Xander Schauffele siegte bei der Greenbrier Classic 2017.

Xander Schauffele

Land
USA
Geburtsdatum
25.10.1993
Körpergröße
1,78 m
Körpergewicht
77
Profi seit
2015
Trainer
Stefan Schauffele
Website

Xander Schauffele ist Mitglied in der PGA of Germany! Als gegen Ende des vergangenen Jahres die German Order of Merit, die Rangliste aller in Deutschland registrierten Berufsgolfer, veröffentlicht wurde, führte diese weder Martin Kaymer noch Alex Cejka oder Marcel Siem an. An der Spitze stand ein junger Mann, der im Oktober 1993 im kalifornischen La Jolla geboren worden war: Xander Schauffele. Oder, um bei den Vornamen ganz präzise zu sein: Alexander Victor. So jedenfalls steht der Name nicht nur in Xander Schauffeles amerikanischen Dokumenten, sondern auch in seinem deutschen Reisepass.

BMW Championship 2018: (Ale)Xander Victor Schauffele.(Foto. Cliff Hawkins/Getty Images).

BMW Championship 2018: (Ale)Xander Victor Schauffele. (Foto. Cliff Hawkins/Getty Images).

Sport-Familie Schauffele mit deutschen Wurzeln
Stefan, der vater von Xander Schauffele, stammt aus Stuttgart. Stefan Schauffele war ein erfolgreicher Zehnkämpfer, bis ihm ein betrunkener Jugendlicher frontal ins Autor fuhr und er sein linkes Augenlicht verlor. Daraufhin wandte er im Alter von 20 Jahren dem Schwabenländle den Rücken zu und fing in Amerika von Neuem an. Er wurde Golflehrer, baute eine Firma für Golf-Accessoires auf, heiratete und bekam zwei Kinder – Nicolas und Xander Schauffele. Bis heute war und ist Vater Stefan der einzige Schwungcoach von Xander Schauffele.
In der schwäbischen Linie der Familie Schauffele versammeln sich großartige Sport-Gene. Xanders Großväter waren gute Fußballer: Johann Hoffmann schaffte es ins österreichische Nationalteam, und Richard „Molly“ Schauffele spielte in der Bundesliga für den VfB Stuttgart. Nach ihm wurde die 1967 erbaute Sporthalle im Neckarpark, also ganz in der Nähe des VfB-Stadions, benannt.

Mitglied der PGA of Germany
Als Xander am 1. Januar 2017 seinen Mitgliedsantrag bei der PGA of Germany einreichte, hatte man dort mit ihm erst einmal nicht gerechnet. Dann aber tauchte er sehr schnell auf in der hauseigenen Rangliste der deutschen Berufsgolfer, die über Jahre von Kaymer, Cejka, Siem und natürlich Bernhard Langer dominiert worden war.
Wer als Playing Pro Mitglied der PGA of Germany sein möchte, muss über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügen, das 18. Lebensjahr vollendet haben und bei den Herren eine Stammvorgabe von Null aufweisen. Das alles traf auf Xander zu. Seitdem gehört er zu den fünf Prozent der Playing Pros in der PGA of Germany, deren Mitglieder sich in großer Mehrheit als Teaching Pros betätigen.

BMW Championship 2018: Xander Schauffele. (Foto: Drew Hallowell/Getty Images)

BMW Championship 2018: Xander Schauffele. (Foto: Drew Hallowell/Getty Images)

Multi-Kulti Schauffele auf Erfolgskurs
Xander hätte eine andere zweite Staatsbürgerschaft beantragen können. Die taiwanesische oder die japanische durch seine Mutter; oder die französische, weil eine Großmutter Französin war. Er aber entschied sich für die deutsche und schaffte damit die Voraussetzung für die Aufnahme in die German Order of Merit, die er dann auch gleich gewann.
Schauffeles Jahr 2017 entwickelte sich so erfolgreich, wie es sich der schmächtig wirkende junge Mann nie hätte träumen lassen. Nachdem er 2015, seinem ersten Profijahr, ein kleineres Turnier gewonnen hatte, folgten 2017 seine ersten Siege auf der PGA Tour. Zunächst die Greenbrier Classic, dann, zum Finale der PGA Tour, die Tour Championship, die er mit zwölf Schlägen unter Par und einem Schlag Vorsprung auf Justin Thomas gewann.
Im Oktober 2017 erhielt Xander eine weitere wichtige Auszeichnung, denn die amerikanische PGA Tour ernannte ihn zum „Rookie of the Year“, also zum
„Neuling des Jahres“.
Und das absolut zu Recht: Xander hatte bei 28 gespielten Turnieren 20 Mal den Cut überstanden, vier Mal die Top-Ten erreicht und zwei Turniere gewonnen.
Selten schaffen es Tour-Neulinge, sich für die Tour Championship zu qualifizieren. Vor Xander war es keinem Rookie gelungen, die Tour Championship dann auch gleich beim ersten Versuch zu gewinnen. Im FedExCup-Ranking wurde er Dritter. Und die PGA-Statistik zum durchschnittlichen Score schloss er auf Rang 27 ab; mit seinen 70,163 Schlägen pro Runde lag er einen Platz vor Phil Mickelson (70,168 ).
Wer, wie Schauffele, einen deutschen Pass hat, könnte damit doch grundsätzlich fürs europäische Team im Ryder Cup oder für Deutschland bei Olympia spielen… Könnte. Schauffele war ganz klar ein heißer Anwärter auf eine der Wildcards für den Ryder Cup im September 2018. Er schrammte um Haaresbreite an der Teilnahme – für das amerikansiche Team – vorbei. Sein Tourkollege Tony Finau erhielt die Chance durch Team-Kapitän Jim Furyk. Manager Ross Chouler sagt: „ Xander wird sich weiterhin  durch gutes Spiel in Position bringen“.
Auch dabei ist (Ale)Xander auf dem allerbesten Weg!

Zuletzt gewann er die Wolrd Golf Championschips – HSBC Champions im chinesischen Sheshan International GC bei Shanghai.