Tom Watson führt das US-Team 2013 an

Tom Watson

Land
Vereinigte Staaten
Geburtsdatum
04.09.1949
Körpergröße
1,75 cm
Körpergewicht
79 Kg
Profi seit
1971
Website

Jahr für Jahr begleitete Tom Watson in den 50er-Jahren im Kindesalter seinen Vater Raymond als Caddie über die Bahnen des Kansas City Country Club. Mit der Zeit fand der Sprössling Gefallen am Golfsport und machte selbst erste Schwünge in dem Club, in dem sein Vater mehrere Jahre Präsident war. Schon früh zeigte sich Watsons Talent. So gewann er bereits als Schüler mehrfach die Amateur-Meisterschaften in seinem Heimatstaat Missouri. Doch die eindrucksvolle Karriere des Amerikaners sollte erst Jahre später beginnen. Bevor Tom Watson auf die Tour ging, studierte er an der Stanford University in Kalifornien. Er beendete das Studium 1971 mit einem Abschluss in Psychologie, bevor er Golfprofi wurde. Von der Presse wurde Tom Watson gerne „Huckleberry Dillinger“ genannt. Einen Spitznamen, den er aufgrund seines jungen, freundlichen Erscheinungsbildes, das nichts mit seinem scharfen Killerinstinkt auf dem Platz zu tun hatte, bekam.

Watson gewinnt gleich fünfmal die Open

1974 begann Watsons erfolgreichste Zeit auf der PGA Tour, die gut zehn Jahr anhalten sollte. Nachdem ihn Byron Nelson als enger Vertrauter und Mentor bei seiner Schwungmechanik und seinen Strategien zur Spielweise unterstützte, drehte Tom Watson richtig auf. 1974 gewann der Amerikaner sein erstes Turnier auf der PGA Tour. Im folgenden Jahr siegte er bei der Byron Nelson Classic. Kurz darauf spielte er zum ersten Mal die Open – und gewann in Carnoustie gleich die Claret Jug und damit seinen ersten Majortitel. Eine sensationelle Leistung.

1975 spielte Watson seine erste Open in Carnoustie – und gewann sie gleich.

Watson konnte bei der Open noch vier weitere Siege erzielen, weil er sich auf den Linksplätzen einfach unheimlich wohlfühlte. Ohnehin galt er technisch als einer der versiertesten Spieler aller Zeiten. Vom Abschlag bis hin zum Kurzen Spiel präsentierte er sich als ebenso sicher wie clever, was die Strategie betraf. Watsons Spieltaktik erfreute sich beim Publikum großer Beliebtheit, weil er selbst in riskanten Situationen angriff und niemals aufgab; völlig egal, wie unmöglich sein Ball gerade lag. Dafür erntete er häufig den tosenden Beifall der Zuschauer. Was ihn darüber hinaus auszeichnete, war die unermessliche Hingabe, mit der er an seiner Technik feilte. Watson: „Am Golfschwung zu arbeiten, ist wie ein Hemd zu bügeln. Kaum hat man eine Seite fertig, ist die andere Seite wieder voller Knitter.“ Jerry Lanston „Lanny“ Wadkins, ein ebenso angriffslustiger Kontrahent auf der Tour, beschrieb den 1,75-Meter großen Watson einmal so: „Tom würde niemals eine Niederlage akzeptieren. Er würde so lange auf der Range Bälle schlagen und an seiner Schwäche arbeiten, bis er sie überwunden hat.“ Die ganz großen Kämpfe aber lieferte sich Tom Watson über viele Jahre mit Jack Nicklaus. Unvergessen bleibt ihr hochklassiges Duell bei der Open 1977 in Turnberry,wo Nicklaus mit grandiosen Runden von 66 und 66 Schlägen abschloss und Tom Watson mit 66 und 65, also sogar noch einen Schlag besser, triumphierte. Es war eines der spannendsten Kopf-an-Kopf-Rennen, die es in der langen Geschichte des professionellen Golfs gegeben hat. Im selben Jahr hatte Tom Watson auch seinen ersten von zwei Masters-Siegen geholt, nachdem er einen äußerst riskanten Putt an der 17 in Augusta zum Birdie lochte.

Tom Watson spielte 1977 beim Ryder Cup im US-Team mit Jack Nicklaus. Die Amerikaner gewannen den Kampf der Kontinente 12,5:7,5.

Auch in einem weiteren Major konnte Tom Watson seinem Kontrahenten Jack Nicklaus den Sieg in einem spannenden Duell vom Schläger nehmen. Bei der US Open 1982 chippte Watson in Pebble Beachan der 17 ein, gewann das Turnier mit zwei Schlägen vor Nicklaus. Insgesamt gewann er acht Majors; nur ein Sieg bei der PGA Championship blieb ihm verwehrt. Ab den späten 80er-Jahren machten Tom Watson anhaltende Putt-Probleme zu schaffen. Er konnte seine brillante Form nicht mehr halten. Bis dahin galt er als Kurzspiel-Ass, das bekannt war für seine durchaus aggressiven Putts. Doch der Amerikaner arbeitete immer weiter, um seinem Formtief zu entwachsen. Zehn Jahre später gewann er noch zwei Turniere und verwies seine mittlerweile durchweg jüngere Konkurrenz in ihre Schranken. Unvergessen bleibt auch die US Open 2003, als Watson in Begleitung seines langjährigen Caddies Bruce Edwards eine sensationelle und extrem emotionale Eröff-nungsrunde von 65 Schlägen gelang – und jeder wusste, dass der Abschied des unheilbar an ALS erkrankten Edwards bevorstand. Der Caddie starb im Jahr darauf im Alter von 49 Jahren. Watson gründete ihm zu Ehren die Organisation „Driving 4 Life“, die sich im Kampf gegen ALS engagiert.

Seit 1999 spielt Tom Watson auf der Champions Tour, hat dort fünf Majors gewonnen. Am 19. Juli 2009, als knapp 60-Jähriger, machte es Tom Watson noch einmal extrem spannend. Der Senior führte bei der Open Championship bis zum vorletzten Loch mit einem Schlag. Dann verlor er den siegbringenden Putt auf der 18 und verlor im Stechen gegen den 24 Jahre jüngeren Stewart Cink. Die honorige Art, mit der er Cink gratulierte, brachte ihm weitere Hochachtung ein.Tom Watson lebt mit seiner zweiten Frau Hilary, mit der er seit 1999 verheiratet ist, zwei Kindern, drei Stiefkindern und vier Enkelkindern auf einer 400 Hektar großen Farm in Kansas. Dort züchtet er mit Leidenschaft Pferde und plant (und baut) mit seiner Design-Firma Golfplätze.

Hoch hinaus. Tom Watson mit Ehefrau Hilary 2014 auf dem Empire State Building in New York.

 

 

Beiträge über Tom Watson