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Pre-Shot-Routine im Golf: Der Schlüssel zu Konstanz und Sicherheit

Die Pre-Shot-Routine ist einer der wirkungsvollsten, aber oft unterschätzten Faktoren im Golf. Sie verbindet Technik, Taktik und Mentalität zu einem stabilen Ablauf.

Golfer kurz vor dem Schlag
Schlagvorbereitung: So könnte es gehen

Auf dem Platz gibt es Bereiche, die man als Spieler beeinflussen und steuern kann. Wohingegen das Wetter, die Tagesform Platzverhältnisse oder Mitspieler außerhalb des Einflussbereichs liegen. Umso wichtiger ist es, die steuerbaren Bereiche stets kontrollieren zu können – dazu gehören die innere Einstellung zum Spiel und die individuelle Schlagvorbereitung.

Nicht allein die Technik entscheidet über gute Schläge, sondern die Fähigkeit, sie unter wechselnden Bedingungen zuverlässig abzurufen. Genau hier setzt die Pre-Shot-Routine an. Sie schafft Struktur, reduziert mentale Störfaktoren und sorgt dafür, dass jeder Schlag nach demselben inneren Ablauf vorbereitet wird – unabhängig von Spielsituation, Druck oder Nervosität.

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Warum eine Pre-Shot-Routine so wichtig ist

Golf ist ein Sport mit hoher Varianz: unterschiedliche Lagen, Distanzen, Windverhältnisse und mentale Belastungen. Eine feste Pre-Shot-Routine wirkt dabei wie ein Anker. Sie verlagert den Fokus weg vom Ergebnis hin zum Prozess – und genau das ist entscheidend für Konstanz.

Spieler ohne klare Routine neigen dazu,

  • Entscheidungen zu spät oder mehrfach zu treffen
  • unter Druck hektisch zu werden
  • technische Gedanken bis in die Schlagbewegung mitzunehmen

Eine etablierte Routine schafft dagegen Wiederholbarkeit und Vertrauen.

Was eine gute Pre-Shot-Routine auszeichnet

Eine effektive Pre-Shot-Routine ist kurz, klar und immer gleich. Sie besteht nicht aus möglichst vielen Schritten, sondern aus den richtigen. Entscheidend ist, dass Planung und Ausführung strikt getrennt werden.

Grundsätzlich gliedert sich eine bewährte Routine in drei Phasen:

  1. Analyse und Entscheidung
  2. Visualisierung und Commitment
  3. Ausführung ohne technische Gedanken
Vor dem Schlag werden alle relevanten Faktoren bewusst erfasst: Distanz, Wind, Lie, Zielbereich und Schlägerwahl.
Vor dem Schlag werden alle relevanten Faktoren bewusst erfasst: Distanz, Wind, Lie, Zielbereich und Schlägerwahl.

Phase 1: Analyse und klare Entscheidung

Vor dem Schlag werden alle relevanten Faktoren bewusst erfasst: Distanz, Wind, Lie, Zielbereich und Schlägerwahl. Wichtig ist, dass diese Analyse außerhalb der Ansprechposition stattfindet. Sobald die Entscheidung getroffen ist, wird sie nicht mehr hinterfragt.

Diese Klarheit verhindert Zweifel – ein häufiger Auslöser für schlechte Schläge.

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Phase 2: Visualisierung und mentale Vorbereitung

Nach der Entscheidung folgt die Visualisierung. Der gewünschte Ballflug wird innerlich vorgestellt: Startlinie, Kurve, Landepunkt. Viele Spieler verbinden diese Phase mit einem Probeschwung, der nicht technisch, sondern rhythmisch ausgeführt wird.

Ziel ist es, ein positives Bewegungsgefühl zu erzeugen – nicht, Fehler zu korrigieren.

Phase 3: Ausführung im Autopilot

In der Ansprechposition gilt eine einfache Regel: keine Technikgedanken mehr. Der Schlag wird ausgelöst, sobald das Setup stimmt und ein klares inneres „Go“ vorhanden ist. Die Bewegung läuft automatisiert ab.

Wer an dieser Stelle noch korrigieren will, greift in einen Prozess ein, der bereits abgeschlossen sein sollte.

Pre-Shot-Routine unter Druck

Gerade in Drucksituationen – enge Matches, wichtige Putts, Turniere – zeigt sich der wahre Wert einer Routine. Sie sorgt dafür, dass sich der Ablauf nicht verändert, obwohl sich die Situation verändert.

Erfolgreiche Spieler nutzen ihre Routine bewusst als Schutzmechanismus gegen:

  • Ergebnisdenken
  • äußere Störungen
  • Nervosität und Zeitdruck
Rafa Nadal ist bekannt dafür, seine Routinen strikt einzuhalten
Rafa Nadal ist bekannt dafür, seine Routinen strikt einzuhalten

Routine ist individuell – aber trainierbar

Es gibt keine universelle Pre-Shot-Routine, die für alle funktioniert. Länge, Tempo und einzelne Elemente müssen zur Persönlichkeit des Spielers passen. Entscheidend ist jedoch, dass die Routine trainiert wird – nicht nur im Turnier, sondern vor allem im Training.

Empfehlenswert ist es,

  • die Routine bei jedem Trainingsball anzuwenden
  • sie auch bei kurzen Schlägen und Putts konsequent durchzuziehen
  • sie gemeinsam mit dem Trainer oder Mentalcoach zu reflektieren

Häufige Fehler bei der Pre-Shot-Routine

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Typische Probleme entstehen, wenn:

  • die Routine unter Druck verkürzt oder verändert wird
  • technische Gedanken Teil der Routine werden
  • die Entscheidungsphase zu lange dauert
  • Probeschwünge keine klare Funktion haben

Eine gute Routine ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug.

Fazit: Gleicher Ablauf, unabhängig vom Schlag

Die Pre-Shot-Routine ist einer der wirkungsvollsten, aber oft unterschätzten Faktoren im Golf. Sie verbindet Technik, Taktik und Mentalität zu einem stabilen Ablauf. Wer sie konsequent trainiert und beibehält, schlägt nicht automatisch jeden Ball perfekt – aber deutlich konstanter.

Im Golf gewinnt nicht der Spieler mit den meisten Gedanken, sondern der mit dem klarsten Ablauf.