Es kracht in der Bundesliga
Es knistert nicht mehr hinter den Kulissen des deutschen Golfs – es donnert. Am Wochenende steht in der DGL der letzte Spieltag vor dem diesjährigen Final Four an und problematischer könnte die Situation in der 1. Bundesliga Süd Männer kaum sein. Im Mittelpunkt stehen der Frankfurter Golf Club (FGC), der GC St. Leon-Rot (GCSLR), Nationalspieler Carl Siemens und der Deutsche Golf Verband (DGV). SLR liegt in der Tabelle in Front, der FGC ist Zweiter.
Der Knall erfolgte nach dem vierten Bundesliga-Spieltag. St. Leon-Rot trat mit Jan Schneider als Profi und Carl Siemens (22) als Amateur an. Genau daran entzündete sich der Protest der Frankfurter. Denn noch im Februar war Siemens auf der Pro Golf Tour in der Türkei als Profi gestartet und im Anschluss folgte der Antrag auf Reamateurisierung. Wie kann ein Spieler innerhalb so kurzer Zeit vom Profi wieder zum Amateur werden? Im Regelfall dauert die Phase sechs Monate.
Frankfurt legte Einspruch gegen die Wertung von Spieltag vier ein. Dabei berief man sich auf Punkt 6.1 des DGL-Ligastatuts. Dort heißt es gemäß Beschluss vom 3. Dezember 2025, »dass ein Spieler seit dem 1. Januar des betreffenden Kalenderjahres ununterbrochen die Amateureigenschaft besitzen und seit diesem Zeitpunkt denselben Heimatclub im Sinne der Handicap-Regeln angegeben haben muss.«
Auffällig ist die Geschwindigkeit des Verfahrens. Bei der PGA of Germany schied er am 23. April aus und bereits zum 1. Juni wurde Siemens wieder als Amateur geführt. Dabei empfiehlt die R&A den nationalen Verbänden im Regelfall eine sogenannte Cool-down-Phase von mindestens sechs Monaten. Im Fall Siemens verlief die Reamateurisierung jedoch deutlich schneller. Und man könnte zu dem Schluss kommen, dass die Team-Europameisterschaft, die im Juli ausgetragen wurde, von entscheidender Bedeutung war. Mit der Nominierung von Amateur Siemens versprach man sich mehr Durchschlagskraft.
Der DGV hat die Angelegenheit juristisch geprüft und ist der Auffassung, dass Siemens in der DGL spielberechtigt sei – als Amateur. Damit ist eine nachträgliche Disqualifikation der St. Leon-Roter vom Tisch. Frankfurt hat längst den nächsten Schritt eingeleitet und rief den Kontroll- und Schlichtungsausschuss unter Vorsitz von Katharina Dierlamm auf. Der ist seit Montag informiert und man wartet auf ein Ergebnis. Wie GM erfahren konnte, kam das am Donnerstag: Das Gremium sieht sich dafür nicht zuständig.
Und jetzt? Sobald es Neuigkeiten gibt, werden wir den Artikel aktualisieren.
Eine Information sickerte durch: Carl Siemens wird am fünften Spieltag im Münchener GC nicht mit von der Partie sein.
