Ian Poulter bei der PGA Championship 2018 Runde 2.

Ian Poulter

Land
England
Geburtsdatum
10.01.1976
Körpergröße
1,85 m
Körpergewicht
86
Profi seit
1994
Website

„Poults“, wie Ian Poulter auf der Tour genannt wird, kam als Sohn eines Single-Handicappers im englischen Hitchin auf die Welt. Bereits mit vier Jahren hatte er sein erstes 3er-Holz in der Hand. Der Berufsweg war also geebnet. Als er keine Stelle als Pro in einem Private Club bekam, begann Poulter seine Golfkarriere als „Assistant Pro“ und Golf Manager im Chesfield Downs Golf Club. Hier musste er für jede private Runde Greenfee abdrücken und so blieb Poulter mit einem Handicap von 4 vielen Turnieren erst einmal fern. Danach wechselte Poulter den Club und bekam für den gleichen Job 1 Pfund die Stunde, doch hier durfte er auf den Platz.

Ian Poulter siegt 2000 bei der Italian Open

Ian Poulter siegt 2000 bei der Italian Open.

Die Profikarriere
Und das trug Früchte! Nachdem Poulter 1995 ins Profilager wechselte, musste er sich allerdings erst einmal in Geduld üben. Erst vier Jahre später konnte er seinen ersten Sieg auf der Challenge Tour feiern und sich damit für die Tour School der European Tour qualifizieren. Hier ging es dann aber richtig los: Poulter gewann die Italian Open in seinem ersten Jahr auf der Tour. Es folgten weitere Siege: Verpasste er 2001 noch knapp die Qualifikation für den Ryder Cup, war er 2004 Teil des europäischen Teams und bekam damit auch die Karte für die PGA Tour in Amerika.

Ian Poulters erste Ryder Cup-Teilnahme 2004.

Ian Poulters erste Ryder Cup-Teilnahme 2004.

Er liebt das direkte Spiel
Zu den größten Erfolgen zählt sicher auch sein Sieg bei der WGC Accenture Match Play Championship 2010. Hier setzte er sich im Endspiel gegen Paul Casey durch und erhielt ein Preisgeld von 1,02 Millionen Euro. Mit diesem Triumph rückte Poulter auf Rang 5 der Weltrangliste vor. Das Matchplay-Format liegt dem Engländer, das hat er schon mehrmals bewiesen. Dabei beeindruckt Poulter nicht nur durch seine mentale Stärke, sondern ist mit seiner impulsiven Spielweise einer der Publikumslieblinge dieses Wettbewerbs. 2018 ist er, dank einer Wildcard von Kapitän Thomas Björn, bereits zum 6. Mal am Start und ließ schon vor dem Turnier verlauten: „Ich spiele meinen Gegner an die Wand!“

Ian Poulter bei der Open 2004 "very british" in den passenden Hosen.

Ian Poulter bei der Open 2004 „very british“ in den passenden Hosen.

Ein extravaganter Typ
Generell ist Poulter nicht nur für seinen extravaganten Kleidungsstil bekannt, sondern auch für seine große Klappe. Schon mehrmals sorgten Zitate aus Interviews oder Nachrichten in den Sozialen Medien für Diskussionen in der Golfwelt. Dabei mangelt es Poulter sicher nicht an Selbstbewusstsein. In einem Interview mit der englischen Golf World sagte er 2008, dass er noch nicht sein volles Potential auf dem Golfplatz ausgeschöpft hätte. Und setzte noch drauf, „aber sobald es soweit ist, gibt es nur zwei Top-Spieler auf dieser Welt: Tiger und mich.“ Der Engländer ist aber ebenso ein Freund der direkten Worte. 2014 nannte er Hideki Matsuyama einen „Idiot“ auf Twitter, da er bei der WGC-Cadillac Championship das Grün beschädigte und es nicht reparierte. Doch der öffentliche Vorwurf zeigte Wirkung: Matsuyama entschuldigte sich sogar persönlich bei Poulter.

Ein Paradiesvogel auf dem Platz
Man erkennt Poulter auf dem Platz sofort. Seinen außergewöhnlichen Kleidungsstil verdankt er seiner Mutter, die Inhaberin eines Bekleidungsladens war. Das inspirierte auch Poulter zu seiner eigenen Modelinie „IJP“, die über ein Jahrzehnt erfolgreich war. Zu seinem bekanntesten Outfits gehört sicher die Hose, auf der die berühmte Claret Jug zu sehen ist, die er bei den Open 2005 und 2006 trug. Apropos Claret Jug: Ein Major fehlt dem erfolgreichen Profi noch, der immerhin 17 Turniererfolge bisher feiern konnte. Die beste Platzierung bei einem Major war bisher der 2. Rang bei der Open 2008.

The Northern Trust 2017 in New York: In Runde drei sind Rory McIlroy und Ian Poulter in einem Flight.

The Northern Trust 2017 in New York: In Runde drei sind Rory McIlroy und Ian Poulter in einem Flight.

Eine ganz spezielle Sammlung
Auch privat liebt es der Engländer extravagant! Während manche andere eine Garage haben, verfügt Poulter über eine Lagerhalle mit Platz für 14 Autos. Aber nicht irgendwelche – der Wahlamerikaner, der mit seiner Frau und seinen vier Kindern in der Nähe vom Lake Nona Golf & Country Club in Orlando lebt, hat eine hübsche Sportauto-Sammlung. Und machte damit auch schon einen Tourkollegen glücklich, in dem er einen Ferrari F12 an Rory McIlroy verkaufte.

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