Bernhard Langer feiert seinen achten Major-Triumph.

Bernhard Langer

Land
Deutschland
Geburtsdatum
27.08.1957
Körpergröße
1,74 cm
Körpergewicht
73 Kg
Profi seit
1972
Website

Ziemlich genau 30 Jahre liegen zwischen den beiden unten abgebildeten Bildern. Und damit Welten, denn aus dem schüchternen Überraschungs-Masters-Sieger von 1985 ist der Weltstar Bernhard Langer geworden, der sehr wohl weiß, was er da so angestellt hat in den drei Jahrzehnten. Der sich aber auch, und das ist das Verblüffende, absolut treu geblieben ist.

Verlässlichkeit, Loyalität, Leistungsbereitschaft – das sind drei Kerneigenschaften von Bernhard Langer. Sie haben ihm geholfen, als er als Jugendlicher im Golfclub Augsburg als Caddie in den Sport einsteigt. Als er sich, nach dem Ende seiner Golflehrer-Ausbildung bei Heinz Fehring, mit gerade mal 16 Jahren zum Profi erklärt. Als er im Jahr darauf die Zusammenarbeit mit Coach Willi Hofmann beginnt, an der er bis heute festhält. Als er 1976 den Sprung auf die European Tour schafft und drei Jahre später die Weltmeisterschaft der Unter-25-Jährigen (Cacharel Open) mit 17 Schlägen Vorsprung gewinnt.

Schon damals plagt sich Langer mit zum Teil fiesen Rückenschmerzen. Während der Grundausbildung bei der Bundeswehr hat er einen schweren Bandscheibenvorfall erlitten, gegen den er, wie es seine Art ist, mit konsequent durchgezogener Krankengymnastik kämpft. Bangemachen gilt nicht, pausieren auch nicht. Langer gilt als einer der härtesten Arbeiter auf der Tour, der deutlich länger auf den Driving Ranges dieser Welt steht als die meisten seiner Tourkollegen. Langer dazu: „Ich war immer schon ein Sportfanatiker und wollte mich nicht unterkriegen lassen. Dafür habe ich alles gemacht, was nötig war.“ Der Einsatz für Körper und Spiel zahlt sich aus. Langer wird sehr schnell zu einem der besten und wichtigsten Spieler in Europa. Dabei ist die Konkurrenz extrem stark: Nick Faldo, der analytische Engländer. Sandy Lyle, der Longhitter aus Schottland. Ian Woosnam, das Kraftpaket aus Wales. Und natürlich Seve Ballesteros,der spanische Zauberer, der auch aus dem tiefsten Unterholz die Fahne findet. So unterschiedlich sie sich auf und nebendem Golfplatz benehmen, so sehr treiben sie sich an und respektieren einander. Es dauert nicht lange, bis sie als „Big Five“ gefeiert und gefürchtet werden, weil sie dafür sorgen, dass es mit der Überlegenheitder Amerikaner im Ryder Cup vorbei ist.

Sie alle gewinnen das US Masters. Als Langer 1985 in Augusta triumphiert, reiben sich die Amerikaner verwundert die Augen. War dieser blonde Jüngling bei seinem ersten Auftritt an der Magnolia Lane nicht krachend gescheitert? Ja, war er. Bernhard erinnert sich: „Da habe ich nur 36 Löcher gespielt, elf Dreiputts gemacht und den Cut verpasst.“ Spricht’s und muss lachen, als er hinterherschiebt: „Ein viel zu kurzes Vergnügen!“Der Hauptgrund fürs frühe Ende waren die extrem schnellen Grüns in Augusta. Langer: „So etwas hatte ich bis dahin weder gesehen noch gespielt. Und ich hatte keine Ahnung, wo ich die Bälle auf den Grüns platzieren musste, um überhaupt Chancen zu haben, mit ein oder zwei Puttsdavonzukommen.“ 1985 hatte Langer mehr Ahnung! Bernhard: „Ich hatte auf den Proberunden die verschiedenen Fahnenpositionen simuliert und wusste, wo ich hinschlagen musste.“ Noch wichtiger: Er konnte das Wissen umsetzen und gewann mit zwei Schlägen vor Seve Ballesteros, Raymond Floyd und Curtis Strange.“

Langer ist der beste Putter auf der Champions Tour. Er hält die obere Hand ein bis zwei Zentimeter vom Körper entfernt.

Für Langer war es sein erster Major-Sieg. 1981 und 1984 hatte er bei der Open als Zweiter zweimal dran geschnuppert: 1981 in Royal St. George’s war Bill Rogers(USA) um vier Schläge besser, 1984 Seve Ballesterosum zwei. Langer hätte die Open (er wurde auch viermal Dritter), wie er sagt, „so gern gewonnen.“ Inzwischen hat er es geschafft, wenn „auch nur“ bei den Senioren – dafür aber gleich dreimal.

Doch zurück ins Jahr 1985, in dem der sehr gute Tourspieler zum „Majorsieger Langer“ aufsteigt. Am Saisonende wird er zum „European Tour Player of the Year“ gewählt. 1986 steht er als erste Nummer eins an der Spitze der frisch gegründeten Weltrangliste, wird aber nach wenigen Wochen vom Spanier Seve Ballesteros abgelöst.1990 gewinnt Langer den World Cup, die„Zweier-WM“, in Florida mit Torsten Giedeon. 1991 schiebt er den entscheidenden Putt beim Ryder Cup auf Kiawah Island knapp vorbei; die USA gewinnen den intensivsten Kampf der Kontinente aller Zeiten hauchdünn. Wie stark Langer mental ist, beweist er eine Woche später beim German Masters. Dort hat er im Stechen gegen Rodger Davis wieder einen wichtigen Putt vor dem Schläger – und locht ihn eiskalt. 1993 folgt sein zweiter Masters-Sieg, den er mit vier Schlägen vor Chip Beck souverän nach Hause bringt. Seit 2008 spielt Langer auf der ChampionsTour gegen die besten Ü-50-Golfer der Welt.Das Ergebnis ist bekannt: Keiner ist so beständig und erfolgreich wie der inzwischen 60-jährige Deutsche. Nur einmal hat er die Geldrangliste nicht gewonnen, weil er verletzungsbedingt zu viele Turniere verpasst hatte. „Mr. Consistency“, „der Beständige“, nennen ihn die Kollergen ehrfürchtig. Sie könnten auch sagen: der Beste der Welt, denn mit zehn Senior-Majors hat Langer wohl einen Rekord für die Ewigkeit aufgestellt. Und wer seinen Ehrgeiz kennt, weiß, dass er noch lange nicht fertig ist…

Seine liebsten Gratulanten: Bernhard feierte seinen dritten Senior Open-Titel in Juli mit Frau Vikki und den Töchtern Jackie und Christina(links).

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