Golf Club Magazin Niedersachsen

Afrikanische Termiten befallen Golfclub Thülsfelder Talsperre – Experten schlagen Alarm

Der Golfclub Thülsfelder Talsperre sieht sich plötzlich mit einem ungewöhnlichen Problem konfrontiert: Afrikanische Termiten sollen sich auf der Anlage ausbreiten. Die Erklärungen dafür wirken erstaunlich plausibel – zumindest auf den ersten Blick.

Afrika in Niedersachsen? Dieser Hügel in Thüle überrascht – und täuscht zugleich. (Foto: GC Thülsfelder Talsperre)

Thülsfeld, 1. April 2026 – Was zunächst wie harmlose braune Erdhügel zwischen den Fairways aussah, entpuppt sich nun als ernstzunehmende Bedrohung – oder zumindest als solche, die auf den ersten Blick schwer von ihr zu unterscheiden ist: Auf dem Gelände des Golfclubs Thülsfelder Talsperre breitet sich eine afrikanische Termitenart rasant aus. Die Insekten, bekannt für ihre enorme Zerstörungskraft, haben bereits mehrere Holzbrücken und Bänke befallen. Laut Experten handelt es sich um eine invasive Art, deren Auftreten in dieser Region ein ernstes ökologisches Warnsignal darstellt.

Eingeschleppt durch tropische Früchte und Reisende

Wissenschaftler führen die Ausbreitung der Termiten auf zwei Hauptursachen zurück: den globalen Handel mit tropischen Früchten – insbesondere Mangos und Ananas – sowie auf eine überraschende Quelle: Golfreisende.

„Es ist gut möglich, dass einzelne Termiten oder deren Eier im Gepäck von Golfspielern mitgebracht wurden, die an Golfreisen nach Süd- und Ostafrika teilgenommen haben“, sagt Dr. Annett Klausner, Biologin an der Universität Oldenburg. „Kleidung, Golftaschen oder sogar Schuhprofile können als Transportmittel dienen. Zusammen mit der verstärkten Einfuhr tropischer Früchte bilden diese Wege ein nahezu perfektes Einschleppungsnetz.“

Clubpräsident Bernhard Broermann zeigt sich alarmiert: „Wir stehen in engem Austausch mit Fachbehörden und haben bereits erste Maßnahmen zur Eindämmung eingeleitet. Der Schutz unserer Anlage und unserer Mitglieder hat oberste Priorität.“

Klimawandel als Nährboden für das Problem

Neben der Einschleppung begünstigt vor allem der fortschreitende Klimawandel die Etablierung der wärmeliebenden Termiten. Milde Winter und zunehmend feuchte Sommer sorgen in Nordwestdeutschland für klimatische Bedingungen, die früher nur in tropischen Regionen herrschten.

„Afrikanische Termiten benötigen konstante Temperaturen über 10 °C und eine gewisse Luftfeuchtigkeit – beides ist in der Region mittlerweile erstaunlich zuverlässig gegeben“, erklärt Dr. Klausner. „Was früher ein natürlicher Schutz durch Kälte war, fällt heute zunehmend weg.“

Platzwart Michael Simfeld, der die ersten Anzeichen bereits im März bemerkte, berichtet: „Zuerst dachten wir an Maulwürfe oder Ameisenhügel – im Nachhinein wären uns die vermutlich lieber gewesen.“

Maßnahmen und Appell an Mitglieder

Der Golfclub hat inzwischen ein Schädlingsbekämpfungsunternehmen aus Cloppenburg beauftragt und setzt auf eine Kombination aus thermischer Behandlung befallener Holzbereiche sowie den Einsatz natürlicher Fressfeinde. Auch die Mitglieder wurden sensibilisiert, auf Reisen nach Afrika besonders auf die Reinigung ihrer Ausrüstung zu achten – und im Zweifel lieber einmal mehr hinzusehen.

„Das ist ein Paradebeispiel dafür, wie globale Mobilität, Konsumverhalten und Klimaveränderungen zusammenwirken und plötzlich mitten in Niedersachsen ein tropisches Problem schaffen – schneller, als man denkt“, sagt Dr. Klausner.

Ein regionales Problem mit internationaler Dimension

Der Fall am Golfclub Thülsfelder Talsperre ist kein Einzelfall. Auch andere Freizeit- und Sportanlagen im Norden Deutschlands melden vermehrt Sichtungen ungewöhnlicher Insektenarten. Die Behörden mahnen zur Wachsamkeit.

Clubpräsident Broermann richtet sich an Politik und Öffentlichkeit: „Wir brauchen jetzt klare Richtlinien für den Umgang mit invasiven Arten, strengere Kontrollen bei Importwaren und ein Bewusstsein dafür, dass wir uns als Gesellschaft besser auf diese Entwicklungen einstellen müssen.“

Ein genauerer Blick auf den Kalender relativiert die Lage allerdings: Heute ist der 1. April.