Mit dem geschlossenen Cabrio zu Mickelsons erster US Open in Pebble Beach

AT&T Pebble Beach Pro-Am – Final Round

Es gibt Namen im Golf, die setzen sofort grandiose Bilder frei. St. Andrews – das sind der Old Course und das ikonische Clubhaus des Royal & Ancient Golf Clubs. Der Emirates Golf Club in Dubai, der dort schon grün durch die Wüste führte, als noch kein einziger Wolkenkratzer stand. Und natürlich Pebble Beach.

Dieser atemberaubend-aufregend-hinreißende Platz in Kalifornien, dessen 7. Bahn als kurzes Par 3 so dicht an den Pazifik führt, dass man Angst haben muss, dass es von der nächsten großen Welle verschluckt wird. Genau hier erlebte ich 1992 meine erste US Open. Auch wenn das schon erschütternde 27 Jahre her ist, sind die Erinnerungen noch verblüffend frisch.

Ich hatte mir damals, auf eigene Kosten, in San Francisco ein Cabrio gemietet, um die rund 200 Kilometer zur Open mit offenem Verdeck nach Pebble Beach zu cruisen. Nun, das Dach blieb die ganze Woche zu, weil sich das Wetter von seiner garstigen Seite zeigte; zur durchgehenden Kälte kam am finalen Sonntag ein beherzter Wind.

Tom Kite gewinnt 1992 die US Open in Pebble Beach Photo: Gary Newkirk /Allsport

1992! Bill Clinton wurde in dem Jahr US-Präsident. Und in Pebble Beach gewann ein Mann die US Open, den keiner so wirklich auf dem Zettel hatte: Tom Kite. Der hatte zwar in den 80er-Jahren reichlich Turniere und damit auch mehrmals die Geldrangliste gewonnen, bei allen anderen Majors aber immer danebengelegen. Bis zu dem Turnier, bei dem ich mit Cabrio gekommen war.

Es war ohnehin noch eine andere Zeit, weil es weder Handys noch ein für alle brauchbares Internet gab. Um mit der Redaktion in Hamburg zu telefonieren, suchte ich mir erst 24 Quarter (25 Cent-Stücke) zusammen und dann eine freie Telefonzelle im Pressezentrum. Für die insgesamt 6 Dollar konnte ich insgesamt drei Minuten telefonieren; nach zwei Minuten meldete sich im Hörer und komplett ungefragt ein forscher Operator, um mir mitzuteilen, dass er das Gespräch zügig beenden würde, sollte ich nicht nachladen.

Die Aussicht in Pebble Beach ist legendär. Der Platz zählt zu den Orten, zu denen so gut wie jeder Golfer ein Bild im Kopf hat. (Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Bernhard Langer gehörte zu den besten Spielern der Welt, kam mit den engen Fairways und dem schon damals brutal hohen Rough der US Open aber nie so richtig gut klar. Der Deutsche landete bei meinem Cabrio-Turnier auf Platz 23. Am Cut scheiterte einer, der zum ersten Mal als Profi bei einer US Open angetreten war – Phil Mickelson. „Lefty“ hat in seinen grandiosen Jahren alle anderen Majors gewonnen, nur die US Open nicht; sechs Mal schrammte er als Zweiter haarscharf dran vorbei. Wie groß wäre es, wenn er am Sonntag, seinem 49. Geburtstag, die „offene amerikanische Meisterschaft“ gewinnen würde. Für Mickelson wäre es die Vollendung des Karriere-Grand-Slams. Für mich, und ganz viele andere auch, ein weiterer Name mit sofort aufpoppenden Bildern im Kopf.