TaylorMade Truss Putter

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Bei den Puttern der Truss-Serie von TaylorMade dreht sich alles um Stabilität. Die einzigartig geformte Putterfamilie soll eine Antwort für Golfer bieten, die die Leistung eines High-MOI-Mallets in einer traditionelleren Form suchen.

Als uns vor einiger Zeit im kalifornischen Headquarter von TaylorMade die Truss-Putter präsentiert werden, verschlucke ich mich beim ersten Anblick beinahe an meinem Früstücks-Cookie. Was zur Hölle ist das? Normalerweise löst der erste Blick auf ein neues Golfschlägermodell bei mir entweder ein wohliges Gefühl der Anerkennung aus, nach dem Motto „Gut gemacht, liebes Hersteller-Team!“ oder aber es macht sich sofortige Abneigung bezüglich so sekundären Merkmalen wie einer zweifelhaften Farbwahl bemerkbar. Natürlich gefällt mir auch nicht jede Formengebung gleichermaßen, doch wenn man weiß, was hinter bestimmten Geometrien steckt beziehungsweise die Funktionen von beispielsweise breiten Sohlen und viel Offset bei Game-Improvement-Eisen kennt, bleiben nur selten Gründe für ungläubiges Erstaunen. Wirklich überraschende Momente sind rar gesät im Berufsleben eines Equipment-Redakteurs. In diesem Fall ist es anders. Ich wurde kalt erwischt! Ich kann ad hoc nicht einmal sagen, ob mir gefällt, was ich da sehe…

Was soll das nur sein?

Was sollen diese ungewöhnlichen, überdimensioniert wirkenden, dreieckigen Hosel-Formen nur bewirken? Eines sei schon an dieser Stelle verraten: Das unverwechselbare Aussehen der TaylorMade Truss Putter steht in direktem Zusammenhang mit der Performance des Produkts: Es geht um gesteigerte Stabilität! Und noch eines sei verraten – falls Sie gerade ihren persönlichen Keksverschluckmoment beim Anblick der Truss Putter erleben: Beim Ansprechen des Balls sieht der Putter lange nicht so ungewohnt aus, wie man erwarten – oder gar befürchten – könnte. Tatsächlich bewirkt das clevere Design, dass den meisten Golfern die Topline sehr vertraut erscheinen dürfte. In der Frontansicht zeigt sich jedoch eine faszinierende Hosel-Struktur, die das bestimmende Merkmal der gesamten Produktfamilie ist.

Beim ersten Anblick der TaylorMade Truss Putter kann man es sich kaum vorstellen, aber beim Ansprechen, also von oben betrachtet, sehen die Schläger erstaunlich normal aus.

Das Truss-Design erzeugt zwei Kontaktpunkte auf der Topline und reduziert den Anteil ungestützter Masse, was die Stabilität der Schlagfläche beim Ballkontakt verbessern soll. Während herkömmlich geformte Putter mit einem einzigen Kontaktpunkt an der Ferse anfällig für Verdrehungen im Moment des Impacts sind, bieten Truss-Putter eine außergewöhnliche Torsionsstabilität.

Der Prozess

TaylorMade sammelte Daten zu 40.000 Putts, die von Golfern verschiedener Spielstärken geschlagen wurden, und ermittelte den Bereich der Schlagfläche, auf dem der Ball am häufigsten getroffen wird. Die Ergebnisse zeigten, dass mehr als die Hälfte der Schläge spitzenseitig der Mitte stattfanden, was den Ball typischerweise ablenkt und zu Offline-Putts führt. Mit diesen Informationen bewaffnet machten sich die Ingenieure von TaylorMade daran, einen verdrehsicheren Putter zu entwickeln, der eine größere Torsionsstabilität bietet und gleichzeitig eine traditionelle Form beibehält. Per Computermodellierung konnte auch bewiesen werden, dass sich Truss-Putter tatsächlich bei außermittigen Treffern weniger verdrehen.

Die Truss-Geometrie – Gelernt von der Architektur

Das Design des Truss-Hosels verdankt seine Stabilität und Festigkeit einer geometrischen Formgebung, die in verschiedenen Architekturformen, vom Wohnungsbau (Dachstuhl) bis hin zu Brücken (Sprengwerk), weit verbreitet ist, um eine Grundstabilität zu schaffen. Ein weiteres Beispiel zur Veranschaulichung bieten moderne Tennisschläger. Denken Sie an alte Tennisschläger 
mit nur einem Schaft und an moderne, die eine Gabel als verbindendes Element zwischen Griff und Kopf haben. Die Ingenieure von TaylorMade haben die gleichen Konstruktionselemente für die Truss-Putter verwendet, wodurch eine stärkere horizontale Abstützung der Topline erreicht wird. Die durch das Truss-Hosel gesteigerte Verbindung soll den Putterkopf sowohl während der Schwungbewegung als auch bei außermittigen Ballkontakten stabilisieren und ein Verdrehen des Kopfs verhindern; und so zu mehr eingelochten Putts führen. Die Verdopplung der Kontaktpunkte auf der Topline sorgen für eine größere Beständigkeit bei Schlägen über die gesamte Schlagfläche und bieten so die Eigenschaften eines übergroßen High-MOI-Mallets (MOI = Moment Of Inertia = Trägheitsmoment) mit dem Aussehen eines Blade-Putters oder eines herkömmlichen Mallets.

Die Zielgruppe

Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts fand bei Puttern ein Paradigmenwechsel statt. Heute verwenden etwa 60 Prozent der Spieler auf der PGA Tour Mallet-Putter – während vor dieser Zeit die Mehrheit der Spieler mit traditionellen Blade-Puttern spielte. TaylorMade hatte mit den verschiedenen Produktgenerationen seiner erfolgreichen Spider-Serie großen Anteil an diesem Umdenken unter den besten Golfern der Welt. Doch während TaylorMade die Verfeinerung und Weiterentwicklung der Spider-Familie fortführte, bekundeten sehr viele Golfer Interesse an den Leistungsvorteilen eines Schlägers mit hohem MOI, wünschten sich dieses aber verpackt in traditionelleren Kopfformen. Das perfekte Beispiel dafür sei Dustin Johnson, der sowohl mit Spider- als auch mit Blade-Puttern große Erfolge erzielt hat. Während seine Ergebnisse mit dem Spider für sich selbst sprechen, schätzt auch er nach wie vor das saubere Aussehen und das verbesserte Gefühl, das ein Blade-Putter bietet.

Sehen Sie im Video, was Bill Price – Chefentwickler für Putter und Wedges bei TaylorMade – über die neuen Truss-Putter sagt:

Weitere Features der Truss-Putter

Neben der ganz großen Hosel-Story bieten die Truss-Putter auch andere interessamte Merkmale.

– GEWICHTUNG: Austauschbare Sohlengewichte erlauben individuelle Anpassungen des Schwunggewichts und der Position des Gewichtsschwerpunkts.

– INSERT: Wie in allen aktuell im Sortiment befindlichen TaylorMade-Puttern sind auch in der Truss-Serie TaylorMade Pure Roll Schlagflächen-Inserts verbaut. Diese Inserts zeichnen sich durch um 45-Grad nach unten abgewinkelte Grooves aus, die dem Ball Topspin verleihen und so dafür sorgen, dass der Ball früher in die stabile Rollphase eintritt. Im Falle der Truss haben sich die Entwickler für eine relativ weiche Insert-Variante in kobaltblau entschieden.

– SCHAFT: Der Standardschaft bei den Truss-Puttern ist der KBS CT Tour Putter-Schaft. Dabei handelt es sich um ein stufenloses, 120 Gramm schweres Modell mit insgesamt steiferer Struktur und vor allem einer besonders steifen Spitze für maximale Stabilität.

 

Vier verschiedene Truss-Optionen

Die Truss-Serie wird in vier verschiedenen Modellen angeboten: TB1, TB2, TM1 und TM2. Zwei Blades und zwei Mallets. Schauen wir uns die einzelnen Modelle genauer an.

Truss Blades

TB1 ist ein fersenschaftiges Blade-Design, das einem traditionellen Blade-Putter am ähnlichsten ist.

Als Gegengewicht zum Truss-Hosel wurde der Spitze des TB1 ein zusätzliches Gewicht von 8 Gramm hinzugefügt. Das Modell weist leichten Toe Hang auf.

 

TB2 ist ein centershafted Blade, bei dem sich das Hosel über die Mitte der Schlagfläche erstreckt, um die Stabilität zu erhöhen.

Beim TB2 konnte TaylorMade eine im Vergleich zu einem Blade-Putter mit normalem Hosel eine um 80 Prozent gesteigerte Torsionsstabilität belegen. Dieses Modell ist face-balanced.

 

truss Mallets

TM1 ist ein Mallet mit Fersenschaft, der das Truss-Hosel mit einer der erfolgreichsten Malletformen in moderater Größe kombiniert.

Der TM1 hat etwas Toe-Hang (10°).

 

TM2 ist ein centershafted Mallet mit minimalem Offset (Schaftversatz), wobei sich das Hosel über die gesamte Topline erstreckt.

Der TM2 ist der stabilste Putter in der Truss-Familie. Er ist face-balanced.

 

 

Was wir über die TaylorMade Truss Putter denken

Der erste Blick auf einen Truss-Putter mag erschrecken, verstören oder zumindest Irritation beim Betrachter auslösen. Uns ging es so. Doch muss man verstehen, worum es bei diesem ungewöhnlichen Design geht; dass hinter der ungewöhnlichen Ästhetik der Truss-Serie gleichzeitig ihre wichtigste Designüberlegung steckt. Diese Putter sehen nicht umsonst so aus, wie sie aussehen!

Stabilität ist aktuell das große Thema in der Entwicklung von Puttern. Es ist der Bereich, der von verschiedenen Herstellern als etwas identifiziert wurde, der, wenn er verbessert wird, Golfern helfen kann, mehr Putts zu lochen. Während ein anderer Branchenriese die Veränderung des Schafts (durch die Kombination von Grafit und Stahl) als Ansatzpunkt zur Stabilitätssteigerung gewählt hat, haben sich die Ingenieure der TaylorMade Truss Putter ans Hosel gemacht.

Stabilität lässt sich natürlich auch über das Trägheitsmoment (MOI) in großen Mallet-Köpfen erzeugen; ein Ansatz, der in der letzten Dekade von den meisten Herstellern immer weiter verfeinert und perfektioniert wurde. Der Clou bei den Truss-Puttern ist, dass das Truss-Hosel einem Putter eine vergleichbare Stabilität verleiht, ohne das sperrige Design eines überdimensionierten Mallets. Der TB1 und der TB2 sind möglicherweise die ersten echten Blade-Putter, die sich wie Mallets verhalten und dabei wie Blades aussehen.

Wir denken, dass es sich bei diesem Produkt lohnt, neugierig zu sein! Wer vom ersten Anblick der Truss-Putter etwas abgeschreckt wird, sei daran erinnert, welcher Blickwinkel zählt. Entscheidend ist doch, wie der Putter bei der Ansprache aussieht. Und hier steckt eine der großen positiven Überraschungen bei Truss: Von hinten oder vorne betrachtet sieht das Hosel gigantisch aus, doch wenn man den Ball anspricht, verwandelt es sich in einen traditionelles Hosel, bei dem die Kanten des Dreiecks in die obere Linie des Putters übergehen. Meiner Meinung nach ist das pure Design-Brillanz.

Beim Testen haben wir die Truss-Putter tatsächlich als außergewöhnlich stabil erlebt. Selbst wenn man den Ball deutlich zur Spitze hin trifft, was man unbedingt absichtlich ausprobieren sollte, um das Design besser zu verstehen. Der „roll“ ist wie gewohnt bei TaylorMades Pure Roll-Inserts sehr gut. Man kann wirklich spüren, wie die angewinkelten Grooves dem Ball Topspin verleihen und dieser dadurch extrem schnell nach dem Impact in eine stabile Rollphase übergeht. Besonders gut gefällt uns auch, dass man die austauschbaren Sohlengewichte beim Kauf im Set miterwirbt und man so sein persönliches Wunschgewicht finden und auch wieder ändern kann.

 

Spezifikationen und Preise der TaylorMade Truss Putter

– Verfügbare Längen: 33″, 34″ und 35″.
– Finish & Insert: Jedes Modell hat eine Nickel-Kobalt-Beschichtung und ist mit einem Pure Roll-Insert in Cobalt Blue ausgestattet.
– Schaft & Griff: Sie sind mit dem KBS-Stepless Stability Shaft und Lamkin Sink Fit Skinny-Griff ausgestattet.
Verfügbarkeit: Die Truss Putter sind ab sofort im Fachhandel erhältlich.
– Preise: UVP 329 €