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DGL Final Four: Aufsteiger Habsberg mischt alle auf

Was war das für ein kurioses DGL-Final-Four im GC Riedhof: Die Herren aus St. Leon-Rot werden per Gericht aus dem Wettbewerb entfernt, dafür kommen die Frankfurter rein. Und am Ende? Lacht Aufsteiger GC Am Habsberg und holt den Titel. Bei den Damen schlägt der G&LC Berlin-Wannsee zu.

DGV, privat

Meister DGL 2026, GC Am Habsberg
GC Am Habsberg

GC Am Habsberg sorgt für Sensation.

Manchmal muss man nach Niederbayern fahren, um mehr über den Ausgang der Deutschen Golf Liga (DGL) zu erfahren. Beim Bastian-Schweinsteiger-Cup begleitete Dennis Prössel, renommierter Golflehrer in dem Resort, seine Schülerin Lena Geier auf der Runde. Der Pro machte sich dabei seine Gedanken über den irritierenden Zustand nach dem Fall Carl Siemens in der Deutschen Golf Liga und prophezeite mit bewundernswerter Überzeugung das Ergebnis.

„Das macht der GC Am Habsberg mit Coach Peter Wolfenstetter, ganz sicher“, sagte Prössel und lieferte eine einfache Begründung: „Tolle Qualität und überragende Vibes im Team.“

Und so kam es am Ende auch. Im Halbfinale räumte die Truppe aus der Oberpfalz den G&LC Berlin-Wannsee mit 7,5:4,5 aus dem Weg, im Finale bezwang sie den Frankfurter GC mit 7:5. Es ist das zweite Golf-Märchen in Folge bei den Männern. 2025 gewann völlig überraschend der GC Hösel die Meisterschaft, nun folgte mit dem GC Am Habsberg ein Aufsteiger.

Trainer Peter Wolfenstetter führte den Club von der 5. Liga bis in die 1. Bundesliga der Deutschen Golf Liga – lediglich eine Ehrenrunde drehte seine Mannschaft in Liga 2. Das gleicht einer Sensation. Und kurioserweise ist wieder dieser kantige Oberbayer mittendrin – wie schon bei seinem Triumph mit Stuttgart im Jahr 2019. Sein Kommentar: „Wahnsinn.“ Die Reaktionen seiner Spieler, Kapitäne und Sponsoren fielen ähnlich aus: „Unfassbar“, „Ohne Worte“ und viele weitere Superlative machten die Runde.

Juristische Auseinandersetzung

Im Golfclub Riedhof spielte bei der dritten Austragung erstmals auch das Wetter richtig mit. Selbst das Gewitter am Samstag passte irgendwie ins Bild. Die äußeren Bedingungen spiegelten die hitzige Gemütslage und die explosive Stimmung unter den zahlreichen Vorstands- und Präsidiumsmitgliedern wider.

Das Landgericht Wiesbaden hatte am Freitagmorgen sein Urteil zur vom Frankfurter GC eingereichten einstweiligen Verfügung verkündet. Zur Überraschung vieler folgte das Gericht der Argumentation der Frankfurter. Daraufhin konnten die Herren aus St. Leon-Rot, die im Riedhof gerade eine Proberunde absolvieren wollten, die Heimreise antreten. Zeitgleich machten sich die Frankfurter auf den Weg nach Bayern, um zumindest am Nachmittag noch den Platz kennenzulernen. Das reichte, um den GC Hubbelrath im Halbfinale mit 7,5:4,5 auszuschalten.

Plötzlich stand jene Mannschaft im Finale, die sich den Startplatz auf juristischem Weg gesichert hatte. Kaum auszudenken, Frankfurt hätte am Ende den Titel gewonnen. „Vom Gericht auf den Thron“ hätte eine mögliche Schlagzeile gelautet. Oder: „Per (Ver)Fügung zum Titel“. Es kam anders. Eines ist jedoch sicher: Der Deutsche Golf Verband (DGV) dürfte den Vorgang als Weckruf verstanden haben und seine Statuten entsprechend anpassen. Immer wieder fielen die Worte „lückenlose Aufklärung.“

Vierter Titel für Berlin-Wannsee

Meister DGL 2026, Damen G&LC Berlin-Wannsee
G&LC Berlin-Wannsee

Ohne unnötige Nebengeräusche verlief dagegen die Damen-Konkurrenz. Die Frauen des G&LC Berlin-Wannsee sicherten sich nach 2015, 2020 und 2021 zum vierten Mal in der 13-jährigen Geschichte der Deutschen Golf Liga den Titel. Im Finale setzte sich Wannsee gegen den Hamburger Golf-Club Falkenstein mit 5,5:3,5 Punkten durch.

Im kleinen Finale behielten die Frauen des Golf Club St. Leon-Rot gegen den Stuttgarter Golf-Club Solitude mit 7:2 die Oberhand und sicherten sich die Bronzemedaille. Das Spiel um Platz drei bei den Männern gewann der GC Hubbelrath gegen den G&LC Berlin-Wannsee mit 6,5:5,5.

Fazit DGV-Vorstand Sport Marcus Neumann

„Was wir erlebt haben, war Mannschaftsgolf auf höchstem Niveau – packend, emotional und bis zur letzten Wertung offen. Mein großer Respekt gilt allen acht Teams, die mit Einsatz, Fairness und Teamgeist das Beste unseres Sports gezeigt haben. Dass sich die Besetzung der Männer-Halbfinals kurzfristig durch eine gerichtliche Entscheidung änderte, war für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung, die wir selbstverständlich respektiert und entsprechend umgesetzt haben.“

Fest steht bereits: Ab 2027 wird das Final Four im Golfclub Schloss Myllendonk bei Mönchengladbach ausgetragen. Zudem erhält die Deutsche Golf Liga mit AXA Versicherungen einen Namenssponsor.

Alexander Klose (DGV-Vorstand Services, Recht und Kommunikation), Malte Uhlig (BGV-Präsident, re.), Final Four 2026
Gesprächsbedarf: Alexander Klose (DGV-Vorstand Services, Recht und Kommunikation), Malte Uhlig (BGV-Präsident, re.)