Deutschland

GC München-Riedhof: Wohlfühloase mit Liebe zum Detail

Der Name Riedhof fällt häufig unter Golfern. »Starke Anlage«, »muss man mal spielen«, »kommst nicht dran vorbei, wenn du in München bist« – das sind die klassischen Aussagen über diesen Club. Das Golf Magazin kann sich dem Tenor nur anschließen.

Wolfratshausen? Da klingelt’s durchaus noch bei Personen, die irgendwie politisch interessiert sind. Hier wohnt Edmund Stoiber, der ehemalige Bayerische Ministerpräsident und CSU Grande. Und in seinem Haus tüftelte er einst beim Frühstück mit Angela Merkel die Bundeskanzlerkandidatur aus. Unser Zielort ist natürlich ein anderer: Über die Sauerlacher Straße geht’s nach dem Ortsschild über eine in Bayern sehr bekannte Brücke. Hier ist der Einstieg zu den zünftigen Floßfahrten nach München und ein paar Kurven weiter biegt man nur wenige Kilometer von der Stoiberschen Residenz links ab zum Riedhof. Hohe Bäume, sattes Grün – Idylle pur. Eine schmale Straße schlängelt sich zwischen den Bahnen 3 und 15 vorbei hoch zu dem hübschen Gut. Die Zufahrt ist so pittoresk, dass sie auch in jeder Rosamunde-Pilcher-Serie für Atemlosigkeit sorgen würde. 

Die Anfahrt alleine ist ein kleines Erlebnis und bildet quasi den Auftakt für mehrere Stunden Wohlfühl-Oase GC Riedhof. Der kurze Weg vom Parkplatz durch das imposante Tor des Hofguts mit dem oben verzierendem Club-Emblem und durch den begrünten Innenhof zum Clubhaus setzt klare Signale: Im Riedhof wird auf Details und Akkuratesse geachtet. Es ist unmöglich, sich dem stilvollen Charme zu entziehen. Spätestens auf dem Hofgut, und auch wenn der Tag noch stressig war, kommen Mitglieder und Gäste »sehr schnell runter« und schalten in den Wohlfühlmodus um. Kariem Baraka, ehemaliger Tour-Professional und seit Jahren Geschäftsführer im Riedhof, setzt diese Vision richtiggehend gut um. Gemeinsam mit dem Vorstand hat er immer wieder nachjustiert, mal mit kleineren Dingen, mal mit größeren Projekten. In jüngerer Vergangenheit wurden alle Grüns renoviert und eine neue Kurzspiel-Area samt großzügigem Putting-Grün installiert. Selbstverständlich ist dieser Übungsbereich von Bahn drei optisch mit einer flachen Hecke abgegrenzt worden.

Dass im Riedhof die Bälle auf der Range kostenlos sind und als Pyramide an jedem Abschlagsbereich aufgestellt werden – das gehört einfach zum Service dazu. Also nichts wie raus auf den Platz und weiter genießen. Im Anschluss wartet die Gastronomie mit kreativer, mediterraner Küche auf die Golfer. Die schmucke Terrasse eignet sich auch bestens um die verbrachten Stunden entsprechend angenehm ausklingen zu lassen. Je nach Tisch kann man die golferischen Fertigkeiten der anderen Spieler an Abschlag eins und Grün 18 live verfolgen. So eine Runde im Riedhof hat was, ach ja, das war ja noch die Zufahrt. Jetzt geht es in die andere Richtung, und es ist erneut ein Erlebnis zum Abschied. Vielleicht sollte man es auch als Zeichen deuten, um bald mal wieder zu kommen. 

GC München-Riedhof: 74

Index: 0,87/1,20

Anspruch: 13/24

Zustand: 11/12

Design: 21/24

Kulisse: 14/20

Service: 15/15

Bonus: 0/5

GC München-Riedhof 

Riedhof 16, 82544 Egling 

Tel.: 08171 / 219 50, riedhof.de   

18 Löcher, 5.873/5.172 Meter (H/D) 

Par 72, CR 71,5/73,5, Slope 132/133 

Greenfee: 110 Euro (Abschlag bis 10 Uhr: 80 Euro) 

Heinz Fehring (80) ist unbestritten eine Institution im deutschen Golf. Er bildete einst Bernhard Langer als Pro aus und hat sich auch einen Namen als Platzarchitekt gemacht. Schon sind wir bei seinem Aushängeschild, dem Riedhof südlich von München. Es sind 18 wunderbare und abwechslungsreiche Bahnen in der leicht hügeligen oberbayrischen Landschaft. Der Höhepunkt ist das Areal um Grün 5 und Abschlag 6: Dort gibt’s einen herrlichen Blick auf die Alpen. Doglegs, Wasser, erhöhte Abschläge – dem Golfer wird das volle Programm geboten, und darin inkludiert ist ein Pflegezustand, der in allen Bereichen als perfekt bezeichnet werden kann. Trotz vieler Raffinessen und Tücken ist der Kurs fair und angenehm zu bewältigen. Der ein oder andere Drei-Putt ist im Greenfee enthalten, weil die Grüns auch an Werktagen ein Tempo haben, das man so nicht gewohnt ist.