Von Stuart Orme
Wer den Golfsport in der Öffentlichkeit stärken möchte, muss nicht darauf warten, dass Menschen den Weg auf die Anlage finden. Man kann den Spieß auch umdrehen und selbst dorthin gehen, wo Naturinteressierte, Familien und Ausflügler unterwegs sind. Genau diesen Weg haben der Golf Park am Deister und der Golf Park Steinhuder Meer mit ihrem gemeinsamen Auftritt auf der Landesgartenschau in Bad Nenndorf gewählt.
Statt über Handicap oder Schläger zu sprechen, stand ein Thema im Mittelpunkt, das viele Besucher überraschte: Golfanlagen als Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Die Aktion zeigte eindrucksvoll, dass Golf heute weit mehr ist als gepflegte Fairways und Grüns.
Mehr als grüner Rasen
Für die meisten Menschen ist ein Golfplatz zunächst eines: eine Sportanlage. Weiße Bälle, gepflegte Grüns, konzentrierte Spielerinnen und Spieler. Was auf den ersten Blick oft übersehen wird, ist der ökologische Schatz, der sich zwischen den Spielbahnen erstreckt. Tatsächlich bestehen große Teile moderner Golfanlagen aus Flächen, die weit mehr sind als bloße Kulisse für den Sport.
Blühwiesen summen vor Insekten, Streuobstwiesen tragen zur Artenvielfalt bei, heimische Gehölze bieten Vögeln Nist- und Rückzugsorte, Feuchtbiotope schaffen Lebensraum für Amphibien, und extensiv gepflegte Wiesenflächen entwickeln sich zu kleinen Paradiesen für seltene Pflanzen- und Tierarten. Golfplätze, so zeigte der gemeinsame Auftritt der beiden niedersächsischen Anlagen, sind vielerorts wahre Trittsteinbiotope in einer zunehmend intensiv genutzten Landschaft.
Ein Stand, der zum Gespräch einlädt
Am gemeinsamen Stand von Golf Park am Deister und Golf Park Steinhuder Meer drehte sich deshalb alles um genau diese Themen. Anhand anschaulicher Beispiele – von Insektenhabitaten über Blühstreifen bis hin zu Konzepten für extensive Grünflächenpflege – zeigten die beiden Anlagen, welche Maßnahmen für Natur- und Umweltschutz auf ihren Plätzen bereits heute ganz selbstverständlich umgesetzt werden. Nachhaltigkeit, so die klare Botschaft, ist für die Golfbranche längst kein Lippenbekenntnis mehr, sondern gelebte Praxis.
Und diese Botschaft kam an: Die Standbetreuerinnen und -betreuer berichten von zahlreichen intensiven Gesprächen und einer großen Neugier der Besucherinnen und Besucher. Immer wieder zeigte sich dabei ein schönes Phänomen – wie schnell Vorurteile verschwinden, sobald man einfach miteinander ins Gespräch kommt. Wer noch mit dem Klischee vom Golfplatz als »grüne Wüste« zur Landesgartenschau kam, verließ den Stand häufig mit einem ganz neuen Blick auf den Sport.
Ein starkes Signal für den Golfsport in Niedersachsen
Der Auftritt auf der Landesgartenschau war weit mehr als eine nette Nebensache im golferischen Terminkalender. Er war eine Gelegenheit, einem breiten, golffernen Publikum zu zeigen, wofür unser Sport heute steht: für Bewegung an der frischen Luft, für Gemeinschaft – und eben auch für einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Landschaft. Gerade in Zeiten, in denen Flächenversiegelung und Artensterben gesellschaftlich intensiv diskutiert werden, ist es wichtig, dass Golfanlagen ihre positive Rolle als Lebensraum selbstbewusst nach außen tragen.
Dass zwei niedersächsische Anlagen hier gemeinsam aufgetreten sind, unterstreicht zusätzlich, wie sehr sich der Golfsport im Land als Gemeinschaft versteht, die an einem Strang zieht – für den Sport, für die Natur und für ein positives Bild des Golfens in der breiten Öffentlichkeit.
