Bobby Jones

Bobby Jones

Land
Vereinigte Staaten
Geburtsdatum
17.07.1902
Körpergröße
1,73 cm
Körpergewicht
75 Kg

Der Sohn eines Rechtsanwalts aus Atlanta war als Kind kränkelnd, und man machte sich große Sorgen um ihn. Ohne Grund, wie sich später herausstellen sollte: Bobby Jones wurde einer der besten Golfer aller Zeiten. Seine ganz besondere Liebe galt dem schottischen Open-Austragungsort in St. Andrews. Jones: „Ich könnte aus meinem Leben alles außer meinen Erlebnissen in St. Andrews streichen und hätte trotzdem ein reiches, erfülltes Leben gehabt.“ Bobby Jones, der unvergleichliche Golfspieler nicht nur seiner Ära, leistete auch auf anderen britischen Kursen Großes, aber seine Höchstleistungen brachte er auf dem Old Course von St. Andrews. Seit langem trägt das 10. Loch des Old Course den Namen Bobby Jones, und in dem Big Room des Royal and Ancient Golf Club hängt sein Porträt als ewiges Andenken an eines der bekanntesten Clubmitglieder – und den zweifellos größten Amateurspieler in der Geschichte des Spiels. Bobby Jones war der einzige überlebendeSohn des Rechtsanwalts Robert P. Jones aus Atlanta und dessen Frau Clara, der Tochter eines prominenten Richters. Das Ehepaar hatte tragischerweise ein Kind im Säuglingsalter verloren, bevor im Jahr 1902 am 17. März ihr Sohn Bobby geboren wurde. Aber auch Klein-Bobby machte ihnen große Sorgen. Er wurde mit einem übergroßen Kopf und spindeldürren Beinchen geboren und mit einer so ernsten Verdauungsstörung, dass die Ärzte seinen Zustand als nahezu hoffnungslos bezeichneten. So schlimm kam es dann doch nicht. Natürlich aber wurde der junge Bobby sehr behütet. Er musste immer im Haus bleiben und durfte nicht einmal einen Spielkameraden bei sich haben. Als er jedoch fünf Jahre alt war, fuhr die Familie in den Urlaub nach East Lake, eine Art Sportzentrum außerhalb von Atlanta. Dort freundete sich Bobby mit einem anderen kleinen Jungen an. Der damals erst siebenjährige Frank Meador führte Bobby in das Golfspiel ein, und die beiden bauten sich ihren eigenen Zwei-Löcher-Kurs.

Ein Mitglied des nahegelegenen East Lake Country Club nahm einen alten „Löffler“, der dem heutigen Eisen 2 entspricht, und kürzte diesen für Bobby. Es war nicht gerade der ideale Lernschläger für einen kleinen Jungen, doch Bobby bewies Durchhaltevermögen. Hier wurde wahrscheinlich der Grundstein für das hervorragende Spiel mit den langen Eisen gelegt, für das Bobby Jones später auf dem Höhepunkt seines Könnens bekannt war.

Bobby Jones in eleganter Aktion am 1. Tee während einer Probestunde auf dem Old Course von St. Andrews.

Ein Jahr später zog die Familie ganz nach East Lake um und bezog ein Haus auf dem Clubgelände ganz in der Nähe des 13. Grüns. Dem kränklichen Jungen tat die Bewegung an frischer Luft auf  dem Golfplatz offensichtlich gut, denn schon bald begann sich sein Gesundheitszustand deutlich zu verbessern und er nahm an Gewicht zu.

Seine Begeisterung für das Golfspiel wuchs immer mehr. Mit sechs Jahren spielte Bobby sein erstes Turnier. Dann aber folgten einige sportlich magere Jahre, in denen er sich von einem schwächlichen Jugendlichen zu einem kräftigen jungen Mann entwickelte.

1923 siegte er bei der US Open und war auf dem besten Wege, der größte Spieler seiner Ära zu werden. In den acht Jahren nach seinem ersten US Open-Titel gewannJones insgesamt 13 nationale Meisterschaften, darunter den sogenannten „GrandSlam“. Während dieser Zeit wurde Bobby Jones nicht nur zum Nationalhelden, sondern der beliebteste Sportler überhaupt in Amerika. Tausende strömten herbei, um ihn spielen zu sehen.

Bobby spielte fast ausschließlich Major-Turniere. Er trainierte kaum, und oftmals vergingen mehrere Wochen, ohne dass er auch nur einen einzigen Ball schlug. So hervorragend seine Leistungen bis dahin auch waren, so waren sie doch nichts im Vergleich zu dem, was sich, wie gesagt, im Jahre 1930 ereignet hatte.

Konkurrenten: Bobby Jones (rechts) und Gene Sarazen

Der ganz große Triumph

Etliche Jahre später gestand Bobby Jones, dass ihm im Jahre 1926 zum ersten Mal in den Sinn gekommen war, er könne möglicherweise den „Grand Slam“ gewinnen. Der dafür nötige Siegeszug begann 1930 in St. Andrews, auf dem Old Course. Als er im Finale der British Amateur Championship Roger Wethered mit 7&6 schlug, brachen die Schotten in derartige Begeisterung aus, dass Polizisten nötig waren, um den smarten Amerikaner mit heiler Haut zurück ins Clubhaus zu eskortieren. Bei der Open, der zweiten Etappe zum Grand Slam, ging es nach Hoylake. Mit seinem Sieg war Bobby Jones der erste Spieler nach John Ball, der im selben Jahr die Open und die Amateurmeisterschaft von Großbritannien gewinnen konnte.

Dann ging es weiter nach Interlachen in Minneapolis zur US Open. Bobby Jones gewann, weil er als Erster in der Geschichte des Turniers nach vier Runden unter Par blieb. Jetzt fehlte ihm nur noch das vierte Major, die amerikanische Amateurmeisterschaft.    Am 27. September 1930 meisterteer mit dem Sieg über Eugene Homans die letzte Etappe. Jones aber war nicht der Einzige, der richtig jubeln konnte, denn der Grand Slam brachte Bobby Cruik-shank mit seiner Wette 60.000 englische Pfund. Der Turnierspieler hatte bei einem britischen Buchmacher für seine 500 englische Pfund Einsatz eine Quote von 120:1 erhalten.

Bobby Jones mit allen Major-Trophäen, die es 1930 zu gewinnen gab und die er sich holte: US Open, British Open, US Amateur- und British Amateurmeisterschaft. Damit hatte er den Grand Slam geschafft.

Und dann, im Alter von gerade mal 28 Jahren, verschwand Bobby Jones von der großen Bühne des Turniergolfs. Für ihn gab es, nach seiner Einschätzung, keine sportlichen Welten mehr, die er hätte erobern können. Dafür erfüllte er sich den langgehegten Traum vom eigenen Golfkurs. Das Ergebnis war der Augusta National Golf Club, in dem seit 1934 in jedem April das US Masters ausgetragen wird. Das ist seitdem das erste Majorturnier des Jahres. Damit begann ebenfalls die neue Zeitrechnung für den Begriff „Grand Slam“, weil es den, den Bobby Jones als Einziger geschafft hatte, nicht mehr gab und gibt.

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