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Masters 2026: Garcias Wut und ein Major-Gewinner mit Platzverweis

Sergio Garcia fällt durch einen Wutanfall auf, Rory McIlroy beweist enorme Nervenstärke und ein Major-Sieger fliegt von der Anlage. Die Tops und Flops vom Masters 2026.

Matthew Harris - Golf Picture Alliance, ANGC

Masters champion Sergio Garcia of Spain and Masters champion Jon Rahm of Spain on the fairway on the No. 2 hole during the final round of the Masters at Augusta National Golf Club, Sunday, April 12, 2026.
Sergio Garcia, Jon Rahm

Flop: Enttäuschung bei den LIV-Stars

Zwar endete das Masters 2026 für Jon Rahm mit einer 68 erfreulich, doch der geteilte 39. Rang wird den hochdekorierten Ryder-Cup-Star nicht wirklich zufriedenstellen. Der Spanier war vor dem Turnier als einer der Top-Favoriten gehandelt worden. Gleiches gilt übrigens für Bryson DeChambeau, zuletzt zweimal in Folge siegreich in der LIV Golf League, der völlig überraschend den Cut verpasste. Unter dem Strich konnte von den LIV-Spielern im Feld nur Tyrrell Hatton (am Ende T3) überzeugen.

Flop: Garcia und die Wut

Sergio Garcia fiel in der Vergangenheit immer wieder mit Wutausbrüchen während der Runde auf – so auch am Finalsonntag. Bereits am Abschlag der zweiten Bahn zerstörte der Spanier seinen Driver mit mehreren wuchtigen Schlägen in den Boden sowie gegen eine Kühlbox. Eine Verwarnung der Augusta-Offiziellen folgte prompt. Seinen beschädigten Schläger durfte der Ryder-Cup-Held nicht ersetzen. „Ich bin nicht stolz darauf, aber manchmal passiert es“, erklärte er anschließend knapp. Auch Robert MacIntyre erhielt wegen unsportlichen Verhaltens – unter anderem einer obszönen Geste in Richtung Grün – eine Verwarnung.

Flop: Major-Gewinner fliegt

In Augusta gelten klare Regeln. Eine davon: Die Nutzung von Smartphones auf dem Platz ist strikt untersagt. Dass diese Vorgabe nicht nur für die Patrons gilt, sondern auch für ehemalige Major-Sieger, bekam Mark Calcavecchia zu spüren. Der Open-Champion von 1989 nutzte sein Handy – die Folge war ein Platzverweis. Er habe nichts Schlechtes über Augusta und das Masters zu sagen, erklärte der 65-Jährige später gegenüber Golfweek.

Flop: Oldies und Stars der Zukunft

Augusta National GC, Masters, 1. Runde, 2026, Fred Couples
Fred Couples

Das Masters lebt von seinen besonderen Geschichten. Dazu gehören frühere Champions ebenso wie Amateure, die als Stars von morgen gelten. In diesem Jahr blieb beides aus: Sowohl alle sechs Amateure als auch die Routiniers um Fred Couples, Vijay Singh und Co. verpassten den Cut. Kein Spieler über 50 war am Wochenende noch dabei. Vielleicht hätte Langer doch noch einmal antreten sollen, um die Bilanz der Routiniers aufzubessern.

Top: Morikawas Biss

Collin Morikawa zeigte sich im Vorfeld des Masters nur vorsichtig optimistisch. Rückenprobleme hatten den zweimaligen Major-Sieger zuletzt ausgebremst, bei der Players Championship musste er sogar aufgeben. In Augusta setzte er daher auf einen gefühlten 50-Prozent-Schwung – und war damit durchaus erfolgreich. Nach einer 74 zum Auftakt steigerte er sich mit Runden von 69, 68 und 68 Schlägen und spielte sich noch auf Position sieben nach vorne.

Top: Schefflers Comeback-Qualität

Masters champion Scottie Scheffler of the United States surveys his lie on the No. 8 hole during the final round of the Masters at Augusta National Golf Club, Sunday, April 12, 2026.
Scottie Scheffler

Als klare Nummer eins der Welt angereist, hatte Scottie Scheffler zuletzt nicht ganz an seine gewohnte Dominanz anknüpfen können. Nach 18 Top-Ten-Platzierungen in Folge blieb er im Vorfeld des Masters dreimal hinter den hohen Erwartungen zurück. Auch in Augusta kam der zweimalige Sieger zunächst nicht richtig in Fahrt. Mit Runden von 70 und 74 lag er früh deutlich zurück. Doch Scheffler ließ nicht locker: Eine starke Wochenendleistung brachte ihn wieder in Schlagdistanz zur Spitze – am Ende fehlte nur ein Schlag.

Top: Henleys Präzision

Russell Henley gehört mit rund 294 Yards im Schnitt vom Tee nicht zu den Longhittern der PGA Tour – im Gegenteil. Doch was ihm an Länge fehlt, gleicht der 36-Jährige aus Georgia mit Präzision und einem herausragenden Kurzspiel aus. Kaum ungenaue Abschläge, stabile Eisen und ein sicheres Spiel rund ums Grün machten ihn auch beim Masters zu einem Faktor. Der fünfmalige Tour-Sieger mischte zwischenzeitlich im Titelrennen mit und zeigte einmal mehr: Länge ist nicht (immer) alles.

Top: Rorys Resilienz

Masters champion Rory McIlroy of Northern Ireland celebrates on No. 18 with clenched fists after his back-to-back victory during the final round of the Masters at Augusta National Golf Club, Sunday, April 12, 2026.
Rory McIlroy

Zwischenzeitlich hatte man bei Rory McIlroy auf den frühen Löchern des Finaltages das Gefühl, die Titelverteidigung könnte ihm entgleiten. Nach einem starken Beginn und einem komfortablen Vorsprung geriet der Nordire ins Wanken – sowohl in Runde drei als auch zu Beginn der Schlussrunde. Die Führung ging verloren, doch McIlroy kämpfte sich eindrucksvoll zurück. Und selbst auf der 18, mit zwei Schlägen Vorsprung, wurde es noch einmal kurzzeitig dramatisch: Ein Slice vom Tee sorgte für eine unangenehme Lage. Am Ende reichte ein leicht nervöses Bogey, um sich knapp vor Scheffler durchzusetzen – und erneut das Grüne Jackett zu gewinnen.

Top: Lis Lächeln

Haotong Li war mit Außenseiterchancen in die Finalrunde gegangen, geriet jedoch auf den Back Nine völlig aus dem Tritt. Ein Triple-Bogey an der 12 sowie eine 10 auf der 13 nach einem Ausflug ins Unterholz warfen ihn weit zurück. Doch statt Frust zeigte Li Größe: Nach seinem gelochten Putt zum Quintuple-Bogey riss er die Fäuste hoch und ließ sich vom Publikum feiern. Ein Birdie auf der nächsten Bahn folgte prompt. Auch nach seiner 80 am Sonntag blieb er gelassen – und verabschiedete sich mit einem Lächeln.

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