U.S. Open – Preview Day 2

25. BMW International Open: Martin Kaymer ganz persönlich

Herr Kaymer, können Sie sich erinnern, wann Sie zum ersten Mal davon gehört haben, dass es so etwas wie eine BMW International Open gibt?

Martin Kaymer: Als ich 2003 Österreichischer Amateurmeister geworden bin, sagte der Nationaltrainer zu mir, dass es gut sein könne, dass ich eine Einladung für die BMW Open bekomme. Ich wusste zunächst nicht, von welchem Turnier er sprach. Als die Einladung dann tatsächlich kam, wusste ich, wovon die Rede war. Und als ich dann in Eichenried ankam, war ich völlig überwältigt.

 

Von was besonders?

Kaymer: Auf der Driving Range gab es Titleist-Bälle umsonst! Ich hab sofort eine Probefahrt mit einem BMW M3 gemacht, und die Players Party war natürlich ein Highlight. Ein Wunder eigentlich, dass ich damals bei all den netten Ablenkungen den Cut geschafft habe.

Beim letzten großen Jubiläum, dem 20., haben Sie die BMW International Open gewonnen. Als erster Deutscher in der Geschichte des Turniers. Jetzt naht das 25. Jubiläum eigentlich eine gute Gelegenheit, Ihren Sieg zu wiederholen.

Kaymer: Schauen wir mal, was passiert. In Eichenried ist die BMW International Open für mich ja meistens ganz gut gelaufen. Ich erinnere mich noch an die sensationelle Atmosphäre bei meinen Sieg 2008, die deutschen Flaggen auf der Tribüne an der 18. Unglaublich.

 

Es ist gute Tradition, dass bei der BMW International Open erst am Wochenende Eintritt verlangt wird. Freier Eintritt an Donnerstag und Freitag wie wichtig ist das für den Golfsport?

Kaymer: Das ist etwas sehr Positives, eine gute Idee, die unseren Sport in jedem Fall weiter nach vorne bringt. Daran erkennt man das positive Engagement von BMW. Sie wollen, dass das Turnier größer und populärer wird und das jetzt schon seit 25 Jahren. Nennen Sie mir mal ein Turnier auf der European Tour, das ähnlich lange schon mit ein und demselben Titelsponsor läuft

 

es gibt keins.

Kaymer: Das spricht für sich.

 

Wie wir wissen, sind Sie ein begeisterter Autofahrer. Können Sie sich erinnern, wann Ihre Faszination fürs Auto begonnen hat?

Kaymer: Das wird so 1998 oder 1999 gewesen sein. Ich war 13, 14 Jahre alt und habe in Mettmann begonnen, Go-Kart zu fahren. Ich bin damals sogar in den zugehörigen Verein eingetreten und habe einen Kart-Führerschein gemacht. Es war der Geruch der Luft dort, den ich mochte, der Geruch des Benzins, des Motoröls.

 

Dann wird es die richtige Führerscheinprüfung für sie ja ein Klacks gewesen sein

Kaymer: Nicht ganz. Tatsächlich bin ich beim ersten Mal sogar durchgefallen.

 

Bitte?

Kaymer: Ja, nach 25 Minuten der praktischen Prüfung habe ich Leute an einem Zebrastreifen übersehen. Da sagte der Prüfer zu mir: Komm, da fahren wir jetzt mal zurück. Autofahren konnte ich ja, aber die Regeln hab ich halt alle nicht so gleich umgesetzt.

Als Fußgänger muss man sich aber heute keine Sorgen mehr wegen des Autofahrers Martin Kaymer machen, oder?

Kaymer: Nein, natürlich nicht. Ich fahre einfach wirklich gern Auto und beim zweiten Mal habe ich die Prüfung dann ja auch bestanden.

 

Was war Ihr erstes eigenes Auto?

Kaymer: Ein MINI, den ich 2009 gekauft habe. Davor hatte ich immer das Privileg, dass mich BMW mit Fahrzeugen unterstützt hat, zunächst die Niederlassung in Mettmann, später dann die Zentrale in München. Also: Ich fahre BMW, seitdem ich 17 bin.

 

Mit 17? Den Führerschein gibt es doch erst mit 18

Kaymer: Da ich damals Amateur-Nationalspieler war, durfte ich den Führerschein ein wenig früher machen als andere. Wir durften dann allerdings auch nur mit dem Auto zum Training und zu Turnieren fahren.

 

Was schätzen Sie an BMW?

Kaymer: Es macht mir immer viel Spaß in einem BMW zu sitzen. Das Interieur finde ich super, es ist gerade im Vergleich zu anderen Luxusmarken nicht so spießig. Das Design ist eher sportlich und reduziert. Die Farbgestaltung gefällt mir und speziell bei den M Modellen, außerdem das Lenkrad. Das ist einfach sehr angenehm anzufassen, nicht so weich, sondern relativ hart, sehr sportlich. Man kann in den Fahrzeugen problemlos fünf, sechs Stunden am Stück sitzen. Es macht eben einfach Spaß, diese Autos zu fahren.

 

Was bedeutet Ihnen Geschwindigkeit?

Kaymer: Die reine Geschwindigkeit eines Autos ist für mich gar nicht so interessant. Mit 250 oder 280 km/h über die Autobahn zu fahren, das gibt mir nichts. Ich mag es beispielsweise viel lieber, kleine Parcours zu fahren. Also in erster Linie auf die Fahrtechnik und erst dann auf die Geschwindigkeit zu gehen. Solche Fahrtrainings haben mir früher mit dem BMW Z4, später mit meinem BMW M3 immer viel Freude bereitet.

 

Was bedeutet Ihnen die Partnerschaft mit einer Marke wie BMW?

Kaymer: BMW passt einfach zu mir. Ich kann mich mit der Marke zu 100 Prozent identifizieren. Es ist eine sportliche Firma, die sich immer weiter nach vorn entwickelt. Die Menschen, mit denen ich bei BMW seit einigen Jahren nun schon zusammenarbeite, sind super. Und nicht zuletzt ist BMW ja auch schon seit 25 Jahren im Golfsport engagiert. Sie sind ein starker Partner weltweit. Das passt doch alles perfekt zusammen. BMW ist ein Top-Unternehmen, mit dem ich nicht nur ein paar Jahre, sondern am liebsten sehr langfristig zusammenarbeiten möchte.

 

Können Sie sich noch an die Anfänge der Zusammenarbeit mit BMW erinnern?

Kaymer: Ja, das begann damit, dass ich mit 17 als Amateur eine Einladung zur BMW International Open nach München erhielt. Und dann hat mich der BMW Niederlassungsleiter Mettmann, der bei uns im Golfclub Mitglied war, gefragt, ob er mir für die Fahrt nach München zum Turnier nicht ein Auto leihen könnte. Das hat mich sehr stolz gemacht.

 

Man kennt Sie als Weltklassegolfer, Majorsieger, Ryder-Cup-Held und natürlich auch als bis heute einziger deutscher Sieger der BMW International Open. Über den Menschen hinter dem Sportler weiß man wenig. Es scheint Ihnen immer wichtig gewesen zu sein, dass Privates auch privat bleibt.

Kaymer: Sagen wir mal so. Ich habe früher oft lieber mal nichts gesagt, weil ich das Gefühl hatte, diese Profiwelt erst einmal kennenlernen zu müssen. Ich war zurückhaltend, vielleicht sogar schüchtern. Seit ich auf der Tour spiele, habe ich eine Menge mehr über mich gelernt. Ich treffe viele Leute, lerne verschiedenste Kulturen dieser Welt kennen, gebe zahlreiche Interviews. Und doch bin ich oft erstaunt, dass sich der Eine oder Andere darüber wundert, dass ich eine Meinung habe oder zu verschiedenen Dingen Position beziehe. Oder dass ich nach meinem Sieg-Putt für Europa im Ryder Cup Emotionen zeige, aus mir heraus gehe. Wissen Sie, ich mag ruhig wirken, einige mögen mich für angepasst halten. Aber ich lebe mein Leben sehr klar und orientiere mich an festen Werten, dazu gehört dann auch eine gewisse Haltung.

 

Wollen Sie uns vielleicht ein kleines Geheimnis über sich verraten, das bisher niemand weiß?

Kaymer: Ich höre gern klassische Musik. Vor allem ruhige Stücke. Ich hab auf meinem Handy eine Internet-Radio-App, aus der ich dann klassische Musik wähle. Ich kann dann verschiedene Titel hören, und per Like oder Not Like bietet mir die App dann ähnliche Musik an. Und so lerne ich gerade ein wenig über Komponisten und deren Musikstil.

 

Sie leben derzeit in Düsseldorf und Scottsdale. Gibt es einen Platz auf dieser Welt, an dem Sie sich vorstellen künftig mal zu leben?

Kaymer: Ich kann mir schon gut vorstellen, mein Leben lang in Deutschland zu leben. Am liebsten im Münchener Raum, dort gefällt es mir einfach gut. Ich schätze die Lebensqualität, man hat viele Seen um sich herum, die Berge zum Skifahren. Mit der Stadt verbinde ich insgesamt sehr gute Erinnerungen. Ich mag die Menschen dort, und man kann dort außerdem gut essen. Aber das hängt alles von meiner Lebensplanung ab ich habe ja noch keine Frau, geschweige denn eine eigene Familie. Meine Familie muss sich wohl fühlen, ganz egal wo das dann sein wird.

 

Ihr siegbringender Putt im Ryder Cup für Europa. Können Sie uns diesen Moment aus dem vergangenen Jahr noch einmal nahe bringen. Was ging da in Ihnen vor?

Kaymer: Ich habe mich eigentlich nur auf das Wesentliche konzentriert. Ich habe nicht gezittert, nicht gezögert. Ich war mir sehr bewusst, was ich zu tun habe. Ich wusste, der Putt muss rein. Der zählt jetzt. Für alles. Ich hatte großes Vertrauen in mich. Ich habe gesehen, wohin ich zielen muss und habe ihn reingemacht. Das waren alles sehr klare Gedanken.

 

Ein Major haben Sie in der US PGA Championship schon gewonnen. Ihr größter Traum allerdings, haben Sie einmal gesagt, sei es, einmal die Open Championship zu gewinnen.

Kaymer: Ja, wenn ich mir ein Major aussuchen dürfte, wäre es die Open Championship. Und wenn ich dann noch einen Wunsch frei hätte, dann würde ich mir den Sieg in St. Andrews 2015 wünschen, ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, wo Golf dann ja wieder zum Programm gehören wird.