PGA TOUR Player Portraits

Patrick Reed

Land
USA
Geburtsdatum
05.08.1991
Körpergröße
1.83 m
Körpergewicht
91 Kg
Profi seit
2011
Website

Der Texaner Patrick Reed kam fast mit Golfschlägern auf die Welt. Sein Vater Bill schenkte seinem Sohn nämlich bereits zur Geburt das erste Set – als Plastikschläger natürlich. Das Hobby war also früh festgelegt und den kleinen Patrick packte auch gleich das Golffieber. Schon als kleines Kind fuhr er zum Trainingsgelände von Coach-Legende Hank Haney. Hier trainierte er bei Wind und Wetter bis es dunkel wurde. Die richtige Motivation hatte sein damaliger Trainer auch schnell gefunden: Er zeigte dem Jungen einfach ein paar Tiger Woods Videos beim Training mit Hank Haney. Und der Einfluss von Woods ist noch heute sichtbar. Ähnlich wie sein Idol trägt auch Reed oft ein rotes mit schwarzer Hose.

Aber noch als 10-jähriger Knirps steckt sich Reed ein ambitioniertes Ziel: Er will Profi werden. Als Reed lernte, dass die aber nicht mit kurzen Hosen bei Turnieren antreten, trug er fortan nur noch Chinos bei Wettbewerben.

© 2014 Sport-Informations-Dienst

© 2014 Sport-Informations-Dienst

Selbstbewusst und talentiert

Im College lies sich schon ein wenig erahnen, was für ein Profi Reed später einmal werden sollte. Denn er gehört heute keineswegs zu den Vorzeigegolfern oder den beliebtesten Spielern der Tour. Aber das war nie Reeds Ziel. Nachdem er die University of Georgia aufgrund von Betrug-Gerüchten und Trunkenheit am Steuer verlassen musste, holte er sich mit dem Golfteam der Augusta University einen der wichtigsten Titel im Collegegolf. Mit knapp 20 Jahren wechselte er ins Profilager, wo er sich 2013 seinen ersten Sieg holen konnte. Für einen kleinen Eklat auf der PGA Tour sorgte er als er sich nach drei Turniersiegen innerhalb von sieben Monaten bereits zu den Top 5 der Welt zählte. Es wurde schnell klar: An Selbstbewusstsein mangelte es dem jungen Amerikaner nicht. Und er geizt nicht mit seinen Emotionen – positiv wie negativ. 2014 wurde er von der PGA Tour sogar zu einer Geldstrafe verdonnert, da er zu laut auf dem Golfplatz fluchte.

Ein Typ, der polarisiert

An Reed scheiden sich Geister! Manche sagen, der Golfsport brauche mehr solcher Charaktertypen wie ihn, andere können mit seiner rüpelhaften Art nur wenig anfangen. Das merkte man auch bei seinem Masters-Triumph 2018. Da hatte man den Eindruck, dass selbst die Patrons nur sehr verhalten den Sieg ihres Landsmannes feierten. Aber Reed macht eben seinen Weg – ein wenig eigenwillig, aber mit Erfolg und mit einem klaren Ziel. Der 27-Jährige will die Nummer 1 der Welt werden.

(Photo by David Cannon/Getty Images)

Die Sache mit der Familie

Und lässt sich dabei durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen. Selbst nicht durch das schwierige Verhältnis zu seiner Familie. Als die 2012 mit der frühen Hochzeit ihres Sohnes mit Justine Karrain nicht einverstanden sind, bricht er den Kontakt zu ihnen ab. Dabei ist seine Frau nicht nur privat an seiner Seite, die ersten Jahre war sie auch als Caddie die treue Begleiterin ihres Mannes. Seit der Geburt der Tochter, bleibt das Bag aber Familiensache: Schwager Kessler Karain ist seitdem an Reeds Seite. Der Streit mit der Familie ging sogar so weit, dass Justine die Eltern beim Masters 2018 von der Polizei entfernen lies und die den Major-Sieg ihres Sohnes nur im TV schauten, obwohl sie nur einige Kilometer von Augusta entfernt wohnen.

Patrick Reed.

Patrick Reed.

Ryder Cup-Held

„Captain America“ hat aber noch ein Ass im Ärmel. Denn diesen Spitznamen trägt Reed seit seinen Ryder Cup-Erfolgen. Schon 2014 erwies er sich schnell als Pendant zum lautstarken Ian Poulter und sorgte mit einer „Shsh“-Geste gegenüber einem europäischen Fan für Aufsehen.  Sein Match bei seiner zweiten Teilnahme 2016 in Medinah gegen Rory McIlroy, das er mit 1 auf gewinnen konnte, gilt als eines der besten der bisherigen Ryder Cup-Geschichte.


Ein wenig Aberglaube…

Der Amerikaner ist eben stets um Aufmerksamkeit bemüht – sowohl für seine spielerischen Leistungen, aber auch als Typ. Und Reed ist extrem abergläubisch. Ein paar Beispiele gefällig? Der Amerikaner spielt nur mit Bällen mit der Zahl „3“ drauf, hat immer genau 12 Bälle im Weg und markiert seine Bälle stets mit einem Quarter aus dem Jahr 1927. Und damit nicht genug: Reed hat immer genau sechs Tees in der Tasche. Sollte eins brechen, müssen erst alle sechs Tees kaputt oder verschwunden sein, ehe er sich ein neues Tee in die Tasche steckt. Der Mann polarisiert eben – und das auf ganzer Linie.

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