Die besten Open Momente der letzten Jahrzehnte

146th Open Championship – Final Round

Welcher Open Moment war der Größte? Diese Frage stellen wir uns im Vorfeld der 148. Open im Royal Portrush Golfclub in Nordirland und blicken zurück auf legendäre Duelle.

The Open Moment 2017: Spieth’s unglaubliches Comeback

Die Geschichte der 146. Open war das unglaubliche Comeback des Amerikaners Jordan Spieth. Nach drei Runden lag Spieth recht komfortabel mit drei Schlägen vor seinem Landsmann Matt Kuchar, doch mit drei Bogeys auf den ersten vier Löchern hatte sich der Jungspund um den Vorteil gebracht. Auf der 13. Bahn schien Spieth endgültig das Momentum aus der Hand zu geben. Der Abschlag landete in einem Dünenhang und musste für unbespielbar erklärt werden.

Spieth fand in der näheren Umgebung keinen geeigneten Ort, um zu droppen. Somit wählte er die Verlängerungslinie bis auf die Drivingrange. Nach knapp einer Viertelstunde schlug Spieth letztendlich seien dritten Schlag  und rettete das Bogey auf die Scorecard. Beim anschließenden Loch, Bahn 14, einem Par 3, schaffte Spieth beinahe ein Ass. Er erzielte das Birdie und trat von diesem Moment an sicherer und zielstrebiger auf.

Der nächste geniale Moment von Jordan Spieth ließ nicht lange auf sich warten. Dem Amerikaner gelang ein sensationelles Eagle auf der 15, somit eroberte Spieth die Führung zurück. Weitere Birdies auf den Löchern 16 und 17 sicherten Spieth seinen dritten Majorerfolg in nur zwei Jahren. Matt Kuchar verpasste um drei Schläge den ersten Majorsieg seiner Karriere.

The Open Moment 2016: Mickelson vs. Stenson

Die Open 2016, eigentlich ein Zählspiel doch Mickelson und Stenson machten das Turnier zu einem Matchplay. Schon an Tag eins stellte Phil Mickelson klar, dass er um den Claret Jug mitspielen wollte, indem er eine 63 schoss, die niedrigste Runde, die es bei einem Major je gab. Sein Kontrahent Henrik Stenson eröffnete mit einer 68. Auch am zweiten Tag brachten beide Spieler gute Leistungen und setzten sich weiter von den Verfolgern ab.

Am dritten Tag kristallisierte sich der Zweikampf endgültig heraus, indem Mickelson und Stenson im selben Flight spielten. Ab Mitte der Runde war die Konkurrenz auf zwei Spieler beschränkt, die matchplayartig um den Titel kämpften. In der vierten Runde wurde die Spannung immer höher und Stenson ging mit zwei Schlägen Vorsprung auf die 18. Bahn. Ohne zu wackeln brachte Stenson den Triumph nach Hause und gewann zum ersten Mal auf der Majorbühne der Golfwelt.
Stenson beendete die Open mit 20- unter Par vor dem zweitplatzierten Mickelson, welcher mit 17- unter Par deutlich vor J.B Holmes (6-unter Par) lag.

The Open Moment 2000: Karriere-Grandslam für Tiger

Im Jahr 2000 fand DAS Golfturnier auf DEM Golfplatzt schlechthin statt. St. Andrews war wie so oft das Setting für ein denkwürdiges Turnier. Tiger Woods gewann die Open mit acht Schlägen Vorsprung auf Ernie Els und Thomas Bjorn.
Für jeden Spieler ist es etwas ganz Besonderes, die Open zu gewinnen aber für Woods war der Sieg 2000 nochmal etwas ganz anderes. Tiger Woods gewann mit der Open auch sein viertes verschiedenes Major und holte somit den Karriere-Grandslam.

Noch nie hatte ein Spieler im Alter von 24 Jahren diesen Meilenstein erreicht, überhaupt haben nur fünf Spieler alle Majors mindestens einmal gewinnen können. Aber damit nicht genug, was einzigartige Leistungen angeht: Tiger Woods hatte 2000 bereits bei der US Open triumphiert, er war der sechste Profi, der die US Open und British Open in einem Jahr gewinnen konnte. Die Open in St. Andrews: Sie sind immer etwas Spezielles, aber das Jahr 2000 auf einem besonderen Level.

The Open Momente Tiger Woods

Woods: „Champion Golfer of the Year 2000“

The Open Moment 1999: Desaster am letzten Loch

Eine der unglaublichsten Geschichten der Open liegt 20 Jahre zurück. 1999 ging der Franzose Jean Van De Velde mit drei Schlägen Vorsprung an den Abschlag auf der 18. Anstatt den Sieg sicher runterzuspielen, wollte Van De Velde nochmal alles zeigen, was er kann. Doch der Versuch ging nach hinten los.

Den Abschlag verzog der Franzose ins hohe Rough und von dort ging es erstmal nicht wirklich weiter. Seinen dritten Schlag setzte der noch Führende in den Barry Burn, einen kleinen Wassergraben vor dem Grün. Van De Velde zog die Schuhe aus und krempelte seine Hose hoch, um den Ball aus dem Graben zu spielen.

Nach langer Überlegung entschied Van De Velde sich doch dazu, einen Strafschlag zu akzeptieren. Irgendwie schaffte der Franzose das Triple-Bogey und hatte im Playoff noch die Chance auf den Titel. Aber auch dort sollte es nicht klappen, Paul Lawrie gewann die Open 1999 doch die Erinnerungen verdanken wir Jean Van De Velde.

The Open Moment 1995: Roccas Fast-Sensation

Ein weiterer besonderer Open Moment bringt uns erneut nach St. Andrews, diesmal in das Jahr 1995. John Daly wartete bereits im Clubhaus, einen Schlag in Führung, auf den Italiener Constantino Rocca. Dieser war auf der 17 und schoss seinen zweiten Schlag übers Grün auf die Straße. Doch irgendwie gelang es dem Italiener, das Par zu kratzten und sich die Chance auf ein Playoff zu wahren.

Der Abschlag auf der 18 hätte nicht besser sein können, doch der zweite Schlag radierte das gewonnene Momentum wieder aus. Der Ball lag 20 Meter vom Loch entfernt und Rocca musste ihn stopfen, um in ein Playoff mit Daly zu gelangen. Alles schien vorbei, doch der Sport schreibt bekanntlich die schönsten Geschichten: Rocca lochte ein und erzwang somit das Playoff. Allerdings war es am Ende nicht die Geschichte von Constantino Rocca, sondern von John Patrick Daly, welcher das Playoff für sich entscheiden konnte.