Masters Vorschau: 11 Fragen die sich jeder Golffan vor dem ersten Major des Jahres stellt.

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Endlich wieder ein MASTERS-Frühling in voller Blütenpracht!

Masters Vorschau 11 Fragen die sich jeder Golffan vor dem ersten Major des Jahres stellt.

 

Kann Dustin Johnson auch Masters im April?

Der Titelverteidiger und Weltranglistenerste ist auch fünf Monate später der ganz große Favorit. Ein Masters im Frühjahr mit höheren Temperaturen und trockenen Fairways spielt sogar noch eher in die Hände des Longhitters. Es wäre beinahe ein Wunder, wenn Dustin nicht vorn mitmischen würde. Und erinnern wir uns an seine phänomenale Performance im November 2020: zwanzig Schläge unter Par (Rekord), fünf Schläge Vorsprung auf Rang zwei, auf dem sich unter anderem niemand Geringerer als Justin Thomas wiederfand – eine beeindruckende Machtdemonstration.

Dj mit TIger Woods Augusta

 

Ist Brooks Koepka wieder ein Faktor?

»Ich finde, ich hätte noch mehr Majors gewinnen müssen«, gibt sich Brooks Koepka selbstbewusst. Jetzt hat er die Gelegenheit dazu: Nach mehreren Verletzungen über Monate zurückgeworfen, gelang ihm mit seinem Sieg bei der Waste Management Open in Phoenix im Februar ein denkwürdiges Comeback. »Es gab Tränen, Selbstzweifel, dunkle Stunden. Würde ich je wieder zurückkehren?« spricht er ungewohnt offen über das schwierige Jahr 2020. Doch mit dem Triumph in Phoenix dürfte klar sein, dass mit dem vierfachen Major Champion zu rechnen ist, und mit Augusta hat er ja noch eine Rechnung offen: Besonders das Masters 2019 hat Tiger Woods ebenso sehr gewonnen, wie es Brooks Koepka verloren hat – er wurde mit einem Schlag Rückstand Zweiter. Für Koepka gilt wie für seinen Gym Kumpel Dustin Johnson: Lange Drives schaden in Augusta nicht, und seine Nervenstärke macht ihn ohnehin zu einem ständigen Favoriten für die ganz große Bühne. Allerdings kommt kurz vor Redaktionsschluss die Meldung, dass Brooks Koepka wegen Knieproblemen nicht bei der Players Championship an den Start gehen wird. Geht die Verletzungsmisere von vorn los?

 

 

Brooks Koepka Augusta

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer jubelt Patrick Reed zu?

Es wird spannend zu sehen sein, wie unser liebster Bösewicht in Augusta empfangen wird. Denn zweifellos ist der gebürtige Texaner den »Good Old Boys« in Georgia näher als so mancher andere Spieler. Doch der Makel eines Regelbeugers dürfte dem MastersChampion von 2018 zu schaffen machen. Wie werden die – wenigen – Zuschauer, darunter sicher die einflussreichsten Mitglieder des exklusiven Clubs, ihn empfangen? Und wie wird der Applaus ausfallen, wenn Captain America tatsächlich um den Sieg mitspielt – und gar zum zweiten Mal ins Grüne Jackett schlüpfen darf ?

AUGUSTA, GEORGIA – NOVEMBER 14: Patrick Reed of the United States talks with his caddie Kessler Karain on the 15th hole during the continuation of the second round of the Masters at Augusta National Golf Club on November 14, 2020 in Augusta, Georgia. (Photo by Jamie Squire/Getty Images)

 

 

Kann Bernhard Langer seinen eigenen Rekord verbessern?

AUGUSTA, GEORGIA – APRIL 10: Bernhard Langer of Germany looks on during the Par 3 Contest prior to the Masters at Augusta National Golf Club on April 10, 2019 in Augusta, Georgia. (Photo by Kevin C. Cox/Getty Images)

Deutschland, eine der größten Golfnationen, ist mit nur einem Spieler beim USMasters vertreten – dem 63jährigen Bernhard Langer, der wegen seiner beiden Siege 1985 und 1993 startberechtigt ist. Dennoch lohnt es sich, bei Mister Unkaputtbar genau hinzusehen. Denn beim NovemberMasters hat er einen Rekord aufgestellt und als ältester Spieler der Turniergeschichte den Cut geschafft, vor allem dank einer exzellenten 68 am ersten Tag. »Ich mag den Platz einfach«, zeigte sich Langer, der am Ende einen brillanten 29. Rang belegte, zufrieden. Wird ihm auch dieses Mal der Cut gelingen, damit er seinen eigenen Rekord verbessert?

 

Gelingt Jordan Spieth ein Comeback?

Die Golfwelt macht mehr Spaß, wenn Jordan Spieth vorn mitmischt. Bei der Waste Management Open, beim Pebble Beach ProAm und zuletzt beim Arnold Palmer Invitational, wo er jeweils um den Sieg mitspielte, gab es nach langer Durststrecke deutliche Zeichen alter Brillanz, aber seine Drives waren, wie schon seit Jahren, entsetzlich krumm. Doch Augusta National ist einer der wenigen Courses, auf dem man es wegen der großzügigen Fairways mit unbeständigen Drives weit bringen kann. Dafür müssen aber die Eisen ebenso weltklasse sein wie das Kurze Spiel. Das hat Jordan, der MastersChampion von 2015, zweifellos drauf – seine Karriere besteht aus gelochten Chips und Bunkerschlägen und aus reihenweise verwandelten ZehnMeterPutts. Aber kann er diese Magie immer noch über vier Tage aufrechterhalten? Oder hat er sein MastersTrauma von 2016 noch nicht überwunden, als er praktisch schon im Grünen Jackett war, bevor er in der Schlussrunde an der 12 zwei Bälle im Wasser versenkte? Die Buchmacher jedenfalls sind optimistisch: Anfang des Jahres standen seine Chancen noch bei 30:1, inzwischen steht er bei 16:1

AUGUSTA, GEORGIA – NOVEMBER 13: Jordan Spieth of the United States and Ian Poulter of England wait to tee off on the eighth tee during the second round of the Masters at Augusta National Golf Club on November 13, 2020 in Augusta, Georgia. (Photo by Rob Carr/Getty Images)

 

 

Welche Taktik wählt Collin Morikawa?

Er ist in bestechender Form, aber von den Spitzenspielern einer der kürzesten – kann der amtierende PGAChampion Augusta mit seinem präzisen Spiel zerlegen, oder wird auch er an den Par5Bahnen zweite Schläge riskieren?

AUGUSTA, GEORGIA – NOVEMBER 14: Collin Morikawa of the United States lines up a putt on the ninth green during the third round of the Masters at Augusta National Golf Club on November 14, 2020 in Augusta, Georgia. (Photo by Jamie Squire/Getty Images)

Hat Rory seine Nerven im Griff?

Das Masters fehlt Rory McIlroy noch, um einen KarriereGrand Slam zu komplettieren und einem ganz elitären Kreis beizutreten: Nur Gene Sarazen, Ben Hogan, Gary Player, Jack Nicklaus und Tiger Woods konnten alle vier MajorTurniere gewinnen. Doch Rory, offenherzig wie immer, gibt zu, dass ihm genau dieser Druck in Augusta arg zu schaffen macht. Und er hat ja auch an einem Trauma zu knabbern: 2011 ging er als Führender in die Schlussrunde, leistete sich eine verheerende 80 und stürzte auf den 15. Platz ab. Die Buchmacher sehen ihn dennoch hinter Dustin Johnson als Favoriten.

AUGUSTA, GEORGIA – NOVEMBER 15: Brooks Koepka of the United States talks with Rory McIlroy of Northern Ireland on the seventh tee during the final round of the Masters at Augusta National Golf Club on November 15, 2020 in Augusta, Georgia. (Photo by Patrick Smith/Getty Images)

 

Rutscht Rickie Fowler noch ins Feld?

Unvorstellbar, aber bei Redaktionsschluss tatsächlich der Fall: Rickie Fowler ist derzeit nicht für das Masters qualifiziert, weil er aus den Top 50 der Welt gerutscht ist. Damit würde er zum ersten Mal seit der British Open 2012 ein Major verpassen; 41mal hintereinander hat er ohne Unterbrechung bei einem der vier großen Turniere antreten dürfen. Das Masters liegt dem begnadeten Putter zudem: Drei Mal schaffte er es in die Top Ten, 2018 wurde er alleiniger Zweiter. Noch kann er sich für das erste MajorTurnier des Jahres qualifizieren; er müsste entweder ein Turnier auf der PGA Tour gewinnen oder durch sehr gute Ergebnisse wieder unter die Top 50 der Welt rutschen. Das gilt auch für Martin Kaymer, der bereits im November 2020 aussetzen musste: Derzeit liegt der Deutsche auf Platz 88 des Rankings.

AUGUSTA, GEORGIA – NOVEMBER 10: Jon Rahm of Spain and Rickie Fowler of the United States walk off the 13th hole during a practice round prior to the Masters at Augusta National Golf Club on November 10, 2020 in Augusta, Georgia. (Photo by Rob Carr/Getty Images)

Ist Jon Rahm reif?

Er ist derzeit der beste Spieler ohne MajorTitel: Kann Jon Rahm endlich seinen ersten großen Coup landen? Immerhin war das Masters immer ein gutes Pflaster für Spanier jeder Art, ob für wilde Longhitter mit genialem kurzen Spiel wie Seve Ballesteros (1980 und 1983) oder für analytische Eisengötter wie José Maria Olazábal (1994 und 1999). Und auch Sergio García konnte in Augusta 2017 seinen MajorFluch loswerden. Vieles spricht für den Weltranglistenzweiten – bloß, dass ihm die Familienplanung dazwischenkommen könnte, denn ausgerechnet am MastersWochenende soll sein erstes Kind auf die Welt kommen. Und Jon Rahm machte schon klar: Egal, wo er auf dem Leaderboard steht, er würde im Fall des Falles sofort abreisen, um bei der Geburt dabei zu sein.

 

Hat Bryson dazugelernt?

»Für mich ist Augusta ein Par67Platz«, tönte Bryson DeChambeau vor dem November Masters 2020, und tatsächlich galt das Längenmonster als einer der großen Favoriten. Doch dann wollte ihm nichts gelingen. Zugegeben, er hatte auch Pech mit einem verlorenen Ball, obwohl der Drive nur knapp neben dem Fairway landete – ein sehr seltenes Ereignis im perfekt gepflegten Augusta. Am Ende war es Rang 34 für den amtierenden USOpen Champion, einen Schlag schlechter als Bernhard Langer, mit dem er in der Schlussrunde spielte. »Bernhard hat mir gezeigt, dass es viele Wege gibt, niedrige Scores zu erzielen«, zeigte sich Bryson als fairer Sportsmann. Geht der frischgebackene Sieger des Arnold Palmer Invitationals dieses Mal Augusta mit mehr Respekt an und kann die neu gewonnene Länge zu seinem Vorteil nutzen? Und: Gibt es überhaupt ein Grünes Jackett in XXXL?

AUGUSTA, GEORGIA – NOVEMBER 09: Bryson DeChambeau of the United States plays his shot from the 17th tee during a practice round prior to the Masters at Augusta National Golf Club on November 09, 2020 in Augusta, Georgia. (Photo by Jamie Squire/Getty Images)

 

Wie wird das Masters mit ganz wenigen Zuschauern?

Immerhin, knapp 4.000 Patrons werden wohl erlaubt sein – es wird also etwas voller als noch im November. Der Qualität des gezeigten Golfs haben die leeren Ränge jedenfalls nicht geschadet, denn nicht nur Dustin Johnson stellte 2020 ohne Zuschauer einen neuen Turnierrekord auf, auch Cameron Smith trug sich in die Geschichtsbücher ein: Der Australier wurde der erste Spieler, der alle vier Runden unter 70 Schlägen absolvieren konnte. Das war bislang noch niemandem gelungen, weder Tiger Woods noch Jack Nicklaus oder Arnold Palmer. Bitter, dass Cameron sich über den Rekord kaum freuen dürfte, denn mit 15 Schlägen unter Par (das hätte in den vergangenen Jahren fast immer zum Sieg gereicht) wurde er mit fünf Schlägen Rückstand Zweiter.