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Raus aus LIV: Sergio García vor Rückkehr auf die DP World Tour

Nun ist es offiziell: Sergio García hat das Go erhalten, dass er den Vertrag mit LIV beenden darf. Den Antrag hatten seine Anwälte im Zuge des Insolvenzverfahrens von LIV in New Jersey gestellt.

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Sergio Garcia - Kapitän beim Fireballs GC
Sergio Garcia - ist noch Kapitän beim Fireballs GC

Es scheppert erneut bei LIV. Noch bevor es zu einer Einigung zwischen Neuinvestor BC Partners und dem PIF kommen konnte, verlässt der nächste Star mit hoher Wahrscheinlichkeit das sinkende Schiff. Nachdem im September das Insolvenzverfahren eingeleitet wurde, bemühten sich die Anwälte des Masters-Champions von 2017 um die Möglichkeit einer vorzeitigen Beendigung dessen Vertrags mit LIV.

Nun wurde ihm diese offiziell erteilt. Es ist also damit zu rechnen, dass García ab 2027 wieder regulär Turniere auf der DP World Tour spielen wird. Da die Regeln der Tour weiterhin mit Strafzahlungen verbunden sind, wird davon ausgegangen, dass er LIV den Rücken zuwendet. Auch eine Rückkehr zur PGA Tour ist denkbar. Dafür müsste jedoch die Tourkarte neu erspielt werden.

In dieser Woche findet sein Heimturnier, die Open de España, im Club de Campo Villa de Madrid statt, wo García über Kategorie 8 (National Spots) im Feld ist. In diesem Jahr spielte der 16-fache Sieger auf der DP World Tour vier Turniere über Einladungen. Das wolle er laut eigener Aussage ab 2027 ändern. Durch seine großen Erfolge ist er weiterhin in mehreren Kategorien der Tour gelistet (5, Legends; 11, Career Money List) und hat die Wiederaufnahme in Wentworth, London fristgerecht beantragt.

García ist weiterhin einer der erfolgreichsten aktiven europäischen Golfer. Elf Siege auf der PGA Tour, 16 Siege in Europa und der Golfer mit den meisten Ryder-Cup-Punkten überhaupt (28,5 in zehn Teilnahmen). Sieben der 16 Titel in Europa feierte der Valencianer in seinem Heimatland.

Der letzte Sieg des Spaniers kam im März 2025 beim LIV-Turnier in Hong Kong.

Rettung oder Steuertrick? Die Zweifel am Plan LIV 2.0

Bis zu 300 Millionen US-Dollar will BC Partners in LIV Golf stecken. Das hat der potenzielle Investor am Montag bekanntgegeben – allerdings nur, wenn alle Bedingungen für den Einstieg erfüllt sind. Gleichzeitig wächst der Verdacht, dass es dem Private-Equity-Unternehmen weniger um Golf geht als um Steuervorteile aus den riesigen Verlusten der Liga.

4 Millionen zum Start

Die Verhandlungen über die Rettung von LIV kommen voran, die Zeit bis zum geplanten Saisonstart in Australien wird knapper. Wie viel BC Partners tatsächlich auf den Tisch legt, zeigen Gerichtsunterlagen: Fest zugesagt sind bisher gerade einmal 4 Millionen US-Dollar. Die 300 Millionen fließen erst, wenn die Bedingungen erfüllt sind. Dazu gehören Zusagen der Spieler und des PIF.

Dass LIV nie nur eine neue Golfliga war, dürfte inzwischen jedem klar sein. Es ging um geopolitischen Einfluss, um Sportswashing und natürlich ums Geld. Finanziell ist das Projekt krachend gescheitert, die Verluste werden auf rund 5 Milliarden Dollar geschätzt. Eine Summer, bei der ein Private-Equity-Unternehmen wie BC Partners hellhörig wird und liebend gerne ansetzt. Was für den saudischen PIF ein teurer Fehlschlag ist, hat für den neuen Investor einen Wert. Verluste lassen sich in vielen Ländern unter bestimmten Bedingungen legal, auch mit neuem Eigentümer, in die nächsten Geschäftsjahre mitnehmen und mit späteren Gewinnen verrechnen. BC Partners könnte sich so eine Menge Steuern sparen.

Ganz ohne Golf geht das allerdings nicht. Wer die Verluste nutzen will, muss das Unternehmen in der Regel ernsthaft weiterführen, und zwar über mehrere Jahre. Bleibt nur eine leere Hülle übrig, können die Verlustvorträge nach US-Recht verloren gehen.

Auch beim PIF ist man skeptisch. Laut einer anonymen Quelle der Financial Times hat BC Partners bei früheren Übernahmen ähnliche Strategien verfolgt. Die Botschaft ist deutlich: „Der PIF wird keine Unternehmenshülle an einen Hedgefonds verkaufen.“ Der Staatsfonds will sehen, dass BC Partners auch wirklich weiter Golfturniere ausrichtet.

Frist verlängert

BC Partners hat die Bedingung gestellt, dass mindestens 50% der Spieler, die noch finanzielle Forderungen ausstehen haben, den Verträgen für das neue Modell zustimmen. Eigentlich sollte das bis zum 13. Oktober passieren, jetzt wurde die Frist jedoch um zwei Wochen verlängert.

Einige Spieler haben ihren Abschied schon angedeutet. Wie etwa Sergio García. Auch bei Tyrrell Hatton rechnen viele mit einem Abgang. Offen ist dagegen, was die großen Zugpferde Jon Rahm und Bryson DeChambeau machen. Laut mehreren Berichten schuldet LIV seinen Spielern noch rund 45 Millionen US-Dollar. Die offenen Zahlungen und die Insolvenz machen es den Spielern vertraglich leicht, auszusteigen.

Cam Smith sprach vergangene Woche von einem Schwebezustand. Superstar Joaquin Niemann hält sich alle Optionen offen, hätte aber nichts dagegen, wenn ihm die PGA Tour entgegenkommt. „Natürlich wäre es super, wenn sie mir die Tür irgendwie öffnen könnten. Wenn nicht, wird sie sich irgendwann öffnen“, so der Chilene. „Am Ende brauchen sie gute Spieler. Wettkampf verlangt immer danach, die besten zusammenzubringen.“

Spielerbeteiligungen

Außerdem enthalten in der am Montag veröffentlichten Einreichung war die geplante Beteiligung von Spielern an der Liga. Insgesamt sollen diese mit 52,5 Prozent am Unternehmen beteiligt werden, was auch die ausstehenden Zahlungen begleichen soll. 45 Prozent würden an BC Partners und weitere Investoren und die restlichen 2,5 Prozent an das Management der Liga gehen.

Die Saga um LIV geht also in die nächste Runde. Kleiner, mit neuen Eigentümern, einem teils neuen Spielerfeld und mit einem zehn Turniere umfassenden Terminkalender.

Ob das Private-Equity-Unternehmen langfristig mit Golf plant, steht in den Sternen. Dass die Steuervorteile bei der Rechnung eine Rolle spielen, ist dagegen kaum zu übersehen.