Trainingstipps von Smart Golf: Alles andere als Normal

Felix – Baum backswing richtig

Golf Trainingstipps: Wenn der Standardschlag nicht mehr ausreicht

Die meisten Golfspieler trainieren vornehmlich an dem Ort, an dem das »wahre Spiel« gar nicht stattfindet – mitunter auf derart ebenen Trainingsmatten einer Driving Range, dass selbst eine Wasserwaage nichts zu beanstanden hätte. Das Team von Smart Golf gibt Trainingstipps, wenn eine Spielsituation mal vom Standard abweicht.

Wer viel Zeit auf der Driving Range verbringt, hat gute Chancen, ein »exzellenter Ranger« zu werden. Doch um eine gute Golferin oder ein guter Golfer zu werden, ist es nicht zielführend, möglichst viel Zeit auf perfekt gemähten Grasabschlägen oder gar Matten zu verbringen. Das »wahre Leben« eines Golfers findet draußen auf dem Platz statt – einschließlich Schräglagen, hohem Gras und Hindernissen, die sich einem immer wieder in den Weg zwischen Ball und Fahne stellen. Sich aus schwierigen Lagen zu befreien bedeutet allen voran Erfahrung. Aber nicht alles muss mühsam erlernt werden: Spielstrategie, Technik und jede Menge Kreativität können aus den unterschiedlichsten, oftmals kompliziert wirkenden Situationen durchaus lös bare Aufgaben machen – und das meist mit nur ein paar marginalen Anpassungen.

In dieser Ausgabe verraten wir Ihnen, was Sie tun können, wenn Ihr Ball aus einem Divot oder (teilweise extremen) Hanglagen gespielt werden muss. Was zu tun ist, wenn ein Baum im Weg ist oder den Rückschwung stört, und auch wie Sie die Flugkurve Ihres Balls anpassen können.

Bogey vor Birdie – die sichere VarianteTrainingstipps smart golf

Der wichtigste der Golf Trainingstipps zum Start: Nicht gierig werden! Schlechte Golfschläge passieren regelmäßig; Zauberschläge, die alles wieder gut machen, hingegen eher selten. Wer sich in eine schier aussichtslose Lage manövriert hat, sollte nicht auf den Zauberschlag hoffen. Ein kleiner Schlag zurück aufs Fairway, ein flacher Chip aus dem Busch her aus oder ein Drop mit Strafschlag ist meist der smartere Weg, um noch einen Punkt zu retten. Nutzen Sie diese Chance, wenn sie sich Ihnen anbietet. Ihr Netto Bogey lässt sich eher mit dem nächsten Schlag und einem guten Putt retten als mit einem Bubba-Watson-Gedächtnis Hook um den Baum.

Rettung aus dem Divot – Ballposition verlegen

Bälle liegen nur selten perfekt auf dem Gras. Selbst Mitte Fairway kann der Ball in einem alten Divot landen. Hier gilt der kleine Reim für Rechtshänder: »Je schlechter, desto rechter«. Je schlechter die Lage des Balles ist (beispielsweise tief im Gras, im Divot oder in Schräglagen), um so mehr sollte der Ball in Ihrer Ansprechposition nach rechts verlegt werden. Die Verschiebung der Ballposition Richtung rechten Fuß hilft einen guten Ballkontakt zu erzeugen – und das ist das Wichtigstes bei derartigen Lagen. Der Eintreffwinkel wird steiler und der Schlägerkopf des Eisens kann schon in der Abwärtsbewegung auf den Ball treffen. Da mit Sie Ihren Ball dennoch in die Luft bekommen brauchen Sie allerdings mehr Loft. Wählen Sie ein Eisen mit mehr Neigung, wie beispielsweise ein Eisen 8 statt eines Eisen 6.

Golf Trainingstipps: Checkliste für Schläge von schlechtem Boden

Ansprechposition

Gewicht ist mehr auf dem linken Fuß, † Balllage mehr zum rechten Fuß.

Schwung

Erst den Ball, dann den Boden treffen. Der Eintreffwinkel ist steiler.

Schlägerwahl

Einen Schläger mit mehr Loft als bei ei ner normalen Balllage wählen. Mehr Neigung hilft, den Ball hoch fliegen zu lassen.

Strategie

Der Ball fliegt flacher. Schläge über Hindernisse oder Bäume sollten genau überlegt und Risiken entsprechend ab gewogen werden.

Hanglagen – sich der Neigung anpassen

Wer immer Mitte Fairway liegt, hat das Spiel nie geliebt. Nicht nur für viele Amateurgolfer findet das Golfspiel abseits der kurz gemähten Flächen statt. Schnell wird es dabei auch ein wenig hügelig. Wer bergauf oder bergab steht, muss sich den Gegeben heiten anpassen – ein Standardschlag ist in solchen Situationen nicht mehr sinnvoll.

Golf Trainingstipps: Checkliste für Schläge aus Bergablagen

Trainingstipps Smart Golf

Checkliste für Schläge aus Bergablagen.

Ansprechposition

Passen Sie sich mit dem Körper an das Gefälle an. Ihre Schultern sollten parallel zum Hang sein. Ihr Gewicht liegt deutlich auf dem zum Ziel näheren Fuß (für Rechtshänder der linke). Ihre Knie sollten ebenfalls parallel zum Ziel zeigen. Eventuell setzen Sie den rechten Fuß etwas zurück, um die Knie parallel ausrichten zu können. Auch hier gilt die Faustregel für Rechtshänder: »Je schlechter, desto rechter«.

Schwung

Das Gewicht bleibt auf dem linken Fuß. Schwingen Sie den Hang nach unten entlang.

Schlägerwahl

Dadurch, dass Sie sich mit Ihrem Oberkörper dem Hang anpassen, reduziert sich der Loft des Schlägers. Nehmen Sie ein Eisen mit mehr Loft, um den Ball in die Luft zu bekommen. Auch wer gerne weite Distanzen überwinden will: Hybrids oder Hölzer sind hier keine Option. Der Ball startet viel zu flach.

Strategie

Sie müssen die Reduzierung des Lofts mit einem kürzeren Eisen kompensieren. Ihr Stand ist nicht neutral, sondern der Situation an gepasst. Kraftvolle VollgasSchwünge, um das kürzere Eisen auszu gleichen sind sehr riskant. Bleiben Sie im Spiel und akzeptieren Sie einen zusätzlichen Schlag.

Golf Trainingstipps: Checkliste für Schläge aus Bergauflagen

Trainingstipps Golf Bergauflagen

Checkliste für Schläge aus Bergauflagen.

Ansprechposition

Auch bei Bergauflagen passen Sie sich mit dem Körper dem Gefälle an, wobei sich die Schultern parallel zum Hang befinden. Umgekehrt liegt Ihr Gewicht hier nun deutlich auf dem anderen Fuß – für Rechtshänder auf dem rechten. Ihre Knie sollten ebenfalls parallel zum Ziel zeigen; eventuell setzen Sie dazu den linken Fuß etwas zu rück. Hier gilt ebenfalls weiterhin die Formel: »Je schlechter, desto rechter«. Legen Sie den Ball mehr zum rechten Fuß.

Schwung

Ihr Gewicht bleibt auf dem rechten Fuß. Wenn Sie sich den Gegebenheiten des Hangs anpassen, werden Sie Ihr Gewicht kaum auf den linken Fuß verlagert bekommen. Schwingen Sie den Hang entlang nach oben durch. Auch der Schwung bergauf lässt Ihr Gleichgewicht mehr auf der rechten Seite hängen und Sie fallen gegebenenfalls eher nach rechts zurück. Dabei besteht die Gefahr, dass sich Ihr Schlägerblatt schneller schließt und der Ball nach links fliegt.

Schlägerwahl

Dadurch, dass Sie sich dem Hang anpassen, erhält Ihr Schläger mehr Loft. Der Ball startet höher und verliert dadurch Länge. Nehmen Sie ein Eisen mit weniger Loft, um den Längenverlust zu kompensieren.

Strategie

Eine gute Längenkontrolle wird durch viel Übung und Erfahrung er reicht. Sollten Sie Hindernisse überspielen müssen, kalkulieren Sie ausreichend Spielraum ein oder legen Sie lieber vor.

Um die Ecke denken / schlagenTrainingstipps Golf

Selbst die schönsten Bäume stehen beim Golf meist im Weg. Besonders ärgerlich, wenn der Ball zwar auf gutem Untergrund liegt, ein Rückschwung auf den ersten Blick nicht möglich scheint. Hier gilt es die wichtigste Regel der Golfphysik für sich zu nutzen: Der Ball startet in die Richtung, in die Ihre Schlagfläche zeigt.

Ansprechposition

Normales Setup mit Ausrichtung zum Ziel. Der Stamm ist im Weg und lässt keinen Rückschwung zu.

Ansprechposition

Stand und Schultern passen sich der Schwungrichtung an. Der Rückschwung geht am Baum vorbei. Die Schlagfläche ist deutlich geschlossen und zeigt zum Ziel.

Schwung

Schwingen Sie am Baum vorbei und nicht Richtung Ziel.

Schlägerwahl

Durch das starke Schließen des Schlägers verlieren Sie extrem viel Loft. Versuchen Sie das auszugleichen und nehmen zum Beispiel lieber ein Wedge – Hauptsache mehr Loft.

Strategie

Mit diesem Rettungsschlag sind Sie zu rück im Spiel. Länge generieren Sie da mit kaum, aber Sie spielen Richtung Ziel und nicht quer zurück aufs Fairway.

Gehen Sie jetzt nicht in die Knie

So geht’s richtig!

Über den Dingen zu schweben, ist eine großartige Sache; über dem eigenen Ball zu stehen, bringt aber keine Freude. Weitergehen muss es dennoch. Lassen Sie sich von dieser Lage nicht in die Knie zwingen, sondern verbeugen Sie sich.

Ansprechposition

Greifen Sie den Schläger maximal lang, beugen den Oberkörper nach vorne und strecken dabei den Po nach hinten. Nehmen Sie einen breiteren Stand ein und stehen gut ausbalanciert am Ball. Bringen Sie Ihre Knie aus dem Weg und schaffen Sie Platz für Ihre Hände zum Schwingen.

Schwung

Der Winkel im Oberkörper muss gehalten werden, damit ein sauberer Ballkontakt möglich ist. Daher ist nur eine geringe Schwungintensität möglich.

Falsch: Versuch einer normalen Ansprechposition und dabei nur in die Knie gehen – so kommen die Hände nicht an den Knien vorbei.

Schlägerwahl

Je länger der Schläger, um so besser kommen Sie an den Ball. Aber: Je mehr Loft der Schläger hat, um so besser. Wählen Sie daher lieber einen Schläger mit mehr Loft – damit generieren Sie eher einen guten Ballkontakt.

Strategie

Distanzschläge sind mit diesem Rettungsschlag nicht möglich. Erspielen Sie sich eine gute Balllage für Ihren nächsten Versuch und akzeptieren Sie einen zusätzlichen Schlag.

Auge in Auge mit dem Ball

Wer seinem Ball auf Augenhöhe begegnet, weiß, dass es ein Problem gibt. Entweder ist der Kopf zu nah am Boden, oder der Ball liegt deutlich höher als normal. Wer in der Schräge einen normalen Golfschlag macht, wird selbst mit einem guten Ballkontakt seinen Ball deutlich weiter links wiederfinden als geplant.

Ansprechposition

Der Stand ist etwas aufrechter als bei einer normalen Lage. Greifen Sie den Schläger kürzer, wenn der Ball stark erhöht liegt. Je flacher der Schaft wird, um so mehr zeigt die Schlagfläche nach links. Gleichen Sie dies aus, indem Sie mehr nach rechts zielen oder die Schlagfläche etwas öffnen. Eine Kombination aus beiden ist eine gute Lösung.

Schwung

Schwingen Sie etwas runder, eher um den aufrechten Oberkörper herum.

Schlägerwahl

Durch das Öffnen des Schlägers haben Sie mehr Loft – mehr Flughöhe und weniger Länge sind die Folge. Gleichen Sie das durch ein niedrigeres Eisen mit weniger Loft aus.

Strategie

Mit einem sauberen Ballkontakt sind gute Golfschläge möglich. Wer öfters auf hügeligem Terrain spielt, sollte eine kleine Trainingseinheit einlegen, um ein Gefühl für diesen Schlag zu entwickeln.

Flach oder hoch ist nicht normal

Ein normaler Golfschwung auf geraden, ebenen Fairways ist ein Traum. Doch selbst in der perfekten Lage verlangt es das Design der Spielbahn manchmal, den Ball unter einem großen Baum durchzuspielen oder zu überspielen. Wer die Flughöhe des Balles kontrollieren kann, bringt eine große Variabilität in sein Spiel. Tino steht drei Mal am Abschlag. Normale Ansprechposition mit dem dazu passenden Treffmoment, sowie ein flacher Punch und ein hoher Schlag.

Golf Trainingstipps: Ansprechposition mit dem Eisen – Standardschlag

† normaler, persönlicher Schwung,

† Hände leicht vor dem Ball,

† Gewicht mittig

Treffmoment mit dem Eisen – Standardschlag

† Gewicht schon deutlich auf dem linken Fuß,

† Hände vor dem Ball,

† Kopf und Oberkörper schon weiter links

Ansprechposition mit dem Eisen – flacher Ballflug

† Ballposition mehr rechts im Stand,

† Gewicht links während des gesamten Schwungs,

† reduzierter Schwung,

† eventuell Schläger kürzer greifen,

† bewusst nach unten auf den Ball schlagen,

† Das Geisterbild ist der Unterschied zur Standard Ansprechposition

Treffmoment mit dem Eisen – flacher Ballflug

† Gewicht stark auf dem linken Fuß,

† Hände deutlich vor dem Ball,

† Kopf und Oberkörper weiter links,

† Das Geisterbild ist der Unterschied zum Standard Treffmoment

Ansprechposition mit dem Eisen – hoher Ballflug

† Ballposition etwas mehr links,

† Oberkörper Schwerpunkt mehr rechts, hinter dem Ball,

† Das Geisterbild ist der Unterschied zum Standard Setup

Treffmoment mit dem Eisen – hoher Ballflug

† Oberkörper bleibt mehr hinten hängen,

† bewusstes nach oben Schlagen im Treffmoment,

† Handgelenke unterstützen mit »Löffelbewegung«,

† Schlagfläche zeigt schnell zum Himmel,

† Das Geisterbild ist der Unterschied zum Standard Treffmoment