Langer Atem! GOLF MAGAZIN zu Hause bei Bernhard Langer

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Bernhard Langer: „Das Sixpack ist weg, aber es geht mir besser!“

Bernhard Langer

Zwei gegen einen war nicht unfair, sondern lustig. Beim Tischtennis bekam Bernhard Unterstützung von seiner Tochter Christina, die auf einen Sprung vorbeischaute. Wenn Gäste kommen, wird die Platte weggeräumt; das Schlagzeug und die Elektrogitarren (hinten) von Sohn Jason bleiben aber; Sparky, der Familienhund natürlich auch!

Stellt er sich seine Trainingspläne selbst zusammen, oder guckt mal ein Fachmann drüber? Bernhard: „Zum Teil habe ich mir die Übungen bei anderen abgeguckt, zum Teil stammen sie vom Fitness-Coach der Champions-Tour. Vor allem aber lasse ich mich von Norbert beraten.“ Norbert Dehoust ist angesehener Sportmediziner aus Bayern und Freund der Familie. Bernhard: „Man muss auch da auf dem Laufenden bleiben, weil es immer wieder neue Erkenntnisse gibt. Früher hieß es: ,Wenn es hinten wehtut, musst du vorn kräftiger werden.‘ Heute weiß man es besser. Norbert hat mir Übungen gezeigt, durch die meine verkürzte Bauchmuskulatur wieder länger wurde. Nach drei Tagen waren die Beschwerden, mit denen ich mich wochenlang gequält hatte, weg. Dadurch habe ich jetzt vielleicht kein Sixpack mehr, aber es geht mir deutlich besser.“ Bernhard muss lachen, als er das erzählt. Überhaupt ist der Mann, den viele für (zu) verbissen und emotionslos halten, während unseres mehrtägigen Besuchs durchgehend entspannt und bester Dinge.

Langer: „Der Old Course ist für mich inzwischen zu lang ist. Da habe ich, bei aller Erfahrung, keine Chance mehr gegen die Jungen, die bei jedem Schlag ins Grün drei oder vier Eisen weniger nehmen können. In Turnberry wäre das vielleicht anders.“ Auf dem Ailsa Course hat Tom Watson 2009 erst im Stechen gegen Stewart Cink verloren. Watson war damals 59 und lange nicht so in Schuss, wie es Bernhard sein dürfte, wenn nichts dazwischenkommt. Ein wenig ärgert es Langer, dass seine jahrelange Dominanz auf der Champions-Tour auf seine Fitness reduziert wird. Bernhard: „Natürlich hilft es, wenn man auch auf dem 18. Grün körperlich und geistig noch gut beisammen ist. Langfristig wappnet man sich so auch wirkungsvoll gegen Verletzungen. Entscheidend aber sind beim Golf immer noch die spielerischen Möglichkeiten. Davon muss ich wohl auch ein paar haben.“ Spricht’s – und lacht uns aus vollem Herzen an. Wer kann da schon widersprechen? Niemand!

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