Walter Hagen

Walter Hagen

Land
Vereinigte Staaten
Geburtsdatum
21.12.1892
Körpergröße
1,72 cm
Körpergewicht
84 Kg
Profi seit
1912

Der legendäre Walter Hagen sagte einmal: „Im Leben sollte man niemals hetzen, sich niemals Sorgen machen und sich immer Zeit nehmen, die Blumen am Wegesrand zu riechen.“ Und danach handelte er. So wurde Walter Hagen zu einem der interessantesten und populärsten amerikanischen Sporthelden der 1920er-Jahre.

In Erinnerung geblieben sind nichtnur seine herausragenden Erfolge als Golfspieler, sondern ebenso sein Beitrag zur Verbesserung des gesellschaftlichen Status’ profes-sioneller Golfer. „All’ die Pros, die inzwischen die Chance haben, sich das große Geld zu holen, sollten sich jedes Mal, wenn ihnen ein Scheck überreicht wird, im Stillen bei Walter Hagen bedanken“, schrieb einmal sein guter Freund und Rivale Gene Sarazen. „Walter war derjenige, der das Profigolfspiel zu dem gemacht hat, was es heute ist.“

Walter Hagen wurde in bescheidene Verhältnisse in Rochester, New York, hineingeboren. Schon früh war er entschlossen, die Armut seiner Jugendjahre hinter sich zu lassen und ausreichend Geld zu verdienen, um sich ein richtig schönes Leben leisten zu können. Walter Hagen war ein attraktiver Mann und machte in modischer Golfkleidung eine ausgesprochen gute Figur. Am Kartentisch pflegte er alles aufs Spiel zu setzen. Überhaupt liebte er es, ausschweifende und kostspielige Feste zu feiern, die er ausnahmslos als Letzter verließ.

Walter Hagen war ein attraktiver Mann und trug stets modische Golfkleidung

1914 fand die US Open im Midlothian Country Club in Chicago statt. Walter Hagen eröffnete mit einer Rekordrunde von 68 Schlägen und stellte am Ende den damaligen US Open-Rekord ein. Als Preisgeld gab es 300 Dollar; und sein Traum vom Lebensstil eines Millionärs begann. Seinen Erfolg im damals noch sehr
verbreiteten Matchplay verdankte er seiner Fähigkeit, sich genial aus schwierigen Situationen zu retten. So verlor er von 1921 bis 1928 von 33 Matchplay-Duellen nur ein einziges; den legendären Bobby Jones deklassierte er 1926 über die angesetzten 72 Bahnen mit 12&11. Deshalb galt er auch als großer Favorit, als er zum ersten Mal zur Open reiste. Gleich bei seiner Ankunft in Royal St. Georges aber musste Walter Hagen erfahren, dass er das Clubhaus nicht betreten durfte, weder um sich umzuziehen noch um zu essen. Dieses Verbot galt in der damaligen Zeit für alle Pros. Der Amerikaner brachte seinen Unwillen über diesen Snobismus deutlich zum Ausdruck und reagierte auf eine für ihn typische Weise, indem er eine Daimler-Limousine, einen Chauffeur und einen Diener anmietete. Er parkte das Auto vor der Eingangstür des Clubhauses und ließ sich und seine Schläger jeden Tag vom Diener am 18. Loch abholen. Nachdem er jedoch in der Eröffnungsrunde für die ersten neun Löcher 37 Schläge benötigt hatte, brauchte er 48 für die zweite Etappe und schaffte es in keiner der vier Runden, unter 80 zu bleiben. Trotz allem – und dies war wiederum typisch für Hagen – wandte er sich nach der letzten Runde an die Zuschauer und versprach: „Ich komme wieder!“

Ryder Cup 1929 im Moortown Golf Club in Leeds, England: Walter Hagen ging als Playing Captain fürs US-Team an den Start. Doch es reichte nicht, denn die britische Mannschaft siegte mit 7:5 Punkten.

Er war auf dem 53. Platz gelandet und damit Vorletzter geworden, was ihn wenig störte. Er hatte seinen Standpunkt klar-gemacht. Nur zwei Wochen später schlug er dasselbe Spielfeld bei der French Open. Völlig abgebrannt kehrte er aus England in die Vereinigten Staaten zurück, lieh sich das Geld für die Taxifahrt vom Hafen zum Hotel, mietete dort die beste Suite, bestellte eine Kiste Scotch und 500 Dollar Bargeld aufs Zimmer und entspannte sich. Walter Hagen war einfach nicht bereit, seine Ruhe und seine Freude am Leben durch irgendwelche Sorgen beeinträchtigen zu lassen. „Ein paar Turniere und er war wieder aus den roten Zahlen heraus“, berichtete sein Konkurrent Gene Sarazen. Walter Hagen war ein Showman, was sein Golfschwung widerspiegelte: ER WAR VOLLKOMMEN SORGLOS.

An einem Tag war er ganz oben, am nächsten ganz unten. Das exakte Gegenteil einer peinlichen Niederlage war Walter Hagens Sieg bei den Open im schottischen Muirfield im Jahre 1929. Es war ein Ryder Cup-Jahr und George Duncan hatte Walter Hagen im Singlematch in Moortown mit 10&8 vernichtend geschlagen. Hagens Caddie war von diesem Ergebnis vollkommen entmutigt, Walter jedoch nicht. Er kaufte seinem Taschenträger ein neues Outfit, nahm ihn mit nach Muirfield und gewann die Open zum vierten und letzten Mal.

Walter Hagen beim Abschlag am 14. Loch der Open 1929 im schottischen Muirfield. Mit seinem Spiel begeisterte er die Zuschauer und gewann nach 1922, 1924 und 1928 seinen vierten Open-Titel.

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