Das Par im Golf

U.S. Open – Preview Day 2

Das Par ist die Schlagzahl, die ein Scratch-Golfer (Handicap 0) für ein Loch realistischerweise benötigen sollte. Hierbei wird von einem fehlerfreien Spiel ausgegangen und es werden 2 Putts pro Loch als Standard angesehen. Wenn man an einem Par-4-Loch also das Grün mit 2 Schlägen erreicht, nennt man dies ein Grün in Regulation. Doch wie wird das Par berechnet und welche Faktoren spielen noch eine Rolle? Wir haben die Antwort. 

– von Lars Vieluf

Das Par ist von der Länge des jeweiligen Loches abhängig. Je nachdem, ob ein sehr guter Golfer das Grün mit einem, zwei oder drei Schlägen das Grün erreichen kann, ist das Loch ein Par 3,4 oder 5. Hierbei gilt die Regel, dass ein Loch, welches unter 200 (Damen)/230 (Herren) Meter lang ist, ein Par 3 ist, ein Loch von 200-366/230-430 Metern ein Par 4 ist. Ein Loch über 367/430 Meter ein Par 5 ist. Es kann aber auch Abweichungen je nach Lochdesign und anderen Spielbedingungen geben.

Wenn ein Loch zum Beispiel 226 Meter lang ist, aber ein extrem starkes Gefälle beschreibt, kann es auch als Par 4 gespielt werden. Meistens gibt es auf einem 18-Löcher-Golfplatz vier Par-3, zehn Par-4 und vier Par-5-Löcher, sodass das Gesamtpar des Platzes 72 beträgt. Dieses Ergebnis wird -wie der Name schon sagt- von einem professionellen Golfspieler durchschnittlich erwartet, denn Par ist eine Abkürzung für „Professional Average Result“.

Das Course-Rating und der Slope

Das Par gilt nur als Richtwert und wird beim Stableford-System verwendet, hat aber keinen Einfluss darauf, wie schwer ein Platz gewertet wird. Hierfür gibt es Slope und Course-Rating. Das Course-Rating gibt an, wie viele Schläge ein Scratch-Golfer bei normalen Wetterbedingungen durchschnittlich erreichen sollte. Anders als beim Par wird hier nicht nur die Länge, sondern auch die Schwierigkeit der Löcher bewertet. Hindernisse wie Bunker, Wasserhindernisse, Aus, tiefes Rough, Beschaffenheit der Grüns etc. werden in die Berechnung einbezogen. Das Slope Rating beschreibt die Schwierigkeit eines Platzes für Bogey-Golfer im Verhältnis zum Scratch-Golfer. Hierbei wird für den Bogey Golfer das Bogey Rating betrachtet. Also die Schlaganzahl, die ein Bogey-Golfer bei normalen Bedingungen auf diesem Platz durchschnittlich erreicht. Hierbei werden nochmals andere Landezonen bewertet, weil Bogey-Golfer geringere Schlagweiten haben.

(Photo credit should read JIM WATSON/AFP/Getty Images)

Nehmen wir beispielsweise ein 400 Meter langes Par 4 mit 100 Grad Dogleg ohne Bäume. Der Bogey-Golfer muss entlang der Bahn spielen und hat im Schnitt dann einen 100 Meter langen dritten Schlag ins Grün. Während der Scratch-Golfer durch seine Schlagweite das Loch soweit abkürzen kann, dass er einen 80 Meter langen zweiten Schlag hat. Diese Faktoren werden stark in die Berechnung mit einbezogen, weil das Loch für Scratch-Golfer viel einfacher ist, als für Bogey-Golfer. Für die Berechnung des Slopes wird vom Bogey-Rating das Course-Rating abgezogen und das Ergebnis mit einer Konstanten multipliziert. Für die Berechnung der Schläge über Par, die ein Golfer mit einem bestimmten Handicap für einen Platz benötigen darf, wird folgende Formel verwendet: Stammvorgabe x (Slope-Wert/113)-Course-Rating+Par .

Par ist nicht gleich Par

Die Zahl, die herauskommt, wird gerundet und dann als Spielvorgabe für den Spieler verwendet.  Wenn ein Platz 6 Par-3 mit 110 Meter Länge und 12 Par-4 mit 250 Meter Länge hat und der andere Platz sechs 175 Meter lange Par-3 und zwölf 350 Meter lange Par-4 hat, sind beide Plätze Par-66, aber da der zweite Platz deutlich länger und schwieriger ist, darf auch der Golfer durch ein höheres Course-Rating und Slope mehr Schläge benötigen. Würde ein Golfer mit Handicap 15 bei einem Course Rating von 65 und einem Slope von 115 eine Vorgabe von 14 haben, hat er beim schwierigeren Platz mit CR 70 und einem Slope von 125 eine Vorgabe von 21. Diese Anzahl an Schlägen darf er über Par spielen.

Wenn man einen Schlag mehr als Par an einem Loch spielt, spricht man von einem Bogey, zwei Schläge über Par werden als Double-Bogey, drei als Triple-Bogey, etc. bezeichnet
Wenn man einen Schlag weniger als Par an einem Loch benötigt, ist dies ein Birdie, zwei Schläge unter Par ein Eagle, drei Schläge ein Albatros und ein Hole-in-One an einem Par 5 nennt man Condor.