Golfregeln

Wintergolf: 3 Regeln, die man kennen sollte

Auch wenn die Golfregeln das ganze Jahr gelten, gibt es drei Regelbereiche, die im Winter besonders relevant werden.

Golfplatz mit Schnee überdeckt
Die Eigenheiten von Wintergolf erklärt...

Wintergolf bringt besondere Platzverhältnisse mit sich – vor allem weiche Fairways, eingebettete Bälle und zeitweiliges Wasser. Drei Golfregeln sind in der Nebensaison besonders relevant: Besserlegen (Musterplatzregel E-3), Erleichterung für eingebettete Bälle (Regel 16.3) und straflose Erleichterung bei zeitweiligem Wasser (Regel 16.1). Wer diese Regeln kennt, vermeidet Strafschläge und Fehlentscheidungen.

Obwohl die Golfregeln ganzjährig gelten, treten bestimmte Situationen im Winter deutlich häufiger auf. Vor allem Parkland-Plätze mit lehmhaltigen Böden reagieren empfindlich auf Nässe. Die folgenden drei Regelbereiche sind daher in der kalten Jahreszeit besonders praxisrelevant.

Was bedeutet „Besserlegen“ im Wintergolf?

„Besserlegen“ ist keine automatische Winterregel, sondern basiert auf der Musterplatzregel E-3 der Offiziellen Golfregeln. Sie kann vom Club zeitweise in Kraft gesetzt werden, wenn Platzverhältnisse ein faires Spiel sonst nicht ermöglichen.

Wichtig ist:

  • Die Regel gilt nur, wenn sie ausdrücklich in den Platzregeln aktiviert wurde.
  • Sie kann grundsätzlich zu jeder Jahreszeit angewendet werden.
  • Häufig betrifft sie ausschließlich Fairways oder kurzgemähte Bereiche

Wird Besserlegen erlaubt, darf der Ball aufgenommen, gereinigt und innerhalb einer festgelegten Länge – zum Beispiel einer Scorekarten- oder Schlägerlänge – nicht näher zum Loch wieder platziert werden. Der Ball muss dabei innerhalb des definierten Bereichs zur Ruhe kommen.

Praxis-Hinweis:

Gerade zwischen Oktober und April entscheiden viele Clubs situativ über die Aktivierung. Vor der Runde sollte daher stets ein Blick auf die aktuellen Platzregeln geworfen werden.

„Obwohl Golfer die Begriffe »Besserlegen« und »Winterregel« häufig synonym verwenden, erwähnt die Musterplatzregel E-3 (Besserlegen) keine bestimmte Jahreszeit.“

Torben Wissuwa, Regel-Experte GolfRules

Wann gibt es Erleichterung für einen eingebetteten Ball?

Im Winter kommt es häufiger vor, dass ein Ball im eigenen Einschlagloch stecken bleibt. Regel 16.3 erlaubt in diesem Fall straflose Erleichterung.

Der Ball liegt eingebettet im Rough
Der Ball liegt eingebettet im Rough

Ein Ball gilt als eingebettet, wenn:

  • er im eigenen Einschlagloch steckt
  • ein Teil des Balls unterhalb der Bodenoberfläche liegt

Der Bezugspunkt ist die Stelle direkt hinter dem Einschlagloch. Von dort besteht ein Erleichterungsbereich von einer Schlägerlänge, nicht näher zum Loch. Innerhalb dieses Bereichs muss der Ball gedroppt werden.

Diese Regel gilt im Gelände (nicht im Bunker), sofern keine Platzregel etwas anderes bestimmt.

3. Was ist „zeitweiliges Wasser“ nach den Golfregeln?

„Zeitweiliges Wasser“ zählt zu den ungewöhnlichen Platzverhältnissen. Die Definition lautet vereinfacht: Eine vorübergehende Ansammlung von Wasser auf der Bodenoberfläche, die vor oder nach dem Einnehmen des Standes sichtbar ist und nicht Teil einer Penalty Area ist.

Typische Beispiele im Winter:

  • Pfützen nach starkem Regen
  • Übergetretene Uferbereiche
  • Sichtbare Wasseransammlungen auf Fairways

Nicht als zeitweiliges Wasser gelten:

  • Tau oder Reif
  • Natürliches Eis (dies kann jedoch als loser hinderlicher Naturstoff behandelt werden)
  • Künstlich erzeugtes Eis (gilt als Hemmnis)

Beeinträchtigt zeitweiliges Wasser die Lage des Balls, den Stand oder den Schwungbereich, besteht nach Regel 16.1 Anspruch auf straflose Erleichterung.

Welche Besonderheiten gelten im Winter zusätzlich?

Winterbedingungen führen oft zu mehreren überlappenden Regelanwendungen. Beispielsweise kann ein Ball gleichzeitig in zeitweiligem Wasser liegen und eingebettet sein. In solchen Fällen ist zunächst zu prüfen, welche Regel vorrangig greift.

Die Experten von GolfRules

Torben Wissuwa und Thomas Köhler – übernehmen seit Ende 2025 das GM-Regelressort. Fragen können per Mail an experten@golfmagazin.de gestellt werden

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