Golfclub Herzogswalde: Blaues Wunder

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Das Wahrzeichen Dresdens ist die Loschwitzer Brücke über die Elbe, die als „Blaues Wunder“ bekannt ist. Eine gute halbe Stunde davon entfernt ist der Golfclub Herzogswalde dabei, sich ebenfalls zu einer herausragenden Adresse zu entwickeln.

Wenn man von Dresden kommend auf der B 173 mit dem Auto über eine Anhöhe fährt und über das malerische Dorf Herzogswalde ins Weite schaut, mag man seinen Augen kaum trauen. Da erstreckt sich in hügeliger Landschaft ein Golf-Areal, wie man es in der Sächsischen Schweiz nicht erwartet hätte. Und das können wir vorwegnehmen: Bei näherer Betrachtung werden die über 100 Hektar des Golfclubs Herzogswalde (GCH) immer spektakulärer und imposanter.

Aufschwung dank Reinhard Saal

Bis zum Status quo im Spätsommer 2018 musste der vor 1996 gegründete Golfclub Herzogswalde einen langen Leidensweg gehen. Erst mit dem Auftritt des mittlerweile in und um Dresden sehr präsenten Investors Reinhard Saal (67) aus Siegen wendete sich das Blatt vor vier Jahren. Drei Vorbesitzer waren an dem Vorhaben, Golf in der Sächsischen Schweiz zu etablieren, gescheitert. Bei allen guten Absichten konnte der Ruf der „kleinen, schmucklosen 9-Löcher-Anlage“ nie abgeschüttelt werden.

Dass Reinhard Saal die Puste ausgeht oder desillusioniert aufgeben könnte, damit ist nicht zu rechnen. Saal ist ein Macher, der anpackt und durchzieht – und das in der Regel mit Erfolg. So hat der gelernte Fotokaufmann seine Firma „Saal Digital Fotoservice“ in Europa zu einem der Marktführer für Fotoprodukte in Highend-Qualität gemacht. Darüber hinaus hat er in der Region als Immobilien-Investor beachtliche Spuren hinterlassen.

Clubhaus im Golfclub Herzogswalde

Das Clubhaus: Futuristisch gestaltet und mit einem ökologisch nachhaltigen Betriebskonzept.

Er hat die Laubegaster Schiffswerft erstanden, die Mini-Labore des Agfa-Foto-Konzerns übernommen und,
besonders bemerkenswert, in Dresden den geschichtsträchtigen Herzogin Garten samt Orangerie erworben. Die Dresdener Politik schätzt Reinhard Saal als seriösen, verlässlichen Partner.

Umfangreiche Modernisierung im Golfclub Herzogswalde

Einen wahren Aufschwung erlebte in den vergangenen Jahren die Region Wilsdruff/Herzogswalde. Dafür sorgen eine belastbare Infrastruktur, eine gute Anbindung über die B 173 und Autobahn nach Dresden und natürlich die Saal-Investitionen. Drei Wohnbauprojekte mit 35 Häusern hat Saal zuletzt abgeschlossen. Sechs Einfamilien-, drei Doppel- und drei Mehrfamilienhäuser sind demnächst bezugsfertig. On Top gibt’s einen Golfplatz direkt vor der Haustür.

Neun neue Löcher und einen Neun-Löcher-Kurzplatz hat Reinhard Saal bereits von Architekt Christian Althaus und der Baufirma Josef Pötter Golf gestalten lassen. In Betrieb ist auch das sehr großzügige und professionelle Areal von Headpro Nick Cole. 22 Outdoor-Matten Abschläge, sechs überdachte Abschläge, Scopehütte und Kurzspielbereich.

Ein echter Hingucker ist das neue Clubhaus, das von fast allen Bahnen gut sichtbar ist. Ein hochmodernes Stahlkonstrukt auf 1.200 Quadratmetern mit großer Glas-Fassade und begrüntem Dach. Im Herbst soll mit dem Umbau der alten Neun begonnen werden.

Clubhaus im Golfclub Herzogswalde

Das Clubhaus von innen: modernes, schickes Interieur mit einem grandiosen Panorama-blick auf den Golfplatz.

Die neuen Front Nine (Par 36, 2.925/ 2.424 Meter von Gelb/Rot) sind das Beste aus zwei Althaus-Welten. Ein bisschen Hochplateau à la Hofgut Georgenthal, ein bisschen Links à la GC Föhr. Da man davon ausgehen darf, dass Althaus und Pötter die alten Neun ähnlich gut hinbekommen werden, können wir heute schon sagen: Das deutsche Golf kann sich auf einen neuen Spitzenplatz freuen!

Althaus bietet dem Golfer einen sanften Einstieg in die Runde an (Par 4, 256/208 Meter, Hcp 17). Ein mittleres bis langes Eisen oder Hybrid reichen, um mit dem zweiten Schlag nur noch 80 bis 100 Meter zum Grün überwinden zu müssen. Aber Augen auf und gucken, wo die Fahne in dem ondulierten und nach rechts geneigten Grün steht. Links oberhalb des Loches lauert die Drei-Putt- oder auch Chip-und-Zwei-Putt-Gefahr.

Abwechslungsreicher Platz in Herzogswalde

Ab Loch zwei, einem tollen Par 3 (136/110 Meter, Hcp 13) mit erhöhter Teebox, beginnt die feine Kombination aus Hochplateau- und Links-Golf. Sanft geschwungene Bahnen mit Steigungen und Neigungen, große, ondulierte Grüns, gelbgoldenes Rough, in dem der Schaf-Schwingel im Wind wippt – ein Hauch von Shinnecock Hills (2018 Austragungsort der US Open) in der Sächsischen Schweiz.

Die 6 (Par 4, 322/285 Meter, Hcp 7) ist ein echtes Risk & Reward-Loch mit einem Eineindrittel-Fairway. Linksrum ist der sichere Landweg, rechtsrum benötigt man 220 Meter carry vom Tee über ein Wasserhindernis, um die dem Grün vorgelagerte Fairwayzunge zu erreichen. Ein Risiko-Abschlag, der im Erfolgsfall mit dem deutlich leichteren Grünanspiel belohnt wird. Wählt man die linke Variante, sollte man zusehen, dass für zweiten Schlag nicht mehr als 120 Meter übrig bleiben. Das querliegende Grün verfügt nur über eine geringe Tiefe. Dazu empfiehlt es sich, die etwas breitere rechte Seite des Grüns anzuspielen.

Spektakuläres 9. Loch: Mit 317 Metern von gelb nicht sonderlich lang, dafür aber ist das Grün von Wasser und Bunkern sehr gut verteidigt.

Trickreiche Löcher und toller Blick

Eine ähnliche Situation findet man auf dem nachfolgenden Par 3 vor. Wer die Fahne direkt anspielt, wird seinen Ball sehr wahrscheinlich hinter und links neben dem Grün wiederfinden. Eine Althaus-Design-Falle, in die Herzogswalde-Debütanten vermutlich reihenweise tappen werden.

Der Trick ist es, die angegebenen Längen (202/174 Meter) und den direkten Weg zur Fahne außer Acht zu lassen. Vom erhöhten Tee und höchsten Punkt der Anlage zielt man über eine Erhebung mit integriertem Bunker und lässt den Ball ca. 30 Meter rechts vor dem Grün auf dem Fairway aufkommen. Den Rest erledigt das stark geneigte Gelände, das den Ball – bei trockenen Verhältnissen – auf das Grün weiterleitet.

Bevor man das aktuell schwerste Loch angeht, sollte man kurz inne halten. Von hier hat man nämlich einen grandiosen Blick. Kein Wunder, das Besitzer Saal das Schatten-Plätzchen unter der Linde an Tee 7 zu seinem Lieblingsort auserkoren hat: „Hier könnte ich stundenlang sitzen und ins Weite blicken.“ Oder auch mal beobachten und kontrollieren. „Golfer und Greenkeeper habe ich von hier oben natürlich auch gut im Blick“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Dass die Experten Althaus und Pötter auch klein können, haben sie mit dem Par 3-Platz bewiesen. Ein Neun-Löcher-Spaß für alle Spielstärken im Stile der neuen Front Nine.

Reinhard Saal möchte selber spielen

Nun müsste man meinen, wer sich einen derart anspruchsvollen und spektakulären Platz baut, hat in seinem Golferleben schon viel gesehen und erlebt. Weit gefehlt. Reinhard Saal hatte bisher kein aktives Golferleben. Kein Loch gespielt und auch keine Anlagen in Irland, Schottland oder den USA besucht. Er hat sich auf seinen unternehmerischen Instinkt und erfahrene Profis verlassen. Den anerkannten Shaper Mick McShane (u.a. Kingsbarns, GC Föhr), den Architekten Christian Althaus, die Bauprofis von Pötter Golf mit Lead Shaper Mark Turner sowie die Golflehrer Nick Cole und Felix Engel.

Golfclub Herzogswalde

Reinhard Saal hat den Golfclub Herzogswalde aus seinem Dornröschenschlaf geweckt.

Auf einen von beiden wartet demnächst eine spannende Aufgabe. Reinhard Saal will angreifen! „Bei dem schönen Platz muss ich ja mit Golf anfangen. Ich werde Trainerstunden nehmen“, verkündete der Boss, um mit einem schelmischen Grinsen hinzuzufügen: „Ich lerne schnell und werde gut. Das verspreche ich Ihnen.“

Wir wagen nicht daran zu zweifeln, denn das klingt nach einem klaren Plan, und die setzt Reinhard Saal in der Regel mit Erfolg um. Überprüfen werden wir es trotzdem. Genau dann, wenn wir im nächsten Jahr wiederkommen nach Herzogswalde, um mit dem Neugolfer Saal die umgebauten „alten“ Neun zu spielen.