Ben Hogan

Ben Hogan

Land
Vereinigte Staaten
Geburtsdatum
13.08.1912
Körpergröße
1,74 cm
Körpergewicht
66 Kg
Profi seit
1919
Website

Man nannte ihn den „Falken“ und den „Mann aus Eis“. Diese Namen verdankte er der Tatsache, dass er seine Gegner mit stahlhartem Blick und zusammengepressten Lippen anstarrte, um sie einzuschüchtern, sowie seiner äußersten Konzentration und verbissenen Entschlossenheit. Manche behaupteten, William Benjamin Hogan habe nicht einen Funken Humor. Trotzdem wurde er ein amerikanisches Sportidol, ein Nationalheld, den Hollywood sogar in einem Film würdigte.

Ben Hogan, so erfolgreich er später auch werden sollte, musste hart arbeiten und lange Zeit auf seinen Durchbruch warten. Sieg und Ruhm fielen dem „Mann aus Eis“ nicht in den Schoß, und ein wahrhaft großer Spieler wurde er erst, als er bereits mittleren Alters war. Endlich ganz oben angekommen, war er dann allerdings so gut wie unbesiegbar. Er war ein unermüdlicher Arbeiter, der Stunde um Stunde auf dem Übungsplatz verbrachte und versuchte, den Ball mit maschinenähnlicher Präzision schlagen zu können.

Ben Hogans Interesse für den Golfsport erwachte in seiner Zeit als Caddie, und als Jugendlicher spielte er in Texas ohne besonderen Erfolg. 1946 gewann er die US PGA-Championship in Portland, seinen ersten Major-Titel. Mit 36 Jahren, in einem Alter, in dem die meisten Spieler ihre beste Zeit schon hinter sich hatten, stand Ben Hogan gerade erst am Anfang seiner bemerkenswerten Karriere.

Zwei Jahre später wurde er US Open-Champion, indem er im Riviera Country Club in Los Angeles mit zwei Schlägen vor Jimmy Demaret gewann. Im selben Jahr gewann er die PGA Championship zum zweiten Mal und auch die Western Open. Ben Hogan war zu dem Zeitpunkt der erfolgreichste Golfspieler der Welt.Am Mittwoch, dem 2. Februar 1949, als Ben Hogan und seine Frau Valerie in ihrem fast neuen Cadillac östlich von Pecos, Texas, unterwegs waren, kam es zu einem furchtbaren Unfall: In leichtem Nebel stießen sie mit einem Überlandbus zusammen. Ben Hogan lag schwerverletzt auf der Straße, während Polizeibeamte die verstreuten Golfschläger aufsammelten. Die Nachricht vom Unfall ging wie ein Lauffeuer durch ganz Amerika, und aus dem Krankenhaus wurde die Befürchtung laut, dass Ben Hogan möglicherweise nicht überleben würde.

Ben Hogan überlebte, und die Geschichte seines Ringens darum, nicht nur wieder gehen zu können, sondern zur Spitze des Golfsports zurückzukehren, war eine der aufsehenerregendsten Geschichten, die es im Golf gegeben hat.

Juli 1953: Ein glücklicher Ben Hogan mit der Claret Jug nach seinem British Open-Sieg im schottischen Carnoustie.

Er lernte wieder das Gehen

Sehr langsam und unter großen Schmerzen lernte er zunächst wieder das Gehen. Dann wagte er sich mit einem Elektrocart auf den Golfplatz und baute seinen zerschundenen Körper mit Hilfe eines sportlichen Trainingsprogramms auf. Im Januar 1950 stand Ben Hogan wieder auf der Driving Range des Riviera Golf Clubs in Los Angeles und bereitete sich auf die Los Angeles Open vor. Obwohl er nur schmerzgebeugt gehen konnte, kam er mit einer 73 ins Clubhaus. Das war das Signal an alle: Ben Hogan war wieder da.

Sein Endergebnis von 280 schien für den Sieg zu reichen, bis Sam Snead seinen Ball auf dem letzten Grün aus sechs Metern Entfernung zur 66 einlochte und damit ein Stechen erzwang. Der erschöpfte Ben Hogan spielte in der kompletten Playoff-Runde eine 76, Snead gewann mit Leichtigkeit. Drei Wochen später trat Hogan beim White Sulphur Springs-Turnier an und gewann mit einem fantastischen Ergebnis von nur 259 Schlägen. Aber es sollte noch viel mehr kommen, unter anderem die wahrscheinlich beste Golfrunde, die je gespielt wurde. Diese fand an einem windstillen und wolkenlosen Tag im Oakland Hills Country Club in Birmingham, Michigan, statt. Es war die Finalrunde der US Open im Jahre 1951. Die Umbauten von Robert Trent Jones gingen so weit, dass einige Leute der Meinung waren, der Kurs sei gar nicht mehr spielbar. Er machte die Grüns schwieriger und senkte schließlich das Par von 72 auf 70. Dann aber kam die sagenhafte Finalrunde von Ben Hogan. Die ersten neun Löcher spielte er Par. An der 10 gelang ihm der Schlag des Turniers: Mit seinem dadurch legendär gewordenen Eisen 1 schlug er den Ball über 183 Meter pfeilgerade auf die Fahne, sodass er nur noch einen Putt von eineinhalb Metern zum Birdie hatte, den er versenkte. Der „Falke“ war im Angriffsmodus. Nach einem weiteren Birdie am kurzen 13. Loch war für Ben Hogan der dritte US Open-Titel innerhalb von vier Jahren zum Greifen nahe. Sein Abschlag am 18. Loch überflog sicher die heimtückischen Bunker, und es folgte ein fantastischer Schlag mit einem Eisen 6 auf vier Merer an die Fahne. Die rekordverdächtige Menschenmenge – 17.500 an der Zahl – war mucksmäuschenstill, als Ben Hogan zum Putt ansetzte. Der Ball fiel ins Loch zur großartigsten Runde in seiner Karriere: eine 67er-Runde mit 3 unter Par auf einemKurs, der als unspielbar betrachtet wurde.

Ben Hogan begeisterte mit seinem klassischen Schwung die Massen (oben). Links die Erinnerungstafel an sein Eisen 1 (US Open 1950).

„Wenn ich diesen Kurs jede Woche spielen müsste“, kommentierte Ben Hogan nach seinem Sieg, „würde ich mir einen anderen Beruf suchen.“1953 folgte er dem Rat, zu versuchen, die British Open in Schottland zu gewinnen. Für einen Amerikaner, der hier zu Gast war, stellte Carnoustie einen erheblichen Gegensatz zu allem dar, was er aus Texas kannte. Heftige Winde wehten, und es gab einen Bach mit schnell fließendem Wasser, den die Schotten „Burn“ nannten und der sich wie eine Schlange über die letzten Löcherwand. Amerikanische Journalisten verglichen Carnoustie gern mit Golf auf dem Mond. Was Ben Hogan dort schaffte, ließ ihnen die Tränen in die Augen steigen. Jede Runde war besser als die vorherige, und trotz der unebenen Fairways und der gewaltigen, an seinen Fersen klebenden Zuschauermassen gewann Hogan den Titel. Er fuhr nach Hause, wo er mit einer Konfetti-Parade empfangen wurde und anschließend ein Treffen mit dem golf-verrückten Präsidenten Dwight D. Eisenhower im Weißen Haus hatte. Der Sieg in Carnoustie war der Anfang vom Ende seiner einmaligen Laufbahn. Hogan hatte vier US Open, einen British Open- und zwei Masters-Titel gewonnen, zwei PGA Championships und 55 Turniereder US Tour zwischen 1938 und 1959. Viermal war er der „US-PGA-Spieler des Jahres“, fünfmal Preisgeldgewinner in den Vereinigten Staaten und zweimal „Sportler des Jahrzehnts“. Und, viel wichtiger: Er hatte den Tod besiegt.

Hollywood drehte einen Film über ihn mit dem Titel „ Follow the Sun“ und dem Schauspieler Glenn Ford in der Hauptrolle. Es ist eine der großartigsten Geschichten, die der Golfsport jemals schrieb.

Der Schotte Collin Montgomerie (L.) und Bernhard Langer werden für einen Ben Hogan TV-Spot ausgerüstet.