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Masters 2026: Jahr eins nach Rory

Augusta ruft – kann das Drama des letzten Jahres überboten werden? GM blickt auf die 90. Auflage des Masters.

Der Titelverteidiger: Rory McIlroy
Der Titelverteidiger: Rory McIlroy

Was waren das für Emotionen im April 2025! Ein Duell im Stechen – um den Karriere-Grand-Slam für den einen und um späte Genugtuung für den anderen. Denn beiden – Rory McIlroy und Justin Rose – wurde von Augusta das Herz gebrochen. Für beide ging es um die große Revanche. Am Ende konnte es nur einen geben: Rory McIlroy erklomm den golferischen Olymp, Justin Rose verlor erneut im Playoff – wie schon gegen Sergio García 2017, durch ein Birdie am ersten Extraloch.

Rory McIlroy hatte vorher beinahe den Sieg aus der Hand gegeben, bevor er sich mit brillanten Schlägen auf den letzten Bahnen überhaupt ins Stechen retten konnte. Mehr Drama war nicht drin.

Wann und wo läuft das Masters im TV? Und wer sind die Kommentatoren?

Das Masters 2026 läuft wie alle anderen Majors auch auf Sky. Als Kommentatoren kommen an allen vier Tagen Florian Fritsch, Jonas Friedrich, Florian Bauer und Konsti Schad zum Einsatz.

Übertragungszeiten:

  • Montag, 06.04.: On The Range 18 Uhr – 20 Uhr | TV 18 Uhr – 20 Uhr
  • Dienstag, 07.04.: On The Range 15 Uhr – 17 Uhr | TV 15 Uhr – 17 Uhr
  • Mittwoch, 08.04.: On The Range 15 Uhr – 17 Uhr | TV 15 Uhr – 17 Uhr & 20 Uhr – 22 Uhr | Par-3-Contest am Abend
  • Donnerstag, 09.04.: On The Range 14:30 Uhr – 16:30 Uhr | TV 15:15 Uhr – 01:30 Uhr | Amen Corner 16:45 Uhr – 00 Uhr | Featured Groups 10 Uhr – 20:30 Uhr
  • Freitag, 10.04.: On The Range 14:30 Uhr – 16:30 Uhr | TV 15:15 Uhr – 01:30 Uhr | Amen Corner 16:45 Uhr – 00 Uhr | Featured Groups 10 Uhr – 20:30 Uhr
  • Samstag, 11.04.: On The Range 16 Uhr – 18 Uhr | TV 16:15 Uhr – 01 Uhr | Amen Corner 17:45 Uhr – 00 Uhr | Featured Groups 10 Uhr – 20:30 Uhr
  • Sonntag, 12.04.: On The Range 16 Uhr – 18 Uhr | TV 16:15 Uhr – 01 Uhr | Amen Corner 17:45 Uhr – 00 Uhr | Featured Groups 10 Uhr – 20:30 Uhr

Wie groß ist das Feld? Und wer spielt mit wem?

Beim Masters gibt es 25 verschiedene Teilnahmekriterien. Auch Sondereinladungen werden regelmäßig verschickt, in diesem Jahr allerdings nicht. Das Feld besteht 2026 aus 91 Spielern. Den Cut schaffen die Top 50 und Geteilten am Freitag.

Alle Infos zum 90. Masters

  • 9.–12. April 2026, Augusta National GC
  • Info: masters.com
  • Titelverteidiger: Rory McIlroy
  • Gesamtpreisgeld: 21 Millionen US-Dollar*
  • Siegerscheck: 4,2 Millionen US-Dollar*

Traditionell besteht das Masters-Feld auch aus einigen vielversprechenden Top-Amateuren. In diesem Jahr versuchen Ethan Fang (USA), Jackson Harrington (USA), Branden Holtz (USA), Mason Howell (USA), Fifa Laopakdee (Thailand) sowie Mateo Pulcini (Argentinien) ihr Glück. Der beste Amateur der Turnierwoche (sofern er den Cut schafft) wird traditionell mit dem Silver Cup ausgezeichnet und ist Teil der Siegerzeremonie.

Die Startzeiten werden ab Dienstag veröffentlicht.

Wer sind die Top-Favoriten?

In diesem Jahr dreht sich alles um die Frage: Ist Scottie Scheffler überhaupt zu schlagen? Der Weltranglistenerste hat in den letzten zwei Jahren eine Dominanz an den Tag gelegt, die an Tiger Woods erinnert. Klar, dass er auch beim Masters der ganz große Favorit ist, trotz eines leichten Schluckaufs zuletzt mit einigen nur mittelprächtigen Ergebnissen.

Schefflers Fabel-Bilanz der letzten vier Jahre beim Masters: Erster, Zehnter, Erster, Vierter. Ein Duell Scottie gegen Rory, den Weltranglistenzweiten – das wäre ein Showdown für die Geschichtsbücher und würde die Geschehnisse von 2025 noch einmal toppen.

Scottie Scheffler hilft Rory McIlroy ins Grüne Jackett
Scottie Scheffler hilft Rory McIlroy ins Grüne Jackett

Justin Rose ist der große Unvollendete, zumindest in Augusta, aber eigentlich auch überall sonst: Nachdem er als 17-jähriger Amateur sensationell Rang 4 bei der Open Championship erzielt hatte, folgten brillante 22 Top-Ten-Platzierungen bei Major-Turnieren – darunter sieben Plätze unter den ersten dreien. Aber: Er siegte nur einmal auf der ganz großen Bühne, nämlich bei der US Open 2013. (Als dickes Trostpflaster bleibt olympisches Gold in Rio 2016.) Es ist eine Karriere, die immer so wirkt, als wäre mehr drin gewesen. Hat der Engländer noch den Biss, das Feuer und die Länge, mit der 20 Jahre jüngeren Konkurrenz mitzuhalten? Es sieht ganz so aus. Der Sieg Anfang Februar bei der Farmers Insurance Open mit sieben Schlägen Vorsprung zeigt, dass man mit ihm rechnen muss. Gut so!

Die große LIV-Frage

Für die Buchmacher gehört aber ein ganz anderer Name zu den Topfavoriten: Bryson DeChambeau, der will in diesem Jahr unbedingt gewinnen. Auf jeden Fall hat der Longhitter seine frühe Saisonplanung präzise auf das Masters ausgerichtet. Nach Platz 6 im Jahr 2024 und dem erneut starken Auftritt im vergangenen Jahr soll es nun mit dem grünen Jackett klappen. Schon am 3. Januar drehte er mit seinem Caddie Greg Bodine eine Proberunde, weitere Runden folgten. Bryson ist lang, mit zwei Siegen zuletzt in Top-Form und nervenstark – eine perfekte Kombination für Augusta. Die so entscheidenden Par-5-Bahnen 13 und 15 sollten für den Star der LIV Tour nicht mehr als lange Par-4-Löcher sein, mithin sichere Birdies.

Bryson DeChambeau
Bryson DeChambeau

Was uns zum großen Thema LIV bringt. Wie werden sich die Rückkehrer Brooks Koepka und Patrick Reed schlagen? Reed gehört ja schon zum Gewinnerkreis – er gewann 2018 das Masters –, und Koepka ist zwar fünffacher Major-Sieger, doch die Masters-Trophäe fehlt in der Sammlung. Besonders Reed konnte einen ganz starken Saisonauftakt auf der DP World Tour feiern, wo er startberechtigt ist: Er gewann Ende Januar souverän die Hero Dubai Desert Classic und schaffte es bei der Bahrain Championship ins Stechen, wo er gegen Freddy Schott verlor. Schließlich gewann er das Qatar Masters. Lohn der Siegesserie: ein Sprung auf der Weltrangliste unter die Top 20 – zum ersten Mal seit drei Jahren. Im Gegensatz zu Koepka muss Reed auf der PGA Tour bis 2027 aussetzen.

Mit Rahm muss man immer rechnen

Was uns zu einem spannenden Szenario bringt: Angenommen, Patrick Reed gewinnt das Masters – würde die PGA Tour wirklich eine komplette Saison lang auf den Champion verzichten wollen?

Auch mit Jon Rahm muss man immer rechnen. Der letzte große LIV-Zugang konnte auf der Saudi-Tour 2025 etwas überraschend nicht siegen, spielte aber oft genug so weit vorn mit, dass er die Saisonwertung gewann. Dass er erkennbar mit seinem neuen Arbeitgeber fremdelt, ist offensichtlich. Die Strategie seiner Berater war es, noch einmal ordentlich abzukassieren, bevor der Zusammenschluss kommt. Dennoch ist der Spanier ein Fan-Liebling auf beiden Touren, was nur wenigen Spielern gelingt.

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Spielen Deutsche beim Masters mit?

Was ist mit einer deutschen Beteiligung? Leider nichts. Zumindest auf Altmeister Bernhard Langer war ja immer Verlass gewesen, der aufgrund seiner zwei Masters-Titel 1985 und 1993 lebenslanges Startrecht genoss und noch als Senior so manche Fabelrunden hinlegte. Unvergessen sein achter Platz 2014 – als 56-Jähriger. Doch Langer hat sich 2025 vom Masters als Spieler verabschiedet. Ein großer Verlust – nicht zuletzt, weil er den Rekord als ältester Spieler im Cut an Fred Couples abgeben musste. Als 63-Jähriger hatte der Anhausener 2020 beim Corona-Masters im November den Cut geschafft, doch 2023 zog der US-Amerikaner mit seiner Wochenendteilnahme vorbei, weil er fünf Monate älter war als Langer damals.

AUGUSTA, GEORGIA - APRIL 08: Bernhard Langer of Germany looks on during a practice round prior to the 2024 Masters Tournament at Augusta National Golf Club on April 08, 2024 in Augusta, Georgia. (Photo by Andrew Redington/Getty Images)
Bernhard Langer schaut den Spielern bei der Proberunde zu – Masters 2024

In den letzten beiden Jahren durfte sich noch Stephan Jäger über einen Startplatz freuen und schaffte es nach dem verpassten Cut 2024 im vergangenen Jahr sogar ins Wochenende – am Ende wurde es Rang 52. Inzwischen ist er deutlich aus den Top 50 der Welt gerutscht, die sich automatisch fürs Masters qualifizieren. Insofern wird in diesem Jahr kein Spieler aus Deutschland mit von der Partie sein.

Ist Tiger Woods beim Masters dabei?

Tiger Woods hatte lange offengelassen, ob er beim Masters in diesem Jahr abschlägt. Zuletzt hatte der Superstar bei der Open Championship 2024 bei einem offiziellen Tour-Event abgeschlagen. Zarte Hoffnungen keimten auf, als Woods vor zwei Wochen bei der TGL erstmals wieder Golfschwünge im Rampenlicht ausführte. Dann folgte der nächste Rückschlag: Der 15-malige Major-Gewinner war in einen Autounfall verwickelt. Möglicherweise unter Einfluss von Medikamenten. Auf Twitter verkündete er, sich zunächst zurückzuziehen und den Fokus auf die Gesundheit zu legen. Mittlerweile soll er sich in der Schweiz behandeln lassen.

»Leider werde ich nächste Woche nicht beim Masters spielen und für eine längere Zeit ausfallen, während meine Familie weiterhin eine persönliche gesundheitliche Situation bewältigt. Ich habe großen Respekt vor dem Augusta National Golf Club, und es ist ohne Zweifel die besondere Woche des Jahres. Ich wünsche allen viel Erfolg und werde zuschauen.«

Phil Mickelson

Leider zog auch Phil Mickelson seine Teilnahme aus privaten Gründen zurück. Damit treten zum ersten Mal seit 1994 weder Tiger noch Phil beim Masters an.

Was dennoch sicher ist: Das Masters wird uns wieder alles bieten. Auf den sagenhaft sattgrünen Fairways, den schneeweißen Bunkern und den blitzschnellen Grüns werden Favoriten scheitern und Außenseiter glänzen. Große Geschichten werden erzählt, Dramen werden sich abspielen. Freuen wir uns auf das erste, das glamouröseste und ganz sicher das fotogenste Major des Jahres.

Champions Dinner: Was gibt es zu essen?

champions dinner 2024, Augusta
Champions Dinner 2024

Das sogenannte Champions Dinner – auch „Masters Club“ genannt – ist eine der exklusivsten Traditionen im Golfsport. Seit 1952 lädt der amtierende Masters-Sieger am Dienstag der Turnierwoche alle lebenden früheren Champions zu einem gemeinsamen Abendessen im Augusta National ein. Zutritt haben ausschließlich Gewinner des Grünen Jackets sowie der Clubvorsitzende. Der Titelverteidiger fungiert als Gastgeber, legt das komplette Menü inklusive Getränke fest – und übernimmt auch die Kosten des Abends. Platz genommen wird traditionell ohne strenge Sitzordnung, lediglich der Gastgeber sitzt am Kopf der Tafel neben dem Chairman.

Menü von Rory McIlroy (2026)

  • Vorspeisen: Peach & Ricotta Flatbread, Rock Shrimp Tempura
  • Erster Gang: Yellowfin Tuna Carpaccio
  • Hauptgänge (zur Auswahl): Wagyu Filet Mignon oder Gebratener Lachs
  • Beilagen: Traditional Irish Champ
  • Dessert: Sticky Toffee Pudding
  • Getränke (Auswahl): Hochwertige Weine, u. a. Château Lafite Rothschild 1990

Viele Gerichte haben persönlichen Bezug zu McIlroy – von Kindheitserinnerungen bis zu Lieblingsrestaurants – und machen das Dinner jedes Jahr zu einem sehr individuellen Abend.