Ein konstanter Eisenschlag gelingt dann, wenn drei Grundlagen stimmen: Griff, Set-up und Rotation. Wer diese sauber kombiniert, trifft mehr Greens, verbessert den Ballkontakt und reduziert Streuung deutlich. PGA-Profis erklären, worauf es wirklich ankommt – und welche Fehler unbedingt vermieden werden sollten.
Die Qualität der Annäherungsschläge entscheidet im Golf häufig über den Score. Gerade mit den Eisen zeigt sich, wie stabil Technik und Wiederholbarkeit wirklich sind. Umso wichtiger ist ein verlässlicher Standardschlag, auf den jederzeit zurückgegriffen werden kann.
Warum misslingen Eisenschläge so häufig?
Die meisten Probleme entstehen nicht im Treffmoment, sondern bereits davor. Kleine Fehler im Setup oder Griff wirken sich direkt auf den gesamten Schwung aus.
Typische Fehler:
- „Zuschlagen“ statt durchschwingen
- falsche Ballposition
- zu viel Gewicht auf Fersen oder Zehen
- instabiler oder falscher Griff
- fehlende Rotation im Schwung
Ansprechhaltung
Wie sieht das richtige Set-up beim Eisenschlag aus?
Das Set-up ist die Basis für jeden erfolgreichen Schlag. Stimmen die Ausgangsbedingungen nicht, muss der Körper im Schwung kompensieren.
Das Becken kippt leicht nach hinten, während sich der Oberkörper nach vorne neigt. Das Gewicht liegt stabil auf dem Mittelfuß. Wichtig ist, dass die Körperwinkel harmonisch zueinander passen und nicht übertrieben werden.
Die Ballposition variiert je nach Schläger:
- kurze Eisen: eher mittig
- lange Eisen: weiter links (bei Rechtshändern)
Typische Fehler im Set-up:
- zu stark gebeugte Knie
- Oberkörper zu aufrecht oder zu tief
- falsche Ballposition
Wie hält man den Golfschläger beim Eisenschlag richtig?
Der Griff ist das einzige Bindeglied zwischen Spieler und Schläger – und damit entscheidend für die Schlagfläche.
Es gibt drei gängige Griffarten:
- Beim Overlap-Griff liegen alle Finger am Griff, nur der kleine Finger der rechten Hand umschließt den linken Zeigefinger
- Beim Interlook-Griff verhaken sich der kleine Finger und der Zeigefinger
- Beim Baseball-Griff liegen alle Finger direkt am Griff an
Unabhängig von der Variante gilt: Der Schläger sollte durch die Finger verlaufen, nicht durch die Handfläche. Die Hände arbeiten als Einheit und sind leicht zueinander gedreht, sodass eher die Handrücken sichtbar sind.
»Es ist ein zueinander Drehen der Hände. Beim Blick von oben sind eher die Handrücken als die Fingernägel zu sehen.«
PGA-Pro Pascal Rehrmann
Warum der Griff so wichtig ist:
Ein falscher Griff führt fast immer zu einer falschen Schlagfläche – und damit zu Slice, Hook oder unkontrollierten Ballflügen.
Typische Fehler:
- Griff zu sehr in der Handfläche
- Hände arbeiten gegeneinander
- zu schwacher oder zu starker Griff
Warum ist Rotation der Schlüssel für einen guten Eisenschlag?
Viele Spieler versuchen, den Ball mit den Armen zu schlagen. Entscheidend ist jedoch die Rotation des Oberkörpers.
Die Energie im Golfschwung entsteht aus der Drehbewegung – nicht aus Kraft in den Armen. Für Rechtshänder verläuft die Bewegung von rechts nach links durch den Ball.
Eine saubere Rotation sorgt für:
- besseren Ballkontakt
- mehr Länge
- stabilere Flugkurve
Typische Fehler:
- kein vollständiger Durchschwung
- zu wenig Rotation
- zu viel Arm-Einsatz
»Wichtig ist vor allem, dass auf den Standardschlag immer Verlass ist, denn dieser bringt einen über die Runde. Checkt also regelmäßig eure Ansprechposition, Griff und Flugbahn.«
Esther Henseleit, deutsche Solheim-Cup-Spielerin
Schritt-für-Schritt: So gelingt der Standard-Eisenschlag
- Griff neutral aufbauen
Hände arbeiten als Einheit, Griff liegt in den Fingern - Set-up kontrollieren
Gewicht mittig, Körperwinkel abgestimmt - Ballposition wählen
Je nach Eisen leicht variieren - Rotation einleiten
Bewegung aus dem Oberkörper, nicht aus den Armen - Durchschwingen
Bewegung Richtung Ziel fortsetzen
Jessica Schönfelder
Werdegang: Nach dem Jura-Studium Ausbildung zur Golflehrerin bei Paul Dyer. Seit 2017 im Strandgrün Golf-& Spa Resort Timmendorfer Strand.
Pascal Rehrmann
Werdegang: Nach dem Abitur Ausbildung zum Golflehrer im Stuttgarter GC Solitude. Seit 2022 im Lübeck-Travemünder Golf-Klub.
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