Das Kartenhaus fällt langsam zusammen. So, jetzt ist es geschrieben. Mehr und mehr Meldungen über ein potenzielles Ende eines mutigen, aber fruchtlosen Projekts dominieren derzeit die Golfwelt.
Los ging es vor einigen Wochen mit einem „Emergency Meeting“ im LIV-Headquarter in New York, während sich Jon Rahm, Tyrrell Hatton und Co. gerade in Mexiko-City warmspielten. Gerüchte machten die Runde, dass einige Gehälter von Spielern und Angestellten gar nicht oder nur verspätet gezahlt worden seien.
Im Nachhinein wird klar: Bei der Sitzung ging es um mehr als nur das. Das Konstrukt LIV Golf ist seit seiner Einführung bislang kaum bis gar nicht lukrativ für seine Investoren gewesen und das ist noch untertrieben. Knapp fünf Milliarden US-Dollar soll das Projekt bisher verschlungen haben, und bis ein Plus zu erwarten ist, dürften bei einer Fortführung weitere fünf bis zehn Jahre vergehen. So Scott O’Neil, CEO von LIV, persönlich.
Spieler melden sich bei DP World Tour und PGA Tour
Zunächst wurde in den vergangenen Wochen noch nach außen kommuniziert, dass die Saison wie geplant fortgesetzt werden solle. Mit der Verschiebung des Turniers in New Orleans (oder womöglich sogar einer kompletten Absage?) erscheint das jedoch zunehmend zweifelhaft.
Nach den Abgängen von Brooks Koepka und Patrick Reed, die sich offenbar frühzeitig mit den Problemen der Liga auseinandergesetzt und rechtzeitig den Absprung geschafft haben, wenden sich laut Today’s Golfer nun immer mehr Spieler wieder an ihre früheren Geldgeber in Ponte Vedra und Wentworth – den Sitzen der PGA Tour und der DP World Tour.
Bereits Anfang dieses Jahres führte die PGA Tour kurzfristig das „Returning Member Program“ ein, um Brooks Koepka eine möglichst unkomplizierte Rückkehr zu ermöglichen. Dieses Programm hätte auch für Jon Rahm, Bryson DeChambeau, Cameron Smith und andere LIV-Profis gegolten, allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum.
Ein ähnliches Modell ist zwar auch künftig denkbar, dürfte jedoch kaum zu vergleichbaren Konditionen führen, wie sie Koepka erhalten hat.
Koepka zurück auf der PGA Tour.
Warum steigt der PIF bei LIV Golf aus?
Die Entscheidung des saudischen Staatsfonds PIF, die Finanzierung für LIV Golf zu beenden, ist Teil einer breiteren strategischen Neuausrichtung, die Mitte April angekündigt wurde. In den letzten Wochen hat der PIF bereits seinen Star-Fußballclub Al-Hilal verkauft, sich von einem Flag-Football-Projekt mit Tom Brady distanziert und nun auch die Finanzierung von LIV Golf eingestellt.
Yasir Al-Rumayyan betonte, dass Saudi-Arabien seine Prioritäten von sportlichen Großprojekten und riskanten Investitionen hin zu traditionelleren Anlagen verlagern wolle. Der Fonds prüfe derzeit seine Investitionen und passe seine Strategie an.
Zusätzlich hat sich die geopolitische Lage Saudi-Arabiens zugespitzt. Durch die Blockade der Straße von Hormus sind die Ölexporte des Landes von 10,4 auf 7,25 Millionen Barrel pro Tag gesunken. Gleichzeitig wurden die Verteidigungsausgaben massiv erhöht – zuletzt durch ein9-Milliarden-US-Dollar-Rüstungsgeschäft mit den USA.
Wie geht es weiter bei LIV?
Schon vor der letzten Hiobsbotschaft lies CEO O’Neil verkünden, dass er neben dem PIF nach anderen Investoren für LIV sucht. Das scheint jedoch ein schwieriges Unterfangen zu werden nachdem er selbst erst für entfernte Zukunft einen Profit vorhersagte.
Die Realität ist, dass LIV für diese Saison finanziert ist – und dann arbeiten wir wie verrückt daran, ein Geschäftsmodell und einen Businessplan zu entwickeln, um weiterzumachen.
Scott O’Neil
Nachdem Yasir Al-Rumayyan zurückgetreten ist, wird erwartet, dass schon bald ein neuer Vorstand gebildet wird. Ohne frisches Kapital und neue Investoren steht das Projekt LIV Golf jedoch vor dem Aus.
Zur Website von LIV Golf gehts hier.
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