Golfclub Gut Kaden – runderneuert

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Während die einen über die „Golf-Vision 2020“ noch philosophieren, diskutieren und Arbeitsgruppen bilden, wird im Gut Kaden Golf und Land Club gehandelt. Nachhaltig wurde und wird noch in den nächsten Monaten in Platzqualität und Infrastruktur investiert. Die profilierte Meisterschaftsanlage im Norden Deutschlands wird noch besser und grüner.

Unter hanseatischen Kaufleuten zählt nach guter, alter Tradition das Wort und der Handschlag. So hält es auch Dr. Lutz Peters. Als der Hamburger Kaufmann im Frühjahr 2012 von der Deutschen Bank AG die 180 Hektar-Anlage Gut Kaden Golf und Land Club in Alveslohe vor den Toren Hamburgs erwarb, erklärte Peters gegenüber dem GOLF MAGAZIN: „Wir werden den Ausbau der Anlage vorantreiben.“ Ein Mann, ein Wort. Ziemlich genau zwei Jahre nach der wegweisenden Aussage haben wir mal geschaut, was sich denn auf Gut Kaden getan hat. Und dürfen feststellen: eine Menge – Gut Kaden 2.0.

Nachhaltige Architektur

Schon beim Einparken künden Bauzäune von reger Tätigkeit auf dem ehemaligen Rittergut. Auf Gut Kaden ist am 2. April 2014 mit dem Bau eines Gästehauses begonnen worden und wurde Anfang 2015 bereits eröffnet. Mit einer überschaubaren Größe von 40 Zimmern gleicher Kategorie (nutzbar als Einzel- oder Doppelzimmer) plus kleinem Wellness- und Fitness-Bereich sowie Konferenzräumen für bis zu 60 Personen führt das künftige Angebot die Philosophie einer persönlichen Atmosphäre und individuellen Betreuung auf Gut Kaden fort. Harmonisch integriert sich dieser Bereich in das bestehende Ensemble der historischen und sonstigen bereits vorhandenen Funktionsgebäude.

Das Besondere an dem neuen Gästehaus: Es wird sowohl nachhaltig als auch energieeffizient gebaut. Zwei ZuhauseKraftwerke der Firma LichtBlick erzeugen Strom über erneuerbare Energie. Das ZuhauseKraftwerk ist ein Mini-Blockheizkraftwerk. Es wandelt Gas in klimafreundlichen Strom um und nutzt die dabei anfallende Wärme zum Heizen. Herzstück des ZuhauseKraftwerks ist die bewährte Motorentechnologie von Volkswagen, die innovative Steuerung kommt von LichtBlick. Das ZuhauseKraftwerk ist wirtschaftlich (Energiekostensenkung durch Eigenstromverbrauch), maßgeschneidert (individuelle Leistungspakete für jeden Bedarf) und umweltfreundlich (60 % weniger CO2-Ausstoß). Dank seiner Technik, Leistungsstärke und Effizienz ist das System laut Hersteller besonders für Mehrfamilienhäuser, Gewerbebetriebe, Industriegebäude, Schulen, Krankenhäuser, Hotels und ebenso für Golfclubs geeignet.

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1.400 Quadratmeter großes Puttinggreen im Golfclub Gut Kaden

Parallel zum Neubau wird aktuell das Souterrain des Herrenhauses um- und ausgebaut. „Hier bekommen wir für unsere Gäste einen wunderschönen Frühstückraum, der sich auch für private Feiern hervorragend eignen wird“, so Gut Kaden-Geschäftsführer Wolfgang Mych. Am 1. April 2015 soll das Gästehaus seinen Betrieb aufnehmen. „Bisher läuft alles nach Plan, bei normalem Bauverlauf sind wir vielleicht sogar eine oder zwei Wochen früher bezugsfertig“, frohlockt Mych. Nachhaltigkeit ist auf Gut Kaden zum System geworden. Ein Pilotprojekt dieser Art ist das im Herbst 2013 erweiterte Puttinggrün hinter der Club-Rezeption.

Hier wurden das bereits bestehende Puttinggrün und das ehemals durch einen Weg abgetrennte Chipping-Grün zu einer gigantischen Putt-Fläche von 1.400 Quadratmetern zusammengelegt und komplett neu aufgebaut. Die Fläche wurde eingeebnet und mit einem neuartigen sowie weitaus pflegeleichteren Rollrasen aus England bedeckt. Das neue Mega-Puttinggrün besteht zu 80 Prozent aus Fescue-Gräsern. Sie sind nachweislich weniger anfällig für Pilz-Krankheiten und garantieren außerdem ein schnelleres und treueres Rollverhalten des Balls.

In der Anschaffung ist die Anlieferung und Verlegung des Rollrasen durch die Experten aus England teurer als eine übliche Einsaat. Durch die Einsparung von Betriebsmitteln aber soll sich die Investition schon nach drei Jahren amortisiert haben. Fescue-Gräser müssen weniger häufig gemäht werden. Sie benötigen außerdem weniger Wasser und Dünger. „Dieser positive Effekt macht sich bereits jetzt bemerkbar“, freut sich Geschäftsführer Mych, „wir werden die Entwicklung weiter genau beobachten und analysieren. Bestätigen sich die ersten Ergebnisse, werden wir alle Grüns auf Gut Kaden mit den pflegeleichteren Fescue-Gräsern versehen.“

Eine aufgehübschte, tolle Anlage

Gut Kaden 2.0 – der Anfang ist längst gemacht. Die Bahn B1 hat bereits im April ein Grün nach dem Vorbild des Pilotprojekts erhalten. Ein höher gelegenes, spektakuläres Grün mit vielen attraktiven Fahnenpositionen wurde von Designer David Krause dichter an den Wasserlauf der Pinnau gelegt. Dazu wurden die Fairwaybunker optimiert, da das Par 4 vom gelben Tee um 31 auf 369 Meter verlängert wurde. Über einen erhöhten Fescue-Anteil im Grün verfügen bereits auch zwei Bahnen, die noch 2013 fertiggestellt wurden und zur Saison 2014 neu in den Spielbetrieb integriert wurden.

Die neuen Bahnen B6 und B7 (beides Par 4) liegen in einem bislang nicht genutzten Waldstück im südlichen Bereich der Anlage. Sie versprühen einen Hauch von Pinehurst, jenem legendärem Resort in North Carolina, wo in wenigen Wochen (12. bis 15. Juni) die US Open ausgetragen werden. Löcher von jenem Charakter hat es auf Gut Kaden bislang nicht gegeben. Sie werten die renommierte Meisterschaftsanlage sowohl optisch als auch spielerisch enorm auf.

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Mit der konzeptionellen Neugestaltung der Bahnführung auf Kurs B sind auch Änderungen auf dem A-Kurs verbunden. Die bisherigen Löcher A7 und A8 wurden auf anspruchsvolle Par 4-Löcher verlängert und auch A6 (Par 3) hat eine signifikante Auffrischung erhalten. Seitlich versetzte sowie verlängerte Abschläge ermöglichen einen besseren Winkel für den Schlag ins Grün. Ein ausgehobener Teich zwischen dem Grün und den mit Steinen befestigten Abschlägen sowie eine neue Holzbrücke und Sichtachsen auf A5 und A9 erhöhen die visuellen Reize. Aus dem einst eher platten Par 3 ist ein schmuckes Loch geworden. Heute gehört es zu den Signature Holes auf Gut Kaden.

Golfclub Gut Kaden

Anspruchsvolle Löcher sind Teil des Golfplatzes in Gut Kaden.

Keine Frage, durch die Entzerrung auf dem B-Kurs und der sportlichen Aufwertung des einst etwas unterrepräsentierten A-Kurs hat die tourerprobte Anlage schließlich ein stattliches Upgrade erhalten. „Uns ist ein entscheidender Schritt nach vorne gelungen“, ist Mych mit den ergriffenen Maßnahmen sichtlich zufrieden, „wir können unseren Gästen heute 27 gleichwertige Löcher mit herausragenden optischen und spielerischen Herausforderungen anbieten.“ Dabei haben Dr. Peters und sein Geschäftsführer die Profiabteilung jedoch keineswegs aus den Augen verloren. Immerhin waren die Stars der European Tour zwischen 1992 und 2007 zwölfmal in Alveslohe zu Gast. „Bei uns wird die Qualität hochgehalten – auch, um jederzeit tourtauglich zu sein“, stellt Mych klar und macht einer ganzen Region Hoffnung, dass der Profi-Golfsport mittelfristig doch noch einmal in den Norden zurückkehren könnte. Gut Kaden 2.0 – eine Golfanlage stellt sich den Herausforderungen der Zukunft.