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Tour kompakt: The Open Championship

Episches Duell in Troon

Die 145. The Open Championship im Royal Troon Golf Club wird einen Podiumsplatz in der Golfgeschichte einnehmen. Das spannende und spielerisch phänomenal starke Duell um den Titel zwischen Henrik Stenson (40) und Phil Mickelson (46) war vielleicht sogar noch besser als das legendäre „duel in the sun” zwischen Jack Nicklaus und Tom Watson 1977 in Turnberry. Das jedenfalls sagt „Golden Bear“ Jack Nicklaus selbst; und der muss es ja wissen.

Stenson und Mickelson überboten sich mit Bestleistungen und pushten sich am Finaltag gegenseitig in die Stratosphäre. Schon am Samstagabend war nach dem Moving Day klar, dass der Kampf um das Prädikat „Champion Golfer of the Year” – wie der jeweilige Open-Champion offiziell genannt wird – nur noch zwischen diesen Beiden entschieden wird. Zu groß war der Abstand zum Rest des Feldes. Stenson lag nach drei Turnierrunden –12, Mickelson –11 und dann kam lange nichts. Bill Haas (-6) und Andrew Johnston (-5) hatten noch die besten (theoretischen) Aussichten, ins Titelrennen einzugreifen. Doch dazu kam es nicht.

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Das vielleicht beste Duell in der Major-Golfgeschichte: Henrik Stenson und Phil Mickelson trieben sich bei den British Open in Royal Troon gegenseitig zu Höchstleistungen an. (Photo/R&A via Getty Images)

Zu furios begannen die beiden Führenden. Stenson startete zwar mit einem Bogey, ließ dann aber fünf Birdies auf den Front Nine folgen. Mickelson hielt mit zwei Birdies und einem Eagle den Anschluss. Auch auf den Back Nine spielten die beiden Stars wie entfesselt. Vor allem Stenson. Nach einem Birdie auf der 10 und einem Bogey auf der 11 lag er gleichauf mit Mickelson, der die Open 2013 in Muirfield gewinnen konnte. Und dann legte Stenson einfach noch einen Gang drauf. Drei Birdies hintereinander auf den Bahnen 14 bis 16, Par auf der 17 und der krönende Abschluss: Birdie auf der 18. Nur 63 Schläge benötigte der „Iceman“ für die Finalrunde auf dem Par-71-Course. Mickelsons ebenfalls brillante 65 reichte da einfach nicht aus. Unfassbar!

 

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Henrik Stenson jubelt über seinen verwandelten Birdieputt auf Loch 15. Insgesamt gelangen dem Schweden zehn der begehrten „Vögelchen“. Das war sogar für „Lefty“ Phil Mickelson zu gut… (Photo/R&A via Getty Images)

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…. der mit einer bogeyfreien 65 (–6) selbst wie von einem anderen Planeten aufspielte.  (Photo/Getty Images)

Mit seinem Sieg holte Henrik Stenson nicht nur seinen ersten und lang ersehnten Majortitel; es ist auch der erste Majorsieg für einen Schweden überhaupt. Stensons Turnierergebnis von 20 Schlägen unter Par egalisiert zudem den bisherigen Major-Rekord von Jason Day bei der PGA Championship 2015.

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Faire Sportsmänner: Henrik Stenson tröstet Phil Mickelson nach der Runde. (Photo: GLYN KIRK/AFP/Getty Images)

 

Video: Finish in style