120 Spielerinnen aus 37 Nationen gehen bei der fünften Auflage des Amundi German Masters powered by VcG an den Start und spielen um den Titel sowie ein Preisgeld von 52.200 Euro. Mit dabei sind auch 15 deutsche Spielerinnen. Neben Deutschlands Aushängeschild, der extra aus den USA angereisten Olympiamedaillengewinnerin Esther Henseleit, stehen unter anderem LPGA-Tour-Spielerin Helen Briem, Alexandra Försterling (Viertplatzierte der LET Order of Merit), Celina Sattelkau (zuletzt Fünfte bei der MCB Ladies Classic) und weitere starke Deutsche im Feld.
Platzrekord trotz holprigem Wochenstart
Leonie Harm hatte alles andere als eine optimale Vorbereitung: Am Montag spielte sie noch den Qualifier für die US Open. »Meine Putts haben alle die Lochkante geküsst – und sind nicht gefallen«, berichtete die 28-Jährige, die das Stechen um einen Schlag verpasste. Am Dienstag kam sie in Hamburg ohne Gepäck an, die geplante Einspielrunde fiel aus.
Davon ließ sich die Spielerin aus St. Leon-Rot jedoch nicht aufhalten. In Runde eins des Amundi German Masters unterschrieb sie eine lupenreine Scorekarte mit acht Birdies und stellte mit 65 Schlägen (–8) den Platzrekord ein. Gegenüber Golf Magazin erklärte die Profigolferin, sie habe sich in einen Flow gespielt.
»Ich bin happy mit meinem Leben gerade«, sagte Harm am Donnerstagnachmittag während einer Golf-Clinic der PGA of Germany. Dass sie sich nach ihrer Rekordrunde ausführlich Zeit für Fragen nahm, unterstreicht ihre derzeitige Gelassenheit. »Lange war Golf eine Hassliebe – und seit etwa einem Jahr ist es einfach Liebe.«
»Ich bin happy« – Leonie Harm über Krisen und neues Glück
»Ich habe sehr viel psychische Arbeit investiert, da ich mich 2023 und 2024 in einer sportlichen und auch existenziellen Krise befand. Ich war in Psychotherapie, was ich jedem, der mit sich selbst strauchelt, nur empfehlen kann. Vor gut einem Jahr hatte ich einen Durchbruch – dadurch hat sich mein Lebenssinn mehr oder weniger verändert. Und ich bin einfach glücklich.«
Ganz ohne Emotionen geht es dennoch nicht: »Natürlich gibt es Momente, in denen man sich aufregt. Es macht immer noch keinen Spaß, einen Triple-Bogey zu spielen.« Insgesamt aber überwiegt die Zufriedenheit: »Im Großen und Ganzen ist es ein wirklich cooles Leben, das ich genießen kann.«
Esther Henseleit auf Rang zwei
Lokalmatadorin Esther Henseleit liegt nach einer 66er-Runde (–7) auf dem Nord Course nur einen Schlag hinter Harm. »Das war ein großartiger Start«, sagte Henseleit. »Ich bin mir nicht sicher, ob mir das schon einmal gelungen ist – vier Birdies in Folge zum Auftakt. Auf diesen Bahnen bekommt man Chancen, es sind die kürzeren Löcher des Platzes.«
Auch die Unterstützung der Zuschauer beeindruckte die Olympiamedaillengewinnerin: »Es war großartig zu sehen, wie viele Leute draußen waren. Es müssen fünf Schulklassen gewesen sein, die mitgelaufen sind – es war wirklich schön, so viele Kinder zu sehen. Dazu kamen viele Mitglieder aus meinen Heimatclubs. Ich bin sehr glücklich, dass ich ihnen gutes Golf zeigen konnte.«
Sechs Deutsche unter den Top 10
Laura Fünfstück ist die dritte Deutsche in den Top Vier. Mit einer 68 (–5) und sieben Birdies teilt sie sich den dritten Platz mit der Dänin Sofie Kibsgaard (–5).
»Damit bin ich ziemlich zufrieden. Es gibt ein paar Löcher und Schläge, die ich für morgen noch verbessern möchte. Ich werde jetzt noch ein wenig trainieren und hoffe, morgen wieder bereit zu sein«, sagte Fünfstück. »Heimturniere sind nicht einfach – man hat eigene Erwartungen und spürt zusätzlich die der anderen. Das ist manchmal schwer zu managen, aber gleichzeitig bekommt man enorme Unterstützung. Heute waren viele Zuschauer draußen, und ich habe das deutlich gespürt. Diesen Titel würde ich sehr gerne meiner Sammlung hinzufügen.«
Helen Briem liegt mit einer 69 (–4) auf dem geteilten fünften Platz. Alexandra Försterling und Chiara Noja folgen bei (–3) auf Rang zehn. Mit zwei Schlägen Rückstand teilen sich Caro Kauffmann und Sophie Witt (beide -1) Rang 28 – gute Voraussetzungen, um ebenfalls im Wochenende mitzuspielen.
Runde zwei startet am Freitag ab 7:40 Uhr. Das vollständige Leaderboard ist online abrufbar.
