir ein bisschen grinsend. Als Golfer kann man diesen Zwiespalt bestens verstehen und das ist vermutlich der Grund, weswegen man einen Platz nach dem Turnier nicht mehr spielt. „Natürlich ist das frustrierend! Aber ich versuche dieses Momentum mit in die nächste Woche zu nehmen“, sagt Broadhurst. Nach insgesamt 23 Turnieren in diesem Jahr ist der Engländer müde und freut sich auf eine Auszeit mit der Familie in Orlando. „Drei Wochen habe ich und die werde ich so gut es geht mit der Familie genießen. Danach geht es schon wieder weiter.“ Für mich selbst läuft der Tag unter dem Motto: Knapp daneben ist auch vorbei.

Schon am morgen verpasste ich aufgrund einer falschen Information beinahe den Start des Turniers. Mein Schlag für den Neirest-To-The-pin-Preis wurde um 20cm unterboten, der Lognest-Drive endete nur knapp 5 Zentimeter im ersten Cut und unser Team wurde mit 105 Nettopunkten … Sie ahnen es … zweiter. Mein persönliches Highlight findet aber auf Bahn 7 statt, als ich nach 17 gespielten Bahnen endlich einen ordentlichen Drive auf die Bahn haue. „Ich wusste nicht, dass du eine Spielerin der LPGA Tour dabei hast Paul“, schallt es von Clark Dennis herüber, der nur einen Tag zuvor das Event mit acht Schlägen Vorsprung  in Mauritius gewonnen hatte. „Gut, dass er meine vorherigen Schläge nicht gesehen hat“, denke ich mir und mein Flightpartner Simon bestätigt meine Gedanken mit einem breiten Grinsen.

Morgen geht es weiter in Richtung der Seychellen für den zweiten Teil des Finals der Staysure Tour, aber bereits jetzt habe ich von der Insel gelernt: „There are worse places than Mauritius“. An diese Worte kann ich mir nur anschließen, ehe ich meine Koffer erneut packe.


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