Namensursprung
Caroline von Braunschweig, die getrennt lebende Ehefrau des späteren britischen Königs Georg IV., erwarb die im 16. Jahrhundert errichtete Villa del Garovo am Westufer des Comer Sees und benannte sie in Villa d’Este um. Kurzerhand behauptete sie, vom italienischen Fürstenhaus Este abzustammen, und rechtfertigte damit die Umbenennung der in Cernobbio gelegenen Villa.
Die Villa, heute ein 5-Sterne-Hotel, gab dem während des italienischen Faschismus gegründeten Circolo Golf Villa d’Este seinen Namen. Anfang des 20. Jahrhunderts gewann der Golfsport auch in Italien an Popularität. Unter den Gästen der Villa wuchs der Wunsch nach einer Möglichkeit, dem neuen Hobby nachzugehen. So entstand der Club samt Clubhaus mit britischem Flair. Längst genießt der Circolo Golf Villa d’Este Legendenstatus.
Tiefbraune Holzvertäfelungen prägen Bar und Restaurant, rot-grüne Sessel und Polster setzen charmante Retro-Akzente. Von der großzügigen Steinterrasse reicht der Blick auf die Bahnen 1, 10 und 18 und weckt Tagträume von den Zeiten des Hochadels.
Im Restaurant La Terrazza al Golf interpretiert Chefkoch Orazio Stella regionale Spezialitäten modern. Von edlem Prosciutto crudo über Gnocchi al basilico und Wolfsbarsch bis hin zur klassischen Tiramisu isst man hier in feinster Umgebung.
Wer nur wenig Zeit hat, sollte sich vor oder nach der Runde zumindest einen Kaffee gönnen – schon der ist einen Stopp im Clubhaus wert.
Die Feierlichkeiten
Zum 100-jährigen Jubiläum, dem »centenario«, putzten sich Villa und Golfplatz für einige ganz besondere Gäste heraus. Unter anderem kamen Europas Ryder-Cup-Kapitän Luke Donald (ENG) und seine Assistenten José María Olazábal (ESP), Francesco und Edoardo Molinari (ITA) an den Comer See.
Zum Auftakt wurden die geladenen Gäste im Juni in die Villa am See gebeten. Bei Cocktails und der »One Lake, One Shot«-Challenge auf der Colonne-Terrasse zielten sie auf ein schwimmendes Grün im See. Am nächsten Tag spielten die Gäste gemeinsam mit Donald und Co. ein Pro-Am im Club und ließen das Jubiläum mit einem Gala-Dinner ausklingen. Normalsterbliche hatten kaum eine Chance auf eine Teilnahme an den Jubiläumsfeierlichkeiten. Die Tickets für die Veranstaltung kosteten ab 18.900 Euro.
Circolo Golf Villa d’Este
Der von Peter Gannon entworfene Kurs ist ein wahres Prachtstück. Das ungewöhnliche Par-69-Layout zieht sich durch die hügelige Landschaft von Montorfano südöstlich von Como. Eine Besonderheit sind die überdurchschnittlich langen Par-3-Bahnen, auf denen je nach Spielstärke auch Hybrid oder Holz zum Einsatz kommen können. Präzision ist dennoch gefragt. Pinien, Kastanien und Birken säumen die teils sehr engen Fairways und machen so manchem Spieler im Urlaub das Leben schwer. Auch die Grüns sollten mit Bedacht angespielt werden – die Tipps aus dem Birdiebook helfen bei der Ausrichtung der Schläge ins Grün. Zwölfmal war der Kurs Austragungsort der Open d’Italia, zuletzt 1972.
Top 3 Comer See – Der Nordwesten
Restaurant Crotto Isidoro: Wer einen Platz für ein authentisches Abendessen mit Seeblick sucht, ist hier genau richtig. Bei Wein, ortstypischer Polenta und Pizzoccheri gibt es dazu den atemberaubenden Blick über den Comer See.
Weingut Sorsasso: Das Weingut Sorsasso in den Hügeln des kleinen Dorfs Domaso bietet Verkostungen mit Seeblick, Crudo und Käse zu moderaten Preisen. Die sympathische Familie steckt viel Herzblut in das Weingut. Was als Hobby des Vaters begann, ist heute der Lebensunterhalt der ganzen Familie.
Wanderung Crotto Dangri: Vom malerischen Ort Livo führt eine gut einstündige Wanderung zu einem Wasserfall und dem nahe gelegenen »Crotto«. Im Sommer bietet der Wasserfall eine willkommene Abkühlung. Bergpanorama und die jahrhundertealte Brücke über den Fluss machen den Ausflug komplett.
