Ryder Cup 2018: Sind die Amerikaner schlechte Verlierer?

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Erst der Fall Patrick Reed, der lieber mit Jordan Spieth als mit Tiger beim Ryder Cup gespielt hätte, dann Dustin Johnson und Brooks Koepka, die sich Gerüchten zufolge beinah geprügelt hätten und jetzt auch noch Phil Mickelson, der sich über das Rough beim Ryder Cup aufregt. Was ist da los? Sind die US-Amerikaner schlechte Verlierer?

Ein bisschen so scheint es. Nach und nach melden sich immer mehr Führungsspieler zu Wort, wenn es um die bittere aber klare Niederlage der USA beim diesjährigen Ryder Cup in Paris geht. Von den Europäern indes hört man kaum mehr etwas. Wer schweigt, genießt!

Und nun auch auch noch Phil Mickelson, von dem man eigentlich so etwas nicht erwartet hätte. Gerade der Teamveteran sollte doch wissen, dass man gerade in Zeiten der Niederlage manchmal besser ruhig bleibt. Wenn nicht er, wer dann?

„Unspielbares Rough“. Phil Mickelson beim Ryder Cup 2018.

Mickelson: „Ich bin jetzt 48 und werde Turniere mit derartigem Rough in Zukunft nicht mehr spielen“

Es sollte anders kommen, neun Tage nach den Blamage von Paris machte Lefty seinem Frust nun Luft: „Das Rough war brutal, beinah unspielbar. Das ist nicht meine Art, Golf zu spielen. Hier im Silverado Country Club bei der Safeway Open muss ich nicht jede Bahn treffen, ich spiele meine Bälle einfach aus dem Rough aufs Grün. Das ist hier möglich, nicht so wie in Paris.“

Zu Gute halten muss man Mickelson, dass er nie ein Geheimnis daraus gemacht, nicht der treffsicherste zu sein, was die Fairways angeht, was dieses Video beweist.

 

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Lefty with one of the most relatable reactions of all time. #TOURVault

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Dennoch ist es einer der Kommentare, die man besser nochmal überdenkt, besonders wenn man sich im Anschluss beleidigt in Rage redet: „Ich bin jetzt 48 und werde Turniere mit derartigem Rough in Zukunft nicht mehr spielen. Das ist Zeitverschwendung. Ich spiele nur noch Plätze, die spielbar sind, wo ich angreifen und Birdies machen kann. So spiele ich Golf.“ Ok, verstanden Phil. Und wir respektieren dein Spiel und sind dankbar über jeden einzelnen Befreiungsschlag, den wir in den letzten 20 Jahren von dir miterleben durften. Ein bisschen kläglich scheint es trotzdem, dichtes Rough und schmale Fairways zur Verantwortung zu ziehen.

Verantwortlich für die Niederlage soll vor allen Dingen ein schlechter Teamzusammenhalt gewesen sein. Das zumindest laß man die letzten Wochen immer wieder in der amerikanischen Golfpresse. Patrick Reed, nannte es „Buddy System“, grob übersetzt, Vetternwirtschaft. Das wiederum hält Mickelson für undenkbar. „Davon habe ich nichts gemerkt. Der Teamzusammenhalt war einer der besten, den ich seit langer Zeit erlebt habe.“ Und auch der frisch zum PGA Tour Spieler des Jahres gewählte Brooks Koepka bestätigte: „Die Kameradschaft untereinander hätte besser nicht sein können. Das Problem viel mehr ist, dass die Presse immer ein Grund sucht, warum wir verloren haben. Und der lautet: Wir haben einfach nicht gut gespielt.“ Zumindest ein guter Verlierer!