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Besser spielen mit Rickie Fowler: So leicht sind Bunkerschläge

In einer anonymen Umfrage unter Tourspielern galt Rickie Fowler noch Anfang des Jahres als einer der meist überschätzten Spieler auf der amerikanischen PGA-Tour – gemeinsam mit Ian Poulter. Inzwischen hat der 26-Jährige zwei PGA-Titel in der Tasche, in nur einer Saison. Von wegen überschätzt – Rickie hat’s drauf! Und zeigt Ihnen seine exklusiven Bunkertipps.

VON RICKIE FOWLER

Ein gutes Spiel aus dem Sand hilft nicht nur dabei, Pars zu retten. Wenn Sie sich auf diesen Bereich Ihres Spiels verlassen können, haben Sie automatisch viel mehr Vertrauen in Ihre Eisenschläge. Als ich im Mai die Players gewann, musste ich auf den Back Nine jede Fahne angreifen, um eine Chance zu haben und das tat ich. Das Wissen, aus dem Grünbunker das Par retten zu können, half mir bei dieser Strategie enorm. Meine Technik bei Schlägen aus dem Grünbunker war bis vor kurzem zu kompliziert. Ich stand weit geöffnet am Ball und schwang entlang meiner Zehenlinie, weil ich dachte, dass ich nur mit diesen angeschnittenen Bällen ausreichend Höhe erzielen könnte. Wenn das Timing passte, war mein Bunkerspiel gut. Aber ich muss-te immer miteinrechnen, dass der Ball auf dem Grün wegen des Sidespins nach rechts springen würde. Wenn dann noch das Grün von links nach rechts hing, hatte ich keine Chance, das Ausrollen des Balls zu kontrollieren. Erst Butch Harmon, mein aktueller Trainer, hat mir gezeigt, wie ich hohe, weich landende Bunkerschläge spiele, die auf dem Grün entweder gerade nach vorn springen oder auch gerade zurückspinnen. Das macht mir das Leben sehr viel leichter. Nun kann ich auch aus dem Bunker das Grün lesen und das Rollverhalten planen, als würde ich putten. Und so funktioniert diese Technik: Ich stehe mit Füßen und Schultern absolut square zum Ziel, wie bei jedem anderen Schlag auch. Ich öffne die Schlagfläche etwas, wobei mein Griff „schwach“ ist. Das bedeutet, der Griff liegt mehr in der Handfläche der linken Hand als in den Fingern. Zwei Fingerknöchel der linken Hand sollten zu sehen sein. Dann konzentriere ich mich darauf, nach innen aufzuschwingen. Mit dem schwachen Griff der linken Hand fühlt es sich sehr natürlich an, das Handgelenk früh anzuwinkeln.

Im Durchschwung habe ich das Gefühl, mit der rechten Hand in den Sand hinter dem Ball zu schlagen. Der Schlägerkopf gräbt sich nicht in den Sand, sondern gleitet auf einer flachen Ebene hindurch. Beim Release des rechten Handgelenks zeigt die Schlagfläche in den Himmel. Das klingt dann wie ein dumpfes Klatschen. Da dieser Schwungpfad direkt ist, statt quer über den Ball, kommt der Ball schneller aus dem Sand. Geschwindigkeit bedeutet Backspin und Spin ist das geeignete Mittel, um den Ball bestmöglich zu kontrollieren. Probieren Sie es aus!

 

Inside Rickie

Rickie Fowler (26) gewann im Mai 2015 bei der Players Championship im TPC Sawgrass seinen bis dato größten Titel.