Bernd Wiesberger meldet sich zurück: Nach 1.792 Tagen ohne Titel gewinnt der Österreicher die Volvo China Open mit 19 unter Par und drei Schlägen Vorsprung. Der Sieg beendet eine schwierige Phase nach dem LIV-Golf-Abenteuer und sichert Wiesberger die Tour-Karte für zwei weitere Saisons. Für den 40-Jährigen ist es ein emotionaler Neustart auf der DP World Tour.
Vom Ryder-Cup-Star zum Außenseiter
Bernd Wiesberger tauchte länger nicht mehr in den Schlagzeilen auf. Der Burgenländer konnte zwischen 2012 und 2021 acht Siege auf der DP World Tour feiern. In der Weltrangliste stand er zu seinen besten Zeiten kurz vor der Top 20 (Bestwert Platz 21). Eine Zeit lang war er Stammgast bei den Majors und qualifizierte sich 2021 als erster Österreicher überhaupt für das europäische Ryder-Cup-Team.
Seither war es sportlich eher ruhig um den heute 40-Jährigen. Wiesberger wechselte in die LIV Golf League, ohne dabei weitere Glanzpunkte setzen zu können. Nach zwei Jahren war Schluss mit dem Abenteuer, das sportlich nicht wunschgemäß verlief.
2024 ging es auf die DP World Tour zurück. Während die Saison 2024 unter anderem mit einem zweiten Platz bei der European Open in Green Eagle als Höhepunkt noch solide verlief, endete die vergangene Saison im Race to Dubai weit außerhalb der besten 100 Spieler. Eine Enttäuschung für Wiesberger, der im Oktober 2025 seinen 40. Geburtstag gefeiert hatte.
Die Wende in China
Bei der Volvo China Open folgte nun die Wende. Dank vier enorm konstanten Turniertagen inklusive einer nervenstarken und fehlerfreien 68 am Sonntag profitierte er von späten Patzern des Spaniers Adrian Otaegui und verdrängte ihn schließlich von der Spitze des Feldes. Mit 19 unter Par insgesamt hatte er einen Vorsprung von drei Schlägen.
„Es waren ein paar harte Jahre. Eine unglaubliche Woche. Ich habe heute mein Herz auf dem Platz gelassen, es war phasenweise nicht schön, aber ich habe es durchgezogen.“
„Es waren ein paar harte Jahre“, gestand er nach der Finalrunde sichtlich bewegt. „Eine unglaubliche Woche. Ich habe heute mein Herz auf dem Platz gelassen, es war phasenweise nicht schön, aber ich habe es durchgezogen. Adrian ist ein großartiger Konkurrent und hatte eigentlich alles unter Kontrolle. So ist Golf manchmal. Ich bin unglaublich stolz darauf, in letzter Zeit auf dem Platz durch schwierige Phasen gegangen zu sein. Dieser Sieg ist für alle zu Hause – ich könnte nicht glücklicher sein.“
Die „harten Jahre“ sollen nun erstmal hinter ihm liegen. Exakt 1.792 Tage nach seinem bislang letzten Titel bei der Made in HimmerLand in Dänemark im Mai 2021 konnte Wiesberger endlich wieder einen Pokal in den Himmel stemmen.
Was der Sieg wirklich bedeutet
Der Titel ist nicht nur wegen der gut 400.000 Euro Preisgeld so wertvoll. Er bringt Wiesberger ab sofort in eine deutlich höhere Kategorie und sicher in die Felder lukrativer Turniere der Rolex Series. Darüber hinaus ist ihm die Tour-Karte für die nächsten beiden Saisons sicher.
„Ich freue mich jetzt darauf, wieder etwas befreiter aufspielen zu können. Hoffentlich kann ich mich auch in die Position bringen, um den zehnten Sieg kämpfen zu können.“
„Ich freue mich jetzt darauf, wieder etwas befreiter aufspielen zu können“, so Wiesberger weiter. „Hoffentlich kann ich mich auch in die Position bringen, um den zehnten Sieg kämpfen zu können.“
Heimspiel in Kitzbühel als nächste Chance
Ein passender Zeitpunkt dazu könnte die Austrian Alpine Open in Kitzbühel sein. Beim einzigen Stopp der DP World Tour in der Alpenrepublik gastieren Wiesberger, Landsmann und Ryder-Cup-Star Sepp Straka und einige weitere Asse der DP World Tour ab dem 28. Mai im Golfclub Kitzbühel-Schwarzsee-Reith.
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