Training

Perfekter Trainingsplan: So werden Clubgolfer wirklich besser

Wer besser golfen möchte, braucht keinen perfekten Trainingsplan, sondern einen passenden. Von Range-Routine bis Kurzspiel-Fokus: Wir zeigen, wie Clubgolfer ihre Zeit sinnvoll einsetzen können – und warum ehrliche Analyse wichtiger ist als der nächste Technik-Tipp.

Eimer mit Golfbällen auf Driving Range
»Eine gute Trainingseinheit braucht Aufgabe, Ziel und Feedback – sonst ist es meist nur Ballverbrauch.« Paul Dyer

Viele Amateurgolfer trainieren regelmäßig – verbessern sich aber kaum. Der Grund liegt oft nicht im fehlenden Fleiß, sondern in einem unpassenden Trainingsplan.

Gezieltes Golftraining beginnt mit einer ehrlichen Analyse der eigenen Schwachstellen: Die meisten Amateurgolfer verlieren ihre Schläge nicht beim Abschlag, sondern innerhalb von 30 Metern ums Grün. Wer weiß, wo er tatsächlich Schläge verschenkt – am besten mit Hilfe von Strokes-Gained-Apps wie Bebrassie –, kann einen individuellen Trainingsplan erstellen, der Kurzspiel, Eisentraining und Platzpraxis sinnvoll kombiniert und nachhaltigen Fortschritt erzeugt.

Auf einen Blick

  • Strukturiertes Training ist effektiver als bloßer Fleiß: Technik, Kurzspiel, Spielpraxis, Mentaltraining und Körpervorbereitung müssen sinnvoll kombiniert werden.
  • Die meisten Amateure verlieren ihre Schläge innerhalb von 30 Metern ums Grün – nicht beim Abschlag, wie oft vermutet.
  • Strokes Gained, entwickelt von Mark Broadie, gilt auf Profi-Touren als Goldstandard der Spielanalyse und hält zunehmend Einzug in Amateur-Apps.
  • Bereits 60 strukturierte Trainingsminuten pro Woche (10 Min. Putten, 20 Min. kurzes Spiel, 25 Min. Eisen, 5 Min. Reflexion) bringen mehr als stundenlanges planloses Balleschlagen.

Struktur schlägt Fleiß

Jeder Golfer möchte besser werden. Die Ziele unterscheiden sich allerdings deutlich: Die einen wollen entspannter über die Runde kommen, die anderen ihr Handicap drücken, einstellig werden oder endlich länger driven. Also werden Technik-Videos geschaut, Trainerstunden gebucht und auf der Range viele Bälle geschlagen.

Was dabei oft unterschätzt wird: Fortschritt entsteht nicht nur durch Fleiß, sondern vor allem durch Struktur – und durch den richtigen Mix aus Technik, Spielpraxis, Kurzspiel, mentaler Arbeit und körperlicher Vorbereitung.

Sobald es konkret wird, bleibt das Thema Trainingsplanung oft erstaunlich vage. Denn selbst wenn Coaches, Pros oder Akademien Einblicke geben, lässt sich gutes Golftraining nicht einfach kopieren. »Individualität bei Trainingsplänen ist das A und O«, weiß auch Paul Dyer, der mit seiner Online-Trainingsakademie angepasste Trainingspläne erstellt. Aus der täglichen Trainingspraxis weiß der PGA-Professional aus Großensee: »Die meisten Golfer trainieren zuerst das, was sie frustriert – nicht das, was ihnen wirklich Schläge kostet.«

Tipps vom Master-Pro: Paul Dyer
Tipps vom Master-Pro: Paul Dyer

Hinter gutem Training steckt kein System, sondern ein Prozess – individuell, dynamisch und abhängig von Spielstärke, Zeitbudget und Zielen. Was für den einen gut ist, hilft dem anderen nicht weiter. Wer besser werden will, braucht keinen perfekten Plan, sondern den richtigen für sich selbst.

Sinnvolles Training setzt voraus, sich vor jeder Wochenplanung zwei Fragen zu beantworten:

  • Wie viel Zeit habe ich realistisch?
  • Wo verliere ich tatsächlich meine Schläge?

Während der jeweils verfügbare zeitliche Umfang noch halbwegs realistisch eingeschätzt werden kann (»zwei Mal die Woche für zwei Stunden auf die Range«, »jeden Freitagabend eine Stunde«, »drei Mal wöchentlich Training«), ist die korrekte Beantwortung der zweiten Frage für viele meist weniger einfach. Und genau hier liegt das Problem.

Grauzone Ist-Zustand

Selbst wenn regelmäßig Golf gespielt wird, kennen viele Spieler nicht ihre Stärken und Schwächen – und dazu reicht es nicht, wenn es heißt: »Alle sagen, mein kurzes Spiel ist gut«. Wenn ein effizienter und individueller Trainingsplan verfolgt werden soll, muss man die Schwachstellen des eigenen Spiels genau kennen, damit man sich entscheiden kann, ob zunächst an kurzen Chips unter 15 Metern, an Fairwaybunkerschlägen oder an Pitches aus 30 Metern gearbeitet werden sollte.

Ein typischer Fall: Ein Spieler ärgert sich über zwei verzogene Drives, verliert aber in Wahrheit vier bis fünf Schläge rund ums Grün – durch missglückte Chips, schwache Längenkontrolle und vergebene Putts aus zwei Metern.

Der Schlüssel: Eine ehrliche Rundenanalyse

Viele Spieler glauben, ihr Problem zu kennen. Der Driver ist zu kurz. Die Eisen sind unkonstant. Der Putter funktioniert nicht. Die Realität sieht oft anders aus. Nicht selten klagen Spieler über ihre Tee-Shots, verlieren ihre Schläge aber rund ums Grün. Innerhalb von 30 Metern zur Fahne werden aus zwei Schlägen schnell drei oder vier.

Genau dort entscheidet sich oftmals der Score.

Um gezielt trainieren zu können, muss bekannt sein, wo Schläge verloren gehen. Meist trainieren Amateure vor allem das, was sie mögen – nicht das, was ihnen den Score ruiniert.

AGAPS: der einfache Einstieg

AGAPS bewertet Ergebnisse nur grob – nicht die Ursachen.
AGAPS bewertet Ergebnisse nur grob – nicht die Ursachen.

Eine klassische Scorekarten-Statistik wie das AGAPS könnte helfen – das System erfasst die wichtigsten Kennzahlen für:

  • Abschlag (Fairway getroffen?)
  • Grün in Regulation
  • Annäherung
  • Putts
  • Score

Der Score samt einer Mini-Statistik ist schnell notiert; besser als nichts. Aber: AGAPS bewertet Ergebnisse nur grob – nicht die Ursachen. Ob ein Chip aus 35 Metern solide war oder ein Lob-Shot aus 20 Metern misslang, bleibt unsichtbar.

Schnell manuell erfasste Statistiken wie AGAPS liefern Orientierung, aber keine Antworten. Streuung, Distanzkontrolle oder strategische Fehler werden nicht erfasst. Für die eigene Standortbestimmung kann es dennoch hilfreich sein, die letzten drei bis fünf Runden wenigstens grob nachzubereiten. Schon das zeigt oft, wo sich Muster und Schwachstellen häufen.

Strokes Gained: der neue Standard

Spätestens seit Mark Broadies »Strokes Gained«-Modell hat sich die Trainingslogik verändert. Statt nur zu zählen, was passiert, wird bewertet, wie gut ein Schlag im Vergleich zum Durchschnitt ist. Für Amateure ist Strokes Gained vor allem deshalb spannend, weil es den Kontext mitliefert.

32 Putts müssen kein schlechtes Putting bedeuten – genauso wenig wie ein getroffener Schlag automatisch ein guter Schlag war. Entscheidend ist, wie schwierig die Ausgangslage war und was im Vergleich zu erwarten gewesen wäre. Das Ergebnis: präzise Stärken-Schwächen-Profile, klare Trainingsprioritäten und eine objektive Bewertung statt Bauchgefühl.

Auf Profi-Touren ist Strokes Gained längst Standard; im Amateur- und Coachingbereich findet das Modell zunehmend Eingang in Analyse-Apps und Trainingssteuerung. Der große Vorteil für Amateure: Strokes Gained zeigt nicht nur, was schiefgeht, sondern wo ein Schlag im Vergleich zu einem Referenzwert wirklich einzuordnen ist.

Ein Drei-Putt aus 25 Metern ist etwas anderes als ein Drei-Putt aus acht Metern. Und ein Annäherungsschlag aufs Vorgrün kann je nach Lage solide oder schwach gewesen sein.

Von Strichlisten zu Datenmodellen

Bebrassie-App: Der Mehrwert liegt nicht in der Statistik, sondern in der Trainings­ableitung: Wo gehen Schläge verloren, warum passiert das – und was sollte als Nächstes trainiert werden?
Bebrassie-App: Der Mehrwert liegt nicht in der Statistik, sondern in der Trainings­ableitung: Wo gehen Schläge verloren, warum passiert das – und was sollte als Nächstes trainiert werden?

»Man benötigt zur wirklichen Bewertung einer Runde Strokes-Gained-Daten – und diese Berechnung ist so komplex, dass sie händisch praktisch nicht machbar ist«, erklärt PGA-Professional Oliver Neumann, der gemeinsam mit Jean Blaufuß die Rundenanalyse-App Bebrassie entwickelt hat. Der Mehrwert liegt nicht in der Statistik, sondern in der Trainingsableitung: Runden werden dokumentiert, ausgewertet, einschließlich Stärken- und Schwächenanalyse des eigenen Spiels, GPS-Entfernungsmesser, digitaler Scorekarte und strategischen »Gameplan«-Ansichten mit automatischer Schlägerkennung (Auto Shot Detection).

Wo gehen Schläge verloren, warum passiert das – und was sollte als Nächstes trainiert werden? Nach der Runde werden die erfassten Schläge im Dashboard ausgewertet – inklusive detaillierter Statistiken wie Schlaglängen und Streuung. Der Vorteil: Das eigene Spiel wird messbar und visuell aufbereitet.

Statistik ersetzt aber keine Entscheidung. Eine gute Analyse beantwortet immer drei Fragen: Wo werden die Schläge verloren? Warum werden so viele Schläge verloren? Was sollte daraus resultierend trainiert werden?

Von der Statistik zur Trainingshandlung

Fortschritt entsteht erst, wenn aus Zahlen klare Handlungen resultieren. Viele Golfer gehen auf die Range, schlagen einen Korb Bälle – und nennen das Training. Doch in Wirklichkeit ist das oft nur Beschäftigung.

Wer beispielsweise auf der Runde regelmäßig Putts aus fünf bis acht Metern für Birdie hat, diese Chancen aber kaum nutzt, sollte die nächste Einheit nicht mit 30 Drives beginnen. Sinnvoller wäre ein Block mit Distanzkontrolle aus acht bis zwölf Metern, gefolgt von Serientrainings aus 1,5 bis 2,5 Metern.

»Beim Putten trennt man die beiden Teile Zielen und Schießen«, erklärt Michael Wimmer
+»Beim Putten trennt man die beiden Teile Zielen und Schießen«, erklärt Michael Wimmer

Dyer gibt ein Beispiel aus der Trainingspraxis: »Eine meiner Schülerinnen, Handicap 23, glaubte, dass sie vor allem durch ihren Abschlag Schläge verliert. Die Auswertung von drei Runden zeigte aber: Nur zwei Strafschläge vom Tee, dafür elf verfehlte Up-and-down-Chancen und mehrere Drei-Putts. Die Schlussfolgerung fürs Training: zwei Wochen Fokus auf Putten aus 1,5 bis 3 Metern und Chips aus 10 bis 25 Metern statt Driver-Session.«

Blick auf die Profis: Struktur statt Zufall

Tour-Profis strukturieren ihr Jahr in Trainingsphasen, Turnierphasen und Regeneration und kommen in Hochphasen auf ein enormes Pensum von fünf bis acht Stunden täglich. Für den Freizeitgolfer lässt sich ableiten: nicht der Umfang dient als Vorbild, wohl aber die Struktur.

Ein Trainingsplan ist kein Korsett, sondern ein Werkzeug, um besser zu spielen und mit weniger Unmut über die Runde zu kommen. Hier ein paar goldene Regeln für eine sinnvolle Trainings-Session:

  • Short Game first: Weil hier bei vielen Amateuren die meisten vermeidbaren Schläge liegen
  • Gezielte Range-Arbeit: Nicht Ballkorb leerschlagen, sondern Aufgaben trainieren (Ballflug, Schlagformen, Wiederholbarkeit)
  • On-Course-Training: Entscheidungen, Routinen und Schlagwahl unter echten Bedingungen
  • Mentales Training: Fokus, Pre-Shot-Routine, Zielbild, Akzeptanz
Tour-Profis kommen in Hochphasen auf ein enormes Pensum von fünf bis acht Stunden täglich.
Tour-Profis kommen in Hochphasen auf ein enormes Pensum von fünf bis acht Stunden täglich.

Für jedes Spielniveau gilt: Trainingspläne werden ständig angepasst. Musste Anfang des Monats noch der Grünbunkerschlag trainiert werden, ist es ein paar Wochen später vielleicht eher der Standard-Eisenschlag aus 100 Metern. Oder, frei nach Bernd Ritthammer: Entscheidend ist nicht, wie viel man trainiert – sondern was.

Wo verliere ich meine Schläge?

Wer noch nicht mit einer modernen App arbeitet, sollte sich nach der Runde folgende Fragen stellen:

  • Wie viele Schläge habe ich innerhalb von 30 Metern verschenkt?
  • Wie oft habe ich mich nach einem schlechten Schlag mit dem nächsten Fehler bestraft?
  • Wo habe ich durch schlechte Strategie statt durch technische Fehler Schläge verloren?
  • Welche Distanz kam heute auffällig oft vor?
Ian Holloway, »PGA Teacher of the Year« 2024.
Ian Holloway, »PGA Teacher of the Year« 2024.

Spaß ist kein Widerspruch

Gezieltes Training ist kein Strafprogramm. Im Gegenteil. Challenges, Zielspiele und kleine Wettkämpfe bringen Druck ins Training – und machen Fortschritt messbar. Und genau das motiviert. Selbst kleine, strukturierte Einheiten sind effektiver als planloses Dauertraining. Trainingspläne können bis ins kleinste Detail präzisiert und auf einen Teilbereich des Spiels heruntergebrochen werden.

Besonders hilfreich sind kleine Tests. Im kurzen Spiel bietet sich zum Beispiel ein Par-18-Parcours an: neun Stationen rund ums Grün, jeweils mit nur einem Ball. Ziel ist es, den Ball aufs Grün zu spielen und den anschließenden Putt zu lochen. Solche Formate bringen Druck ins Training, machen Fortschritte sichtbar – und lassen sich alleine oder als Wettbewerb zu zweit spielen – fordern Sie doch einfach jemanden auf der Range heraus.

Der Plan ist der Weg

Wer weiß, wie viel Zeit realistisch zur Verfügung steht und wo die Schläge tatsächlich verloren gehen, hat den wichtigsten Schritt bereits gemacht. Von dort an wird Training greifbar: analysieren, priorisieren, gezielt üben – und auf dem Platz überprüfen, ob es wirkt.

Genau so entsteht Fortschritt: nicht spektakulär, aber nachhaltig.

Vielfältigkeit der Trainingspläne

Paul Dyer arbeitet mit über 120 verschiedenen Trainingsplänen, dazu noch individuellen Anpassungen. Alleine im Bereich flacher Chip gilt: Ein Schlag, viele Trainingsziele.

  • Sauberer Treffmoment
  • Fluglängenkontrolle
  • Rollverhalten
  • Spinsteuerung
  • Taktik/Schlagwahl
  • Problem-Lagen
  • Bergauf/Bergab

Zudem können noch Mittigkeit des Treffens, Schlagflächenkontrolle und vieles weitere trainiert werden.

Beispiel einer strukturierten Trainingswoche

  • Dienstag: 60 Minuten Putten und kurzes Spiel
  • Donnerstag: 45 Minuten Eisen und Zieltraining
  • Samstag: 9 Löcher mit Fokus auf Schlagroutine und Entscheidungsqualität
  • Sonntag: 10 Minuten Nachanalyse

Ein strukturierter Trainingstag

Wer plant, regelmäßig einen effizienten Trainingstag zu absolvieren, muss sich kein strammes Profi-Programm schnüren.

Beispiel für circa 2 Stunden

1. Warm-up (10–15 Minuten): Stretchen, aufwärmen, locker einschwingen, kurze Chips, erste Putts

2. Kurzes Spiel (30–40 Minuten)
• 20 Putts aus 1,5 Metern im Kreis um ein Loch (Sicherheit)
• 10 Putts aus 6 Metern mit Fokus auf Längenkontrolle (Scoring)
• Chips & Pitches: 3 Balllagen rund ums Grün: eng gemäht, Semirough, Hanglage

3. Langes Spiel (40–50 Minuten)
• Eisen auf wechselnde Ziele
• 10 Bälle mit einem Eisen auf ein Ziel
• 10 Bälle mit Schlägerwechsel nach jeder Wiederholung
• 6 simulierte Bahnen: Ziel, Flugkurve, Schlagroutine

4. Transfer auf den Platz (wenn möglich 20–30 Minuten oder 3 bis 6 Löcher)
• Fokus auf Trainingsziel

5. Kurz-Analyse (5 Minuten)
Was hat funktioniert – was nicht?

Konkrete Trainingspläne

Wenig Zeit (1–2 Mal/Woche)

Ziel: maximale Effizienz
60 Minuten:

  • 10 Minuten Putten (3–5 m)
  • 20 Minuten kurzes Spiel (20–50 m)
  • 25 Minuten Eisen (Zieltraining)
  • 5 Minuten Reflexion

Wer nur 45 Minuten hat, sollte eine Priorität setzen: entweder kurzes Spiel plus Putten oder Eisen plus Transferübung – aber nicht alles gleichzeitig.

Handicap 18–36

Bei vielen Spielern in diesem Bereich kosten vor allem drei Dinge Schläge: unpräzise Kontakte rund ums Grün, schwache Distanzkontrolle und Strafschläge durch unnötige Risiken.

Wochenstruktur:

  • 2 x Training
  • 1 x Platzrunde

Verteilung:

  • 50 % kurzes Spiel
  • 30 % Eisen
  • 20 % Driver

Fortgeschrittene Spieler (HCP < 18)

Für stärkere Spieler lohnt sich eine engere Verknüpfung aus Datenauswertung und Training: etwa ein Vier-Wochen-Block mit Fokus auf Annäherungen aus 100 bis 140 Metern, kombiniert mit Putting-Aufgaben aus drei bis zehn Metern.

Typische Verlustzonen:

  • Annäherungen 100–180 m
  • Putts aus 3–10 m

Fokus:

  • Distanzkontrolle
  • Scoring-Zonen
  • On-Course Training

FAQ – Häufig gestellte Fragen…

Wie erstelle ich als Amateurgolfer einen sinnvollen Trainingsplan?

Ein sinnvoller Trainingsplan beginnt mit zwei Fragen: Wie viel Zeit steht realistisch zur Verfügung, und wo gehen tatsächlich die meisten Schläge verloren? Wer diese Fragen ehrlich beantwortet – idealerweise mit Hilfe einer Rundenanalyse oder App – kann gezielt priorisieren statt planlos Bälle zu schlagen.

Was ist Strokes Gained und warum ist es für Amateure relevant?

Strokes Gained ist ein statistisches Bewertungsmodell, das von Mark Broadie entwickelt wurde und jeden Schlag im Vergleich zu einem Referenzwert bewertet. Für Amateure liefert es präzise Stärken-Schwächen-Profile: Ein Drei-Putt aus 25 Metern wird anders bewertet als einer aus acht Metern, was Bauchgefühl durch objektive Daten ersetzt.

Wie viel Zeit sollte ich pro Woche fürs Golftraining einplanen?

Bereits ein bis zwei Trainingseinheiten pro Woche von 60 bis 90 Minuten sind wirkungsvoll, wenn sie strukturiert ablaufen. Wichtiger als der Umfang ist die Qualität: gezielte Aufgaben statt leere Ballkörbe schlagen. Ein Beispiel für eine Woche: Dienstag Putten und kurzes Spiel, Donnerstag Eisen und Zieltraining, Samstag eine Platzrunde mit Fokus.

Was ist das AGAPS-System beim Golf?

AGAPS ist eine klassische Scorekarten-Statistik, die fünf Kennzahlen erfasst: Abschlag (Fairway getroffen), Grün in Regulation, Annäherung, Putts und Score. Das System liefert schnelle Orientierung, zeigt aber keine Ursachen für Schlagverluste und erfasst weder Streuung noch Distanzkontrolle.

Welche Trainingsbereiche sind für Golfer mit Handicap 18–36 am wichtigsten?

Spieler mit Handicap 18 bis 36 verlieren die meisten Schläge durch unpräzise Kontakte rund ums Grün, schwache Distanzkontrolle und vermeidbare Strafschläge. Die empfohlene Trainingsverteilung lautet: 50 Prozent kurzes Spiel, 30 Prozent Eisen und 20 Prozent Driver – kombiniert mit mindestens einer Platzrunde pro Woche.

Was ist die Bebrassie-App und was kann sie?

Bebrassie ist eine Rundenanalyse-App, die von PGA-Professional Oliver Neumann und Jean Blaufuß entwickelt wurde. Sie bietet Strokes-Gained-Auswertung, GPS-Entfernungsmesser, digitale Scorekarte, automatische Schlagskennung (Auto Shot Detection) sowie eine strategische Gameplan-Ansicht – und leitet daraus konkrete Trainingsempfehlungen ab.

Was ist der Par-18-Parcours im Kurzspiel-Training?

Der Par-18-Parcours ist ein Trainingsformat für das kurze Spiel: An neun Stationen rund ums Grün wird jeweils mit einem Ball ein Chip oder Pitch gespielt und der anschließende Putt eingelocht. Par wäre 18 Schläge. Das Format erzeugt Druck, macht Fortschritte messbar und lässt sich alleine oder als Wettbewerb spielen.