Was waren das für spannende – und teilweise überraschende – Deutsche Meisterschaften 2026! Bei der 80. Austragung der nationalen Titelkämpfe im GC Teutoburger Wald in Halle/Westfalen könnten die Entscheidungen kaum unterschiedlicher fallen: Leonie Breutigam vom Hamburger GC dominiert das Finale der Frauen und gewinnt mit sechs Schlägen Vorsprung. Bei den Männern entscheidet dagegen am Ende ein einziger Schlag über Gold: Moritz Küls vom GC Neuhof rettet den Titel nach einem echten Finalkrimi ins Clubhaus.
Leonie Breutigam dreht das Finale
Dabei startet Breutigam nicht einmal als Führende in den Sonntag. Vivienne Bühle vom Stuttgarter GC Solitude geht mit einem Schlag Vorsprung in die letzte Runde, erlebt dort jedoch einen bitteren Tag. Eine 81 (+9) wirft sie bis auf Rang acht zurück.
Breutigam nutzt die Chance – und wie. Die 21-Jährige setzt sich früh von der Konkurrenz ab und spielt mit einer 69 (-3) gemeinsam mit Catharina Lohoff die beste Finalrunde des Tages. Nach Runden von 70, 73, 71 und 69 Schlägen beendet sie die Deutschen Meisterschaften bei fünf unter Par.
Damit bleibt Breutigam als einzige Spielerin des gesamten Feldes unter Par – und gewinnt mit satten sechs Schlägen Vorsprung. Erst zu Beginn dieses Jahres war sie zum Hamburger GC Falkenstein zurückgekehrt, nachdem sie zuvor für den GC Hamburg Wendlohe gespielt hatte. Für Breutigam ist der Deutsche Meistertitel der bislang größte Erfolg ihrer Karriere.
Sechs Schläge Vorsprung – aber kein Rekord
So deutlich der Erfolg ausfällt: Einen DM-Rekord stellt Breutigam damit nicht auf. Zum Vergleich: Esther Henseleit gewann die Deutschen Meisterschaften 2018 im GC Hardenberg mit unglaublichen 18 Schlägen Vorsprung. Ihre damalige Finalrunde von 64 Schlägen bedeutete zudem Platzrekord.
Silber teilen sich 2026 Luisa Hartmann vom GC Aldruper Heide und Catharina Lohoff vom G&LC Berlin-Wannsee bei jeweils +1. Lohoff sorgt dabei gleich zu Beginn ihrer Finalrunde für ein Highlight: Auf Bahn 2 locht sie nach einem starken Eisen 8 zum Eagle.
Moritz Küls übersteht einen turbulenten Start
Während Breutigam bei den Frauen früh für klare Verhältnisse sorgt, entwickelt sich der Kampf um den Deutschen Meistertitel der Männer zum Krimi.
Moritz Küls startet bei -1 als Führender in den Finaltag – und kassiert prompt vier Bogeys in Folge. Der Spieler des GC Neuhof fängt sich jedoch, locht wichtige Putts und bleibt trotz des Fehlstarts im Titelrennen.
Wie knapp es tatsächlich ist, erfährt Küls erst auf Bahn 17, als er erstmals einen Blick auf das Livescoring wirft.
Doppelbogey entscheidet den Titelkampf
Dort sieht zunächst alles nach einem anderen Sieger aus. Luca Scheublein vom GC Olching liegt nach 16 Löchern einen Schlag vorne. Doch auf der 17 verzieht er seinen Abschlag, trifft beim anschließenden Lay-up einen Baum und muss ein Doppelbogey hinnehmen.
Küls bringt schließlich eine 74 (+2) ins Clubhaus und beendet die vier Runden bei insgesamt +1. Das reicht: ein Schlag Vorsprung, Deutscher Meister 2026.
Scheublein und Arthur Akpinar vom G&LC Berlin-Wannsee teilen sich bei +2 den zweiten Platz.
80. Deutsche Meisterschaften im GC Teutoburger Wald
Damit tragen sich Leonie Breutigam und Moritz Küls bei der Jubiläumsausgabe in eine traditionsreiche Siegerliste ein. Die Deutschen Meisterschaften werden seit 1938 ausgetragen. In den vergangenen Jahren holten unter anderem Helen Briem, Hannah Karg und Christin Eisenbeiß bei den Frauen sowie Nils-Levi Bock, Marian Ludwig und Nils Dobrunz bei den Männern den Titel.
Der GC Teutoburger Wald erwies sich bei der 80. Austragung als anspruchsvolle Bühne. Wind, selektive Spielbahnen und die Notwendigkeit, den Ball konsequent in Position zu halten, verlangten den Spielerinnen und Spielern über vier Runden einiges ab – und sorgten vor allem bei den Männern für Spannung bis zu den letzten Löchern.
