Gullane: Martin Kaymer scheitert am Cut

Martin Kaymer

Land
Deutschland
Geburtsdatum
28.12.1984
Körpergröße
1,84 cm
Körpergewicht
74 Kg
Profi seit
2005
Website

Über Martin Kaymer wurde in den vergangenen Monaten eine Menge geschrieben. Positives war vorrangig nicht dabei, weil der Mann aus Mettmann schon lange kein großes Turnier mehr gewonnen hat. Was auch an den Verletzungen lag und liegt, mit denen sich Kaymer plagen musste. Zuletzt war es eine Entzündung in der Bizepssehne und im Bereich der linken Schulter, die ihn zu einer wochenlangen Pause zwang. Sein letzter Sieg? Lange her. 2014 bei der US Open in Pinehurst, mit acht Schlägen(!) Vorsprung. Wir erinnern uns an eine dramatisch gute Vorstellung, bei der Kaymer den Rest der Welt in die nordkarolinischen Kiefern schickte. Einen Monat vorher hatte er auch die Players Championship gewonnen, die so gern zum fünften Major werden würde.

Seit jeher teet der Deutsche auf beiden Touren dies- und jenseits des Atlantiks auf. In den USA hat der 32-Jährige, der sich selbst so gar nicht als Star sieht, seit ein paar Jahren ein Haus und seinen Trainings-standort. Gerade erst ist es von Arizona nach Florida umgezogen, weil die Bedingungen dort noch besser seien.

Für das Jahr 2018 ist sein Schwerpunkt klar definiert. Das Kurze Spiel muss wieder besser werden. Das sei in der abgelaufenen Saison verletzungsbedingt zu kurz gekommen – im wahrsten Sinne… Dabei ist das Spiel um und auf dem Grün eine seiner großen Stärken. 2012 in Medinah beim Ryder Cup lochte er den entscheidenden Putt zum Sieg der Europäer; ein unvergesslicher Augenblick für den einstigen Amateur aus dem Örtchen Mettmann in Nordrhein-Westfalen. Kaymer: „Dieser eine Putt ist das Erste, worauf mich die Leute ansprechen, wenn sie zum ersten Mal mit mir reden.“ Für ihn war dieses Putt ein Geschenk, trotz des immensen Drucks. Kaymer: „Für solche Gelegenheiten spielen und trainieren wir doch. Ich wollte ihn machen.“

Martin Kaymer und der Riesenpott der PGA Championship 2010.

Zum Glück hat er ihn dann auch gemacht. Das so erfolgreiche Jahr 2012 endete für den Rheinländer mit einem weiteren gigantischen Sieg. Er gewann die Nedbank Golf Challenge in Südafrika, ein Einladungsturnier, und kassierte satte 1,25 Millionen Dollar. Entsprechend hoch waren die Erwartungen für 2013. Der Ryder Cup-Held aber rutschte in ein kleines sportliches Tief, das Jahr ging ohne einen Sieg zu Ende. Dann 2014, ein irres Jahr. Erst die Players Championsship, dann die US Open, sein zweiter Majorsieg nach der PGA Championship 2010  und der erste US Open-Triumph eines Kontinentaleuropäers. Kaymer kletterte in der Weltrangliste wieder nach oben, gewann mit seinen europäischen Kumpels zum dritten Mal in Folge den Ryder Cup, bei dem er Bubba Watson mit einem Chip-in im Einzel besiegte. Zum guten Schluss holte sich Martin nach nur zwei Runden noch den PGA Grand Slam of Golf in Southampton auf den Bermuda-Inseln – ein Rekordjahr, sportlich und finanziell!

Seitdem ist es ruhiger geworden um Martin Kaymer, der bei den olympischen Spielen 2016 in Brasilien auf dem 15. Rang landete und „viel für den Sport und das Leben gelernt“ hat. Das schöne: Kaymer war bisher immer dann stark, wenn man nicht wirklich mit ihm rechnete. Klingt nach einem starken Jahr 2018!

Der Putt seines Lebens. Aus rund zwei Metern sicherte Martin Kaymer 2012 den Sieg des Euro-Teams über die USA beim Ryder Cup.

 

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