
Pierre Pasquier ist 50. Sein ganzes Golfleben lang ist er dem Kempferhof (1989 gebaut) schon verbunden. Pasquier spielt heute Handicap -0,3, unterrichtet Golf und hat es sich zur Aufgabe gemacht, in der Bevölkerung rund um das Örtchen Plobsheim, unmittelbar an der Rhein-Westseite gelegen, die Akzeptanz für den Golfsport zu erhöhen. Mit wöchentlichem Training und kostengünstigen Spiel will er gerade Kinder und Jugendliche in den Club bringen.

Als junger Mann spielte er für die französische Gestenauswahl der Amateure, versuchte sich anschließend als Playing-Pro, zählte unter anderem Seve Ballesteros zu seinen Freunden (Pasquier blickt zum Himmel und bekreuzigt sich, als er das erzählt). Doch über die nationale französische Ebene schaffte er es nie heraus.
Voller stolz präsentiert er uns den Golf du Kempferhof. Ein Parklandplatz, der in den 90ern bereits zum Besten in ganz Frankreich gehörte, zu dem viele Deutsche strömten, auch aus Mangel an vom Niveau ähnlichen Alternativen auf deutscher Seite. Dann fuhr der damalige Besitzer eine zunehmend horrende Preispolitik. Gleichzeitig ließ die Qualität der Anlage mehr und mehr nach. Mitglieder und Gäste blieben irgendwann weg.

Inzwischen hat man den Ernst der Lage begriffen und versucht den Kempferhof wieder zu der Top-Adresse werden zu lassen, die er einst inne hatte, als auch Bernhard Langer hier Anfang der 90er eine Clinik gab und Stars wie Jean van de Felde (ebenfalls im Freundeskreis von Pasquier) ein und aus gingen.
Der neue Besitzer Pierre-Etienne Bindschedler, ein Großunternehmer, ist dabei zu investieren und gleichzeitig die Preispolitik wieder zu senken. Mit Erfolg, denn die Grundlage, der einzigartige Platz, mit 18 ganz eigenen und komplett unterschiedlichen Bahnen hat nichts an seinem Charme der 90er eingebüßt.
Im Gegenteil. Wunderbar mit hohem Baumbestand eingewachsen, mit vielen durch Holzbohlen eingefassten Grüns und von riesigen Bunkern eingerahmten Fairways gehört der Kempferhof-Platz auch zu dem Besten, das wir je vor die Schläger bekamen. Die nicht immer langen aber gut bewachten Bahnen öffnen sich zumeist mit einem Entree flankiert durch haushohe Laubbäume und „lassen die vom ersten bis zum letzten Schlag keine Ruhe“, sagt Pasquier. Er selbst habe den Platz viele Hundert Male gespielt und jedes Mal wieder eine andere Taktik gewählt – ein Kennzeichen von wirklich großen Layouts.
Ganz im Ernst. Hier lohnt sich der nur fünf Minuten dauernde Abstecher von der Grenze in das Nachbarland Frankreich – auch mal für zwischendurch.
Nach dem End der Runde führt uns der Weg gen Westen, zunächst durch die Elsässer Weinstraße. Sie verläuft in strikter Nord-Süd-Richtung am Fuß der Vogesen und damit am Westrand der Oberrheinebene. Damit bildet sie die südliche Fortsetzung der schon 18 Jahre länger ausgewiesenen Deutschen Weinstraße. Die Rebhänge mit einer Gesamtanbaufläche von 14.500 ha liegen beiderseits der Straße auf einem ein bis drei Kilometer breiten Streifen.
Wir entscheiden uns für einen Abstecher in Reben unterhalb des fotogenen Chateau Haut-Koenigsbourg und testen an den Hängen so manches Mal die Porsche Ceramic Composite Brake. Ein irres Gefühl.

Am Abend beziehen wir die nächste französische Edelherberge mit Golfplatz: Chateau D’Augerville. Morgen dazu mehr.
