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Regeln: Auf die nette Art

Jeder Golf kennt sie: Diskussionen darüber, wie manche Regeln auszulegen sind. Mit unseren Tipps lassen sich Regelstreitigkeiten gütlich beilegen

Golf ist ein Spiel und verwurzelt in höflichen Umgangsformen, aber manchmal können Uneinigkeiten bei Regelauslegungen, unangenehme Situationen mit einem Gegner oder Mitbewerber heraufbeschwören. Im Gegensatz zu den Tourprofis haben wir Amateure nicht den Luxus, dass uns Referees auf dem Platz zur Verfügung stehen und anfallende Regelfragen sofort klären. Sollten Sie während einer Runde den Verdacht haben, dass ein Regelverstoß begangen wurde, folgen Sie dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung, damit keine Streitigkeiten aufkommen.

LOCHSPIEL

1.) Entscheiden Sie, ob es sich lohnt. Obwohl Gegner nicht übereinkommen dürfen, die Anwendung einer Regel auszuschließen oder irgendeine Strafe außer Acht zu lassen, dürfen Sie über einen Regelverstoß Ihres Gegners hinwegsehen. Beispiel: Sie und Ihr Gegner können nicht im Voraus beschließen, sich alle Putts ab einer Schlägerlänge zu schenken. In diesem Fall wären Sie beide disqualifiziert. Sollten Sie im Gegensatz dazu beobachten, dass Ihr Gegner einen Ball auf andere Art fallen lässt als in Regel 20-2 beschrieben, können Sie entscheiden, ob Sie dieses Vergehen ignorieren.

2.) Erheben Sie rechtzeitig Beanstandung. Wenn Sie im Zweifel sind, ob die Vorgehensweise Ihres Gegners den Regeln entspricht, erheben Sie Beanstandung. Das mag unangenehm sein, aber eine rechtzeitige Beanstandung ist wichtig. Sie muss erhoben werden, bevor ein am Lochspiel beteiligter Spieler am nächsten Abschlag abschlägt oder – sofern es sich um das letzte Loch des Lochspiels handelt – bevor alle am Lochspiel beteiligten Spieler das Grün verlassen. Beanstandung kann auch noch erhoben werden, wenn die Umstände, die Anlass für die Beanstandung sind, festgestellt wurden, nachdem alle Spieler des Lochspiels das Grün des letzten Loches verlassen haben und bevor das Ergebnis des Lochspiels offiziell bekanntgegeben wurde. Für Beanstandungen nach offizieller Bekanntgabe des Ergebnisses siehe Regel 2-5.

3.) Setzen Sie das Lochspiel ohne Verzögerung fort. Ist nach einer Beanstandung kein befugter Vertreter der Spielleitung binnen angemessener Frist erreichbar, müssen die Spieler das Lochspiel ohne Verzögerung fortsetzen. Melden Sie der Spielleitung den Sachverhalt und Ihre Beanstandung, sie kann dann den Stand des Lochspiels korrigieren.

ZÄHLSPIEL

1.) Sollten Sie etwas sehen, sagen Sie es! Es zeugt von Fairness, wenn Sie Ihren Mitspieler auf einen möglichen Regelverstoß hinweisen, bevor er seinen nächsten Schlag macht. Falls Zweifel bestehen oder Uneinigkeit über die weitere Vorgehensweise, kann der Spieler straflos das Loch mit zwei Bällen beenden. Er sollte seinem Zähler oder einem Mitbewerber ankündigen, dass er beabsichtigt, zwei Bälle zu spielen und welcher Ball zählen soll, sofern die Regeln die für den Ball angewandte Vorgehensweise gestatten (Näheres siehe Regel 3-3).

2.) Gehen Sie zur Seite. Falls Ihrer Meinung nach ein Regelverstoß vorliegt, dann sollten Sie, nachdem Sie Ihren Mitspieler darauf hingewiesen haben, ihm die weitere Vorgehensweise überlassen. Er kann das Spiel entweder mit zwei Bällen fortsetzen oder nur mit dem ursprünglichen Ball zu Ende spielen. Macht er einen Schlag bevor er sich entscheidet zwei Bälle zu spielen, ist er nicht nach Regel 3-3 vorgegangen und das Ergebnis mit dem ursprünglichen Ball zählt.

3.) Beenden Sie die Runde. Der Mitspieler muss, bevor er seine Zählkarte einreicht, den Sachverhalt der Spielleitung melden. Versäumt er dies, ist er disqualifiziert. Von der Spielleitung muss eine Regelentscheidung getroffen werden, unabhängig davon ob zwei Bälle gespielt wurden, um das Ergebnis für das betroffene Loch festzustellen.

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