Ganz vorn dabei: Tiger Woods

Tiger Woods

Land
Vereinigte Statten
Geburtsdatum
30.12.1975
Körpergröße
1,73 cm
Körpergewicht
84 Kg
Profi seit
1996
Website

Der Blick auf seine Homepage verrät, wie sich Tiger Woods die Welt wünscht. Zu sehen sind strahlende Gesichter von Jugendlichen, die von seiner Stiftung profitiert haben. Woods, der erste Sportler, der mehr als eine Milliarde Dollar eingenommen hat, ist als Redner und Manager in Businesskleidung zu sehen. Seine Botschaft: Er möchte andere an seinem Wohlstand und früheren Glück teilhaben lassen. Die Hoffnung, dass er selbst auch wiederein glücklicher Mensch werden kann, hat zuletzt neue Nahrung erhalten. Erst ging ein Prozess für ihn äußerst glimpflich aus. Ende Mai war er in seinem stehenden Auto bei laufendem Motor in Palm Beach County in Florida von Polizisten in fahruntüchtigem Zustand angetroffen worden. Woods konnte beim Test nicht mehr geradeaus laufen, sein Zustand insgesamt glich dem einer hilflosen Person. Der 14-malige Major-Champion hatte einen Tablettenmix aus Antidepressiva und Schmerzmitteln zu sich genommen, dessen Wirkung sein Körper nicht verkraftete. Auch Marihuana wurde nachgewiesen. Richterin Bosso-Pardo beließ es bei 250 Dollar Strafe, 20 Tagen Sozialarbeit und einigen Auflagen wie regelmäßigen Drogentests. Auch eine 90-tägige Haftstrafe wäre möglich gewesen.

Die zweite gute Nachricht ist mindestens von gleicher Tragweite. Woods hat die Folgen seiner vierten Rücken-Operation gut überstanden. Er spielt wieder Golf und will noch dieses Jahr ein weiteres Comeback versuchen. Die Zuversicht, die er bei seiner Ankündigung ausstrahlte, überrascht. War doch vor Jahresfrist sein letzter Versuch, wieder auf die Bühne des Golfsports zurückzukehren, krachend gescheitert. Einige Kollegen hatten sich bereits über ihn lustig gemacht undden Verdacht geäußert, er schiebe seine Rückenschmerzen nur vor.

Es war Tigers vorerst letzter Auftritt beim Masters in Augusta. 2015 reagierte Woods mit schmerz- verzerrtem Gesicht und fliegendem Schläger auf einen Schlag aus den Pinien an der 9. Bahn.

Nun jedoch scheint Vieles anders zu sein. Der 41-Jährige hat seine Rückkehr behutsam begonnen: zunächst mit einigen Putts, dann Chips und schließlich vollen Schwüngen. Kann er also schaffen, woran bislang jeder noch so große Golfer gescheitert ist? Ein Comeback nach langer Pause und Krise?

Alle wünschen sich die Rückkehr des Superstars 

Dass es nun schon rund neun Jahre sind, als Woods zuletzt ein Major-Turnier (die US Open 2008) gewonnen hat, ist kaum nachzuvollziehen. Zumindest in den Köpfen seiner Anhänger und seiner Kollegen ist er so präsent, als hätte er nur ein paar Wochen pausiert. Selbst seine Konkurrenten wünschen sich seine Rückkehr – sicher auch, weil ein erfolgversprechendes Comeback dem Golfsport neuen Auftrieb verschaffen würde. Junge Spieler wie Jordan Spieth und Rickie Fowler hat Woods zu ihrer Karriere motiviert. Als Kinder wollten sie so werdenwie er, so athletisch und so charismatisch. Woods fesselte mit seinen Schlägen nicht nur Golfer, er schaffte sich eine Aura, die sogar Menschen faszinierte, die noch nie einen Schläger in der Hand hielten. Als er 1997 erstmals beim US Masters siegte, kam dieser Erfolg einem Erdbeben gleich. Niemand konnte mit dem jungen Mann auch nur annähernd mithalten. Zwölf Schläge betrug sein Vorsprung vor dem Zweiten Tom Kite.

Dieses Bild ging um die Welt: Tiger Woods feiert den Putt zum ersten Masters-Sieg 1997.
Er markierte den Beginn seiner spektakulären Major-Karriere.

Und bei der US Open drei Jahre später in Tigers kalifornischer Heimat (gespielt wurde auf dem Links in Pebble Beach) waren es nahezu unglaubliche 15 Schläge, die ihn von Ernie Els und Miguel Ángel Jiménez, seinen stärksten „Verfolgern“, trennten. In Augusta jedenfalls dachten die Honoratioren in ihren grünen Jackets flugs darüber nach, den Platz zu verlängern. Sie verwirklichten auch tatsächlich ihre Idee, spielten damit aber Woods, der von Jahr zu Jahr austrainierter wurde, nur in die Karten. Der Plan, den Platz, auf dem das Masters seit 1934 ausgetragen wird, so zu verändern, dass er auch zu einer Herausforderung für junge Longhitter werden könnte, funktionierte nicht. Dafür hatten fortan vor allem die älteren Spieler mit kürzeren Abschlägen kaum mehr eine Chance, die pfeilschnellen Grüns mit kurzen Eisen anzuspielen. Woods hat bis heute in Augusta viermal gesiegt, und er hat dabei artistische Schläge gezeigt, die auf Youtube noch heute immer wieder angesehen werden. Zum Beispiel jener Chip beim Turnier 2005 am 16. Grün: Nach dem Lauf über einen Riesenbreak „ruhte“ der Ball erst einmal ein Weilchen am Lochrand, ehe er doch noch plumpste. Woods, sein damaliger Caddie Steve Williams und die Zuschauer gerieten in einen geradezu extatischen Jubel. Chris di Marco, Hauptkonkurrent um den Masters-Sieg, hatte auf einen Schlagverlust von Woods gehofft. Dass sein Gegner jedoch aus äußerst schwieriger Lage einen Schlag gutmachte, war erkennbar zu viel für di Marco. Von diesem Schlag erholte er sich in Augusta nicht mehr. Schon bald danach verlor er sogar seine Spielberechtigung für die PGA Tour.

Woods war zu seiner erfolgreichsten Zeit um die Jahrtausendwende ein Sportler mit magischer Ausstrahlung. Fünf Schläge fehlten ihm im Jahr 2000, um den echten Grand-Slam zu schaffen, den Gewinn aller vier Major-Turniere innerhalb eines Jahres. Wenn er auf den Grüns mit geballter Faust feierte, erinnerte er an die große Zeit Boris Beckers beim Tennis. Nur: Woods triumphierte viel häufiger als der Wimbledonsieger, seine Bühne wurde noch mehr beachtet. Das hatte allerdings auch zur Folge, dass Woods immer mehr von den Fans, die in seiner Nähe unberechenbar aus dem Häuschen gerieten, abgeschirmt werden musste.

Eine Menschentraube begleitete 1997 Tiger Woods zu seinem ersten Major-Sieg in Augusta. Schon damals faszinierte er die Massen.

Gibt es einen Weg zurück?

Es mag an genau dieser Heldenverehrung gelegen haben, dass Woods dann selbst die Bodenhaftung verlor. Diverse Affären, deren unappetitliche Einzelheiten Stück für Stück ans Licht gerieten, führten schließlich zur Scheidung von Ehefrau Elin Nordegren. Kennengelernt hatte Woods sie über seinen Kollegen Jesper Parnevik, bei dem seine spätere Frau als Kindermädchen arbeitete.

Als die Ehe 2010 in die Brüche ging, war das für Woods ein schwerer Einschnitt, zumal seine Ex-Frau mit den beiden Kindern zurück in ihre schwedische Heimat zog. Aber das einstige Traumpaar hat sich zumindest mit Blick auf die Kinder einigen können. Woods kann Tochter Sam Alexis und Sohn Charlie Axel sehen, wann immer er will. Wann genau die gesundheitlichen Probleme bei Woods begannen, lässt sich heute nicht mehr sagen. Aus seinem Umfeld ist davon die Rede, dass er sein Fitnessprogramm übertrieben habe. Ein Bekannter, der mit ihm im Skiurlaub war, erinnert sich, dass Woods selbst dort spätestens um 7 Uhr mit seinen Übungen begann. Mehrfach soll er am brutalen Training der Navy Seals teilgenommen haben, den Elitesoldaten der US Armee. Genau dabei dürften seineKnie und sein Rücken Schaden genommen haben. Hält der Rücken dieses Mal? Es wäre ihm – und allen Golffans – zu wünschen!

 

 

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