KSK schießt scharf in Abu Dhabi

Golf, Reise, Lifestyle & Auto. Während des Roadtrips Drive2Drive verbindet das GOLF MAGAZIN die schönsten Nebensachen der Welt. Mit unserem Partner Porsche fahren wir eine Woche durch die Vereinigten Arabischen Emirate, spielen die besten Golfplätze, besuchen die Hotspots der Region und stellen die schönsten Golfhotels vor.

Folge 4:

KSK schießt scharf in Abu Dhabi

Vier tolle Golfplätze, vier anstrengende Golfrunden, vier miserable Scorekarten. Sportlich haben wir uns bisher wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Es ist an der Zeit, dass wir während unseres Roadtrips Drive2Drive durch die Vereinigten Arabischen Emirate Lehrunterreicht bei den Großen, ach was, bei den Größten der Zunft, nehmen!

Wir packen daher unsere Koffer, verlassen Dubai und fahren exakt 63 Minuten wie auf Schienen (im Gegensatz zum Vortag klappt alles wie am Schnürchen mit dem Navigationssystem – siehe dazu Folge 3) nach Abu Dhabi. Hier in der Hauptstadt des gleichnamigen Emirates hat sich in diesem Jahr bei der Abu Dhabi Championship ein Starterfeld angemeldet, das fast schon einem Majorevent gleicht.

Rickie Fowler, Rory McIlroy und erstmals überhaupt bei einem Turnier der European Tour teet auch Supersupersuper-Star Jordan Spieth auf. Aber auch die deutschen Farben sind mit einem starken Trio vertreten. Martin Kaymer, der hier dreimal (2008, 2010 und 2011) gewinnen konnte, Marcel Siem und Max Kieffer bilden hier so etwas wie eine KSK-Einheit des deutschen Golfsports. Und unser Kommando Spezialkräfte (KSK) schießt die vier Tage auf dem Platz des Abu Dhabi Golf Club wirklich scharf. Allen voran brilliert Marcel Siem auf dem 6.706 Meter langen Champions Course, der im Jahr 2000 eröffnet wurde und von Peter Harradine designt wurde. Nachdem er zuvor in Johannesburg am Schlusstag noch Nerven zeigte und mit einer 73 eine Top-Platzierung verspielte, glänzt Marcel mit seiner besten Leistung an den vier Turniertagen, locht an der 18 seinen Birdieputt zur 67 und schiebt sich auf einen hervorragenden geteilten fünften Platz.

Ebenfalls an der 18 holt sich Martin Kaymer den Applaus der Zuschauer ab. An dem Par 5 verpasst er haarscharf das Eagle, locht sicher zum Birdie und landet letztlich auf Rang 16. Martin verspielte eine bessere Platzierung schon an Loch 7. Doch trotz des Triple Bogey kämpfte sich unsere Nummer eins zurück und beendet die Abu Dhabi Open mit 280 Schlägen.

Genauso viele benötigt Max Kieffer, der zufrieden ist, aber noch „nicht das Optimum herausgeholt“ hat. Solche Kampfansagen hört man doch gerne. Dennoch ist ein 16. Platz bei so einem Spitzenturnier für Max natürlich als Erfolg zu werten und macht Mut für den weiteren Saisonverlauf. Auch Mama Kieffer, die ihren Sohn in die Emirate begleitet, war glücklich über die Leistung ihres Filius, der sich unmittelbar nach seinem letzten Putt Richtung Flughafen aufmachte. Denn Zeit zur Entspannung bleibt für die Profis nicht. Das Turnier in Katar steht auf dem Programm.

Mama Kieffer hingegen lässt noch ein paar Tage die Seele baumeln und steigt im The St. Regis in Abu Dhabi ab. So ein Zufall: Das ist auch unsere nächste Station auf unserem Roadtrip. Zuvor heißt es aber auch für uns, den Schläger im Abu Dhbai Golf Club schwingen.

Wir haben die große Ehre und dürfen am Morgen nach dem Turnier den Championscourse spielen und schlagen von den gleichen Teeboxes ab wie Spieth und Co. Sogar die Fahnenposition bleibt unverändert. Zum ersten Mal in unserer ohnehin nur überschaubaren Golflaufbahn können wir uns so auf gewisse Art und Weise mit den Besten der Welt messen.

Ob es sinnvoll war, dass wir daher für eine Nacht im Clubhotel The Westin Abu Dhabi Golf Resort & Spa eingecheckt haben, wird sich noch zeigen. Zwar ist es für uns nur ein Katzensprung nach dem Frühstück zur Driving Range, gleichzeitig blicken wir aber auch direkt aus unserem Zimmer auf die Spielbahnen, die uns schon aus der Ferne Angst einflößen. Zur Sicherheit kaufen wir im Pro Shop noch ein weiteres Dutzend Bälle. Wir werden sie wohl brauchen.

Mut macht uns allerdings ausgerechnet Rickie Fowler. Der Star aus den USA gewann das Turnier zwar mit 272 Schlägen und einer 69 am Schlusstag, leistet sich aber am letzten Tag auch ein Double Bogey. Somit gehen wir mit einem möglicherweise realistischen Ziel auf die Runde: Kaymer (Triple Bogey) und Fowler (Double Bogey) zumindest ein Loch abzunehmen…

Lesen Sie auch:

Folge 3 – Böse Bunker im Els Club

Folge 2 – Sechs Überlebenstips für die Wüste

Folge 1 – Esel, Kamele, keine Birdies