Böse Bunker im Els Club
Wer in den Vereinigten Arabischen Emiraten Wert auf Pünktlichkeit legt, sollte stets einen ordentlichen Zeitpuffer einplanen. Denn was beim Einsteigen ins Auto vom Navigationssystem anzeigt wird, hat nur bedingt mit der tatsächlichen Ankunftszeit zu tun.
Das liegt zum einen natürlich am Verkehr, der trotz Teil zwölfspurigen Highways unberechenbar ist, zum anderen aber am enormen Wachstum der Stadt und der damit verbundenen Baustellen.
So befürchten wir auf dem Weg zum Els Club Golfcourse in Dubai kurzzeitig auch einen Absturz des Navigationssystems. Der Club ist inmitten der „Dubai Sport City“ gelegen und hier braucht man wohl ein tägliches Software-Update, um den Eingang direkt über das Computersystem zu finden. Baustellenzufahrten, temporäre Einbahnstraßen, Kreisel…
Aber steht man erst vor der Einfahrt des Els Club, ist jeglicher Ärger über die komplizierte Anfahrt vergessen. Die Anlage ist ein (Golfer)-Paradies inmitten der von gigantischen Hochhäusern bestimmten Millionenmetropole. Der erste von weltweit sieben Plätzen, die der viermalige Majorsieger aus Südafrika gebaut hat, gehört zweifelsohne zu den absoluten Top-Plätzen der Region. Dank der vier verschiedenen Abschlagboxen ist der Course für jede Spielstärke ausgelegt.

Wer sich allerdings ausrechnet, mit der Scorekarte seines Lebens ins großartige Clubhaus einzukehren – die Sonne geht direkt hinter der 18. Bahn unter – dürfte schon nach wenigen Löchern enttäuscht sein. Der harte Untergrund, der ein wenig Linksgolf-Feeling aufkommen lässt, erlaubt zwar weite Abschläge, doch fliegen diese – zumindest bei unserer Runde – mit fast garantierter Sicherheit in einen der zahlreichen Fairwaybunker. Von 13 Abschlägen mit dem Driver lagen wir tatsächlich zehnmal im Sand. So wird jedes Par zu einer Herkules-Aufgabe!
Und selbst wenn man die Bunker umgehen und auch die Sandflächen, die fast alle Bahnen und Grüns umschließt, meiden kann, sorgen spätestens die ultraschnellen und stark ondulierenden Grüns dafür, dass man seine selbstgesteckten Ziele vergessen kann.
Dennoch: Der Els Course garantiert wegen seiner tollen Rasenqualität, der hervorragend präparierten Grüns und des abwechslungsreichen Platzdesigns Spielspaß auf ganz hohem Niveau. Besonders wenn man wie wir, das Glück hat und auf eine Gruppe von zehn lustigen Engländern (auch ohne Bier auf der Runde!) trifft. Lebensfroh wie ihre Beinkleider bunt…
Da wäre die Queen bestimmt not amused. Golfstyle made in England!
Seit 14 Jahren fahren Richard und Martin, zwei Manager mit grauen Haaren mit ihren Kumpels einmal im Jahr zum Golfen. „Wir arbeiten das ganze Jahr schwer. Da dürfen wir auch einmal unter uns sein“, sagt Martin. „Die ersten Male waren wir in Las Vegas. Nett, lustig, gute Plätze. Aber dann kamen wir durch Zufall auf Dubai und seit zehn Jahren gibt es nun keine Diskussion mehr, wo wir hinfliegen. Dubai bietet alles was wir haben wollen und die Plätze sind großartig“, erzählt Richard, dessen Laune nach einem gelochten Putt aus zehn Metern an der 18. Bahn nicht besser sein könnte.

Leider müssen wir auf das gemeinsame Bierchen verzichten. Am Abend steht noch eine Runde Nachtgolf auf unserem Programm.
Wer mag, kann abends vor dem Park Hyatt Hotel in Dubai noch sein Kurzes Spiel üben. Oder einfach nur Spaß haben und unter Flutlicht auf dem Par-3-Course (neun Löcher) ein paar Bälle schlagen.
Vor unserem Hotel, dem Hyatt Park, wunderschön direkt am Yachthafen von Dubai gelegen, befindet sich nämlich neben dem Championship Course des Dubai Creek Golf & Yacht Club auch eine Neun-Löcher-Golfanlage mit ausschließlich Par 3-Löchern, einen Pitchingarea und einer Driving Range, auf der man ohne Probleme auch nach Sonnenuntergang noch ein paar Bälle in den Nachthimmel von Dubai blasen kann.
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