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Masters 2026: Titelverteidigung – McIlroy zieht’s durch

Das 90. Masters ist gespielt. Rory McIlroy gelingt die Titelverteidigung.

Matthew Harris - Golf Picture Alliance, ANGC

Masters champion Rory McIlroy of Northern Ireland celebrates on No. 18 with clenched fists after his back-to-back victory during the final round of the Masters at Augusta National Golf Club, Sunday, April 12, 2026.
Rory McIlroy

Geschafft! Rory McIlroy gelingt die Titelverteidigung beim Masters. Der Nordire gewinnt mit 276 Schlägen und 12 unter Par. Es ist sein sechstes Major und im Gegensatz zum Vorjahr waren 2026 auch seine Eltern vor Ort. „Ich bin glücklich, dass ihr hier seid,“ sagte er ihnen direkt nach Runde. McIlroy ist nach Jack Nicklaus, Sir Nick Faldo und Tiger Woods erst der vierte Profi, der den Titel in Augusta verteidigen kann. 24 Jahre nach Woods.

Under pressure

„Das ist der Druck des Masters am Finalsonntag,“ meinte Sir Nick Faldo und zielte dabei auf Justin Rose ab. Der Engländer lag zwischenzeitlich in Front und man wollte sich schon damit anfreunden, dass Rosie, der zweimal im Stechen scheiterte und ein weiteres Mal Zweiter wurde, es tatsächlich im 21. Anlauf wuppen würde. Tat er nicht, ihm unterliefen etliche Fehler rund um Amen Corner und anschließend fehlte dem 45-Jährigen das nötige Glück. Einmal mehr ein Top-Ergebnis (T3) in Augusta und einmal die Rückreise ohne das begehrte Green Jacket. Faldo als dreifacher Masters-Gewinner weiß wovon er spricht. Auf den Back Nine werden gerne mal die Arme schwer und man verliert die Kontrolle.

Genau umgekehrt verlief es bei Rory McIlroy. Der Nordire stolperte anfänglich und verlor Schläge. Er musste zusehen wie Cameron Young, der mit ihm in geteilter Führung gelegen war, vorbeizog und es sah danach aus, dass McIlroy sich von seinem Ziel der Titelverteidigung verabschieden müsste. Er kämpfte sich zurück und setzte sich ab Bahn 12 an die Spitze. In den Flow wollte er an diesem Sonntag nie kommen, doch er nutzte seine ganze Routine und konnte sich bei seinen Verfolgern bedanken. Youngs Putter verabschiedete sich auf den Back Nine in den Kühlschrank und die Aufholjagd von Scottie Scheffler kam schlichtweg zu spät. Die Nummer eins der Welt zündete erst am Wochenende mit insgesamt 11 unter Par. Das war gut genug, um das Leaderboard anzuführen und auf McIlroy zu warten. Der ging schließlich mit zwei Schlägen Vorsprung auf das Schlussloch und ballerte seinen Abschlag nicht nur rechts in den Wald, sondern fast auf das Fairway von Bahn 10. Eine Schrecksekunde. Mehr nicht. Mit einem Bogey machte er die Titelverteidigung klar. Und erstmals nach knapp fünf Stunden zeigte er Emotionen. Sir Nick Faldo: „Rory ist einzigartig – er peilt den zweiten Grand Slam an.“

Das sagte McIlroy zu Masters Titel #2:

„Das Sakko passt noch immer, das finde ich gut. Das Masters ist ein einzigartiges Turnier in vielen Bereichen. Als Spieler ist es ein Privileg, hier zu spielen. Danke an alle für die Unterstützung, besonders an meine Frau und Tochter sowie meinen Eltern. Meine Eltern waren letztes Jahr nicht dabei. Ich musste sie dieses Jahr ein bisschen überzeugen zu kommen, weil sie dachten, ich hätte letztes Jahr nur gewonnen, weil sie nicht da waren. Das konnten wir widerlegen.

Ich fühle mich unglaublich geehrt und glücklich und freu mich riesig auf nächstes Jahr. Ich habe so lange darauf gewartet, das Masters zu gewinnen, und plötzlich gewinne ich zwei hintereinander. Also möchte ich das auch genießen. Ich habe ein paar Wochen Pause, bevor ich wieder Turniere spiele, aber ich glaube nicht, dass ich dieses Motivationstief haben werde, das ich letztes Jahr nach diesem Sieg hatte.

Ich denke, von allen großen Sportarten ist Golf die mental anspruchsvollste. Es ist mental am herausforderndsten. Es ist schwer, vier Tage hintereinander im exakt gleichen mentalen Zustand zu bleiben.“

Zum Leaderboard: HIER

Masters champion Sergio Garcia of Spain and Masters champion Jon Rahm of Spain on the fairway on the No. 2 hole during the final round of the Masters at Augusta National Golf Club, Sunday, April 12, 2026.
Sergio Garcia, Jon Rahm

Wer sind die Verlierer vom Wochenende?

– Dank einer 68 am Sonntag verbesserte sich Jon Rahm auf den 38. Platz. Vom LIV Golf-Superstar und Masters-Gewinner 2023 hätte man mehr erwartet.
– Das Abschneiden von Sergio Garcia (ESP) seit seinem Triumph 2017 ist besorgniserregend. Acht Starts, sechs verpasste Cuts und 2026 auf Position 52. In der Finalrunde zerstörte er auf Bahn zwei nach einem schlechten Abschlag seinen Driver – dafür gab’s sofort eine Verwarnung.
– Charl Schwartzel (RSA) hat nach den Finalrunden (77,75) die rote Laterne mit Platz 54.

Splitter

– 22.500.000 US-Dollar wurden 2026 ausgeschüttet. Der Sieger erhielt 4.5 Mio. Professionals, die am Cut scheiterten, bekamen 22.500 US-Dollar Aufwandsentschädigung.

– Sepp Straka (AUT) verabschiedete sich als 41. aus Augusta (290/+2).

– Russell Henley verbrachte seinen 37. Geburtstag bei der Arbeit. Der Amerikaner machte sich ein tolles Geschenk mit dem geteilten dritten Platz.

– Bester LIV Golfer: Tyrrell Hatton (ENG) als Dritter. Er war längst fertig und musste als Führender mit 10 unter Par im Clubhaus warten. »Eigentlich habe ich mir das anders ausgemalt, ich sitze hier nach der Runde bei einem kalten Bier und fliege dann nach Orlando. So verfolge ich alles im TV – ohne Bier.“ Mit 66 Schlägen gelang ihm die beste Runde am Sonntag.