Titleist TS Prototypen Driver bei der US Open

TS-Drivers

Es ist – wenn man so will – einer der Vorteile, die man als Tourpro genießt: Sobald die Hersteller neues Material auf der Conforming List von USGA und R&A platziert haben, können diese Neuheiten auch im Turnier eingesetzt werden. Selbst wenn es bis zur offiziellen Markteinführung noch Wochen oder Monate dauert. Bei Titleist hat diese Praxis nicht nur Tradition, sondern wird auch funktional betrachtet. „Tour Seeding and Validation Process“ nennt das Unternehmen die Phase, in der die Vetragsspieler Protypen schon ausprobieren oder wahlweise auch im Wettkampf einsetzen dürfen und der R&D-Abteilung wichtiges Feedback geben.

Nachdem dieser Prozess bei den Im Herbst auf den Markt kommenden Titleist TS2 und TS3-Driver vor kurzem in Gang gesetzt worden war und die Rückmeldungen der Profis mit überwältigender Mehrheit ausgesprochen positiv waren, beschloss Titleist nicht – wie zunächst geplant – bis zum Quicken Loans National zu warten, sondern schon die US Open im Shinnecock Hills Golf Club zu nutzen. 17 von 35 Spielern mit Titleist-Drivern sind gestern mit einem neuen TS-Modell in die erste Runde des Majors gestartet. Eine ungewöhnlich hohe Quote nach so kurzer Eingewöhnungszeit vor einem der wichtigsten Turniere des Jahres.

Darüber, was technologisch gesehen in den neuen „Waffen“ steckt, schweigt Titleist sich wie üblich bis zum offiziellen Launch aus. Ein paar Beobachtungen kann man allerdings schon machen: Der in der 915er-Generation eingeführte Active Recoil Channel in der Sohle ist bei beiden neuen Modellen nicht mehr zu finden. Beim TS2 fehlt zudem auch das im 917 erstmalig verwendete Surefit CG-Gewichtssystem zur Beeinflussung der Flugkurve. Im kompakter wirkenden TS3 ist die Gewichtskartusche dagegen wieder dabei. Optisch fällt auf, dass die Schlägerkronen nicht wie bei den 917er-Modellen in grau, sondern wieder in glänzendem Schwarz gehalten sind; ein Schritt, den die allermeisten Titleist-Fans begrüßen dürften.