Entlang der (süd-)westlichen Atlantikküste Frankreichs warten mondäne Seebäder, ursprüngliche Dörfer und neun außergewöhnliche Golfanlagen auf Entdecker. Von La Baule bis ins Baskenland führt dieser GM-Roadtrip durch eine Region, die kulinarisch, kulturell und golferisch kaum zu übertreffen ist.
Auf einen Blick
- 8 Golfplätze entlang der französischen Atlantikküste von La Baule bis Saint-Jean-de-Luz, entworfen von Weltklasse-Architekten wie Robert Trent Jones Sr., Robert von Hagge, Harry S. Colt und John Henry Taylor
- Golf de Seignosse ist einer der Top-100-Golfplätze Kontinentaleuropas und beherbergt das erste Par-6-Loch Frankreichs (Bahn 18, 666 Meter)
- Golf de Chantaco wurde 1928 gegründet und ist untrennbar mit der Geschichte der Modemarke Lacoste verbunden – seit fast 100 Jahren in Familienhand
- Golf International Barrière La Baule bietet mit 45 Spielbahnen im Naturpark Brière den größten Golfkomplex der Reiseroute
- Die Route führt durch Regionen mit Weltbekanntheit: Bordeaux, Médoc, Baskenland – und verbindet Golfgenuss mit Gastronomie, Kultur und Atlantikstrand
La Baule – Startpunkt an der Atlantikküste
Wer sich auf den Weg an die (süd-)westliche Atlantikküste von Frankreich macht, steht vor der wohl schwierigsten aller Urlaubsentscheidungen: Was schaut man sich in seiner begrenzten Reisezeit alles an? Schließlich überfluten einen hier links und rechts der Straße verführerische Ziele zuhauf, darunter so wohlklingende Namen wie Nantes, La Rochelle, Cognac, Bordeaux, Medoc, Saint-Émilion, Bayonne oder Biarritz.
Für alle, die nicht zwingend die weltberühmten Weinanbaugebiete dieser Region im Landesinneren besuchen möchten, ist dabei ein Roadtrip am Meer entlang definitiv eine sehr gute Wahl. Als Startpunkt empfiehlt sich das traditionsreiche Seebad La Baule im Département Loire-Atlantique – ein Ort, der sich in den goldenen Jahren der Belle Époque zum Lieblingsziel der Pariser Haute Volée entwickelte. Schon bei der Anfahrt sorgen von Pinien gesäumte Landstraßen für die richtige Stimmung: salzige Luft, kreischende Möwen und eine sanfte Meeresbrise.
Wer es sich leisten kann und mag, logiert direkt an der Bucht von La Baule. Edle 5-Sterne-Herbergen wie die beiden Barrière-Häuser L’Hermitage und Le Royal oder das Hotel Le Castel Marie Louise erinnern bereits beim Check-in an französische Filmklassiker: mit Art-déco-Fassaden, roten Teppichen und/oder Portier mit Mütze – dazu Ruhe, Eleganz, ein Hauch Nostalgie und exzellenter Service.
Und obendrein gibt’s Strandkultur à la française zu bestaunen: kilometerweit feiner Sand, dazwischen elegante Bars mit blauen Liegen und eine Promenade, die zum Flanieren mit Blick auf das Sundowner-Glitzern der Bucht einlädt.
Parkland, Links und Salzkaramell
Nur ein paar Autominuten nördlich dieser schönen Szenerie wartet im leicht hügeligen Hinterland mit Golf International Barrière La Baule der erste Golfstopp dieser GM-Tour. Die 1976 eröffnete Anlage im Naturpark Brière bietet insgesamt 45 Spielbahnen, die von den Briten Peter Alliss und Dave Thomas sowie dem Franzosen Michel Gayon gezeichnet wurden.
Ein Stück nordwestlich davon locken Guérande und die nur wenige Minuten entfernten Salzgärten von Terre de Sel. In dem mittelalterlichen Ort sind – wie auf einer Zeitreise in längst vergessene Altstädte – Fachwerkhäuser und eine komplett erhaltene Stadtmauer zu bestaunen, dazu kommen kleine Galerien und Crêperien, in denen der Duft von Salzkaramell die Sinne betört.
Die Fahrt nach Saint-Jean-de-Monts im Département Vendée führt dann an weiten, malerischen Feuchtwiesen und Sumpflandschaften entlang. Und immer wieder auch durch niedliche, ursprüngliche Ortschaften, die einem Louis-de-Funès-Klassiker entsprungen zu sein scheinen.
In Saint-Jean-de-Monts selbst bietet sich ein deutlicher Kontrast zu La Baule. Der Ort war in den 1970er- und 1980er-Jahren ein Badeort der Arbeiter. Noch heute gibt es enorm viele Campingplätze und Apartmentanlagen.
Die Architektur ist in dieser Gegend aber ohnehin nebensächlich, zumal der große Protagonist der Strand ist. Gefühlt ist die Region um Saint-Jean-de-Monts ein endloses Sankt Peter-Ording mit herrlicher Dünenlandschaft – und Sonnenuntergängen, die hier Momente von fast filmischer Schönheit sind. Für den Abend empfiehlt sich daher ein Spaziergang entlang der Estacade – einer 400 Meter langen Holzbrücke, die weit ins Meer hinausführt.
Schiffe, Strand, Surfer-Hot-Spot und Golfperlen: An der (süd-)westlichen Atlantikküste von Frankreich stellt das große Angebot an entspannenden und spannenden Urlaubsoptionen den Besucher vor die Qual der Wahl.
Top 5 // Westfrankreich
- Guérande: Der kleine Ort wird dank vieler mittelalterlicher Bauten aus dem 14. und 15. Jahrhundert auch das »Carcassonne des Nordens« genannt. Zudem befindet sich hier das Herz der Salzgärten: Bei Terre de Sel erfährt man zwischen glitzernden Becken und Salzpyramiden alles über die Geheimnisse des berühmten »Fleur de Sel« (terredesel.com).
- Bayonne: In der »Wiege der französischen Schokolade« vereint L’Atelier du Chocolat Boutique, Werkstatt und Museum in einem. Bei den informativen Führungen (inklusive Verkostung!) lässt sich die Geschichte der Süßigkeit vom Anbau bis zur veredelten Praline erleben (atelierduchocolat.fr).
- Biarritz: Wer mondäne Seebäder liebt, muss hier einen Zwischenstopp einlegen! Zu den Top-Sehenswürdigkeiten zählen die Strandpromenade mit dem Leuchtturm und der Rocher de la Vierge, von dem aus man einen herrlichen Panoramablick über den Golf von Biskaya hat.
- Guéthary: Ursprünglich schon im 12. Jahrhundert als kleiner Walfänger-Hafen gegründet, ist der pittoreske kleine Ort bei Saint-Jean-de-Luz heute bei Freizeitfischern und Spaziergängern beliebt. Kleinkunst und bunt bemalte Boote zwischen steiler Kaimauer und dem Meer – eine Mischung für Genießer, Surfer und Kulturliebhaber!
- Maison Adam: Die Geschichte der Macarons dieser Patisserie in Saint-Jean-de-Luz reicht bis ins Jahr 1660 zurück, als das Haus anlässlich der Hochzeit von Ludwig XIV. mit Maria Teresa von Spanien seine Mandelspezialität präsentierte. Seither haben 14 Generationen derselben Familie das Maison Adam geführt – und die Rezeptur der Macarons ist noch immer geheim (maisonadam.fr).
Eine sportliche Schönheit grüßt dann mit den 18 Spielbahnen von Golf de Saint-Jean-de-Monts. Der Platz des französischen Architekten Yves Bureau aus dem Jahr 1988 schlängelt sich zuerst durch einen Pinienwald – und endet auf den Back-Nine als sehr schottisch wirkender Links-Course am Atlantik!
Dünen, Design und drei Juwelen
Wer aus der Vendée Richtung Süden in die Region Nouvelle-Aquitaine aufbricht, steht vor der Frage, ob er sich auf der dicht befahrenen Autobahn an Bordeaux vorbeiquetschen oder die Fährüberfahrt zwischen Royan und Le Verdon nehmen soll. Nun, wer nicht auf der Flucht ist, wählt die Fähre und überquert in entspannter Manier die Gironde-Mündung. Der Ticketkauf lässt sich dabei bequem bei der Auffahrt zum Fährterminal abwickeln.
Die Küste wird jetzt wilder, die Dörfer seltener – und dann taucht man ein in die ausgedehnten Pinienwälder des Médoc Atlantique. Mit Lacanau-Océan wartet hier ein Ort, der seit Generationen Surfer, Ruhesuchende und auch Golfer gleichermaßen fasziniert. Die privilegierte Lage am Atlantik mit einem 15 Kilometer langen Sandstrand, eingerahmt von bis zu 65 Meter hohen Dünen, macht den Wellenreiter-Hot-Spot zu einem natürlichen Paradies.
Ähnlich idyllisch präsentiert sich auch der ein Stück landeinwärts liegende Kurs von Golf de Lacanau. Das zum Ugolf-Netzwerk zählende Layout von John Harris windet sich seit 1982 durch eine immergrüne Vegetation und erinnert damit an wenig an den herausragenden Parcours von Golf de Seignosse, von dem gleich noch die Rede sein wird …
Auf der Fahrt von Lacanau in die noch südlicheren Gefilde des Landes wirkt der Übergang zwar fast nahtlos – und doch erscheinen hier die Wälder dichter, die Küste ursprünglicher, die Dörfer bescheidener. In Messanges etwa, einem 1.000-Seelen-Örtchen hat man das Gefühl, in einem Frankreich angekommen zu sein, das sich bewusst Zeit lässt. Ein perfekter Platz also, um hier für die nächsten Tage das Basislager aufzuschlagen, von dem aus jene drei grünen Juwelen angesteuert werden, die den golferischen Höhepunkt dieser GM-Reise an Frankreichs Atlantikküste bilden.
Passend dazu finden Golfer hier mit dem Hotel La Maison de la Prade ein etwas zurückgezogenes, rund zwei Kilometer vom Meer entferntes, aber sehr charmantes Haus mit Geschichte vor. Ursprünglich war es ein Sommersitz, später ein Kinderheim, heute ist ein stilvolles Boutiquehotel mit nur wenigen Zimmern – ein Ort, der Geschichten erzählt, ohne zu reden. Beim Design der Einrichtung trifft Vintage auf Moderne, mit viel Liebe zum Detail – und draußen ein schicker kleiner Pool, Lavendel im Garten, leise Zikadengesänge.
Vom Hotel aus sind es keine zehn Autominuten bis zur Anlage von Golf de Moliets. Der legendäre Robert Trent Jones Sr. schuf hier bereits 1986 den 9-Löcher-Kurs Airial, bevor er 1989 die zwei Neunerschleifen Fôret und Océan nachlegte, die Links- und Parkland-Bahnen kombinieren.
Nur 20 Minuten fährt man von hier bis Golf de Seignosse: Das ebenfalls 1989 eröffnete Meisterwerk von Robert von Hagge zählt zu den Top 100 in Kontinentaleuropa. Und gerade mal zehn Minuten weiter südlich funkelt mit Golf d’Hossegor ein weiterer Kracher, den der berühmte Designer John Morisson 1930 in den stolzen, alten Baumbestand gelegt hat.
Chantaco & Lacoste
Der Golfplatz von Chantaco erlebte seine glanzvolle Eröffnung am 1. November 1928 mit über 300 Gästen und einem Show-Match berühmter Golfgrößen wie Arnaud Massy – dem einzigen Franzosen, der je ein Major gewann. Der Club wurde von Armand de la Chaume gegründet, einem wohlhabenden Geschäftsmann. Seine Tochter Simone Thion de la Chaume war eine begabte Amateurgolferin, die 1927 die British Ladies Amateur Championship gewann – als erste nicht britische Spielerin.
Schnell wurde der Club zum Treffpunkt der Gesellschaft: mit Mitgliedern wie dem Prinzen von Wales, Charlie Chaplin oder Ernest Hemingway – zusätzlich befeuert durch die Hochzeit von Simone mit der Tennislegende René Lacoste 1930.
Während des Krieges sorgte Simone dann als Präsidentin für das Überleben des Clubs, unter anderem, indem ihr Mann René über 40.000 Bäume pflanzen ließ – eine Maßnahme, welche die Golfplatzpflege sicherte und die Angestellten vor der Zwangsarbeit in Deutschland schützte.
Später wurde Chantaco schnell zur eleganten Kulisse für neue Lacoste-Linien, insbesondere als Catherine Lacoste – die Tochter von Simone und René – in den 1960er-Jahren nicht nur als einzige Amateurin und Ausländerin überhaupt die US Women’s Open gewann, sondern auch als Präsidentin den Club modernisierte.
Seither blieb Chantaco fest in Familienhand. Der Club wird heute von Jean-Marie Lacoste geführt, dem Enkel von Simone und René, und zählt zu den bedeutendsten Golfanlagen Frankreichs, mit einer eindrucksvollen Geschichte zwischen Sport, Stil und familiärer Leidenschaft.
Finale im Baskenland
Die Fahrt von der stillen Ländlichkeit à la Messanges in die urbane Lebendigkeit von Bayonne ist wie ein Szenenwechsel in einem gut geschriebenen Roman. Die Straßen werden breiter, das Kopfsteinpflaster dichter, die Häuser rücken mit ihren typischen rot-grünen Fensterläden und den unverwechselbaren Balkonen im baskischen Stil mehr ins Blickfeld. Die heimliche Hauptstadt des französischen Baskenlandes entfaltet ihren Charme in einer Mischung aus Stolz und Gelassenheit, die über allem liegt.
Bayonne heißt: flanieren, probieren, entdecken. Ein Rundgang ist herrlich entschleunigend. Und da die Geschichte der französischen Schokolade im 17. Jahrhundert genau hier begann, ist die Stadt gepflastert mit verführerischen Süßwarenshops. Ein Besuch im L’Atelier du Chocolat ist daher Pflicht. Und unbedingt probieren sollten Sie auch den berühmten »Jambon de Bayonne« – den Schinken, den man in jeder Markthalle riecht, noch bevor man ihn sieht!
Bleibt zum Abschluss dieser Reise noch das Juwel der Biskaya, Saint-Jean-de-Luz. Die kleine Küstenstadt, nur wenige Kilometer von der spanischen Grenze entfernt, vereint baskische Tradition, französischen Esprit und eine Prise königlicher Geschichte in einem Panorama, das in seiner Schönheit erneut filmisch erscheint. Die geschützte Bucht mit ihrer geschwungenen Promenade erinnert an die königlich-spanische Sommerresidenz San Sebastian. Dazu die Fachwerkhäuser, die kleinen Läden voller lokaler Spezialitäten und Produkten von zu Weltruhm gekommenen einheimischen Marken.
Saint-Jean-de-Luz ist ein angenehm authentischer, geschichtlicher Ort, der einen sofort in seinen Bann zieht. Hier heiratete etwa der »Sonnenkönig« Ludwig XIV. Hier wurde der Komponist Maurice Ravel geboren. Hier brachten lokale Gastronomie und Handwerkskunst weltberühmte Marken hervor:
- Espadrilles Nicole Pariès & Bayona 1890 (Schuhe)
- Lartigue 1910 (Leinen)
- Maison Adam 1660 (Makronen)
- Maison Laffargue (Lederwaren)
… um nur einige zu nennen …
Damit nicht genug, hat das so schöne Städtchen links und rechts des Flüsschens La Nivelle auch zwei hübsche Golfplätze zu bieten. Auf dem recht hügeligen Parcours von Golf de la Nivelle, entworfen vom fünffachen Open-Champion John Henry Taylor, wird bereits seit 1907 gespielt. Und der 1928 gegründete Club von Golf de Chantaco kann mit Harry S. Colt nicht nur eine Architektenikone als Platzgestalter vorweisen, er ist auch ganz eng verbunden mit einem Namen, der von Frankreich aus die Welt eroberte: Lacoste.
Man sagt ja, man solle sich das Beste bis zum Schluss aufheben – Saint-Jean-de-Luz scheint dieses Prinzip perfekt zu verkörpern. Und so endet dieser GM-Roadtrip mit einem Gefühl von Vollständigkeit. Frankreichs Atlantikküste hat sich geöffnet wie ein gutes Buch – Kapitel für Kapitel, Ort für Ort, Golfplatz für Golfplatz.
Die Plätze im Überblick
Golf International Barrière La Baule (Bleu)
Der 45-Löcher-Komplex im leicht hügeligen Hinterland von La Baule zählt zu den vielseitigsten Anlagen Westfrankreichs und breitet sich wie ein grünes Juwel im Naturpark Brière aus. Der Kurs Bleu – mit vollem Namen Parcours Diane Barrière – verbindet Eleganz mit Sportlichkeit. Breite, makellos geschnittene Fairways, die von Heckenrosen und Pinien gesäumt werden, wechseln sich mit trickreichen Doglegs und Wasserhindernissen ab.
Zusammen mit den großen Bunkern und weiten Grüns erinnert das an amerikanisches Design. Die Par-5-Bahnen geben mutigen Spielern die Chance, mit einem guten zweiten Schlag auf Birdie-Jagd zu gehen. Und das schicke Clubhaus von Golf International Barrière La Baule lässt einen direkt an berühmte Parkland-Anlagen in den Niederlanden und Frankreich denken – reetgedeckter Chic mit Grandezza.
Golf de Saint-Jean-de-Monts
Dieser Golfplatz zählt zu Recht zu den besten Küstenkursen Frankreichs. Die ersten neun Löcher sind eine spektakuläre Achterbahnfahrt durch einen wunderschönen, stillen Pinienwald – mit sehr engen, aber nicht wirklich unfairen Fairways, obwohl die Landezonen optisch nur handtuchbreit erscheinen. Diese Front-Nine sind ein echter Spaß!
Ab Bahn 10 ändert sich die Szenerie dramatisch: Der Blick öffnet sich zur Küste, der Wind frischt auf, die Landschaft wird rauer – und plötzlich wähnt man sich auf einem schottischen Links-Course. Der Atlantik glitzert in der Ferne, und der Wind wird zum Mitspieler. Diese Links-Löcher haben es in sich!
Der Zustand des Platzes ist generell tadellos: die Fairways sattgrün, die Grüns spurtreu, das Gesamtbild sehr gepflegt. Nach der Runde sollten Sie unbedingt im Clubrestaurant einkehren, denn der Mittagstisch auf der hellen Terrasse mit Blick Richtung Meer ist das i-Tüpfelchen der Runde.
Golf de Lacanau
Zwischen dem Ozean und dem See Étang de Lacanau versteckt sich eine alte, für Frankreich eher untypische Villensiedlung à l’americaine – und durch diese zieht sich wunderschön dieser Parkland-Parcours. Man spielt in einem herrlichen Pinienwald, die Runde ist abwechslungsreich, hügelig und technisch anspruchsvoll.
Es gibt eine Menge erhöhter Abschläge, etwa an den Löchern 1, 6, 7, 8 und 16. Die Grüns sind mitunter sehr klein und für einen Waldplatz pfeilschnell. Was die Pflege betrifft, sind Fairways und Grüns in einem guten Zustand, lediglich wenige Tee-Boxen sind nicht wirklich im waagrechten Lot. Der auch unter dem Namen Ugolf Lacanau bekannte Kurs (nicht zu verwechseln mit dem direkt angrenzenden Golf Bluegreen Lacanau!) kommt sehr unprätentiös daher, ist kein Längenmonster und macht zu sehr fairen Konditionen Spaß zu spielen.
Golf de Moliets (Fôret + Océan)
Das von Robert Trent Jones Sr. entworfene Layout ist ein Kunstwerk aus Dünen-Links und Parkland. Die vorderen neun Löcher namens Fôret schlängeln sich durch Pinienwälder, wobei nur auf den Bahnen 6 bis 8 eine leichte Meeresbrise zu spüren ist, da diese direkt an den Dünen liegen.
Der Links-Charakter des Platzes zeigt sich dann erst auf Océan, den zweiten Neun, insbesondere ab dem Par 3 der Bahn 12 bis zum Par 3 der Bahn 16, die direkt am Strand entlangführen. Der Atlantik kommt ins Spiel, im wahrsten Sinne: Das Meer rauscht, der Wind mischt mit.
Der 15. Abschlag – erhöht und mit Blick auf den Ozean – gehört zu den schönsten Fotomotiven, die man auf einem Golfplatz in Europa finden kann.
Die Fairways sind breit, aber nie langweilig, die Grüns groß, oft onduliert und taktisch klug von Bunkern verteidigt. Golf de Moliets ist ein »Must Play« an der Küste.
Golf d’Hossegor
Hier ist jedes der seit 1930 bespielbaren Löcher rechts und links von einer bunten Mischung stolzer, alter Bäume gesäumt. Und bedrohlich hereinragende Äste zwingen auch an den langen Spielbahnen oft zum Eisen oder kurzen Holz vom Tee, fast immer müssen die Drives wirklich präzise sitzen.
Ansonsten hat Designer John Morisson hier eine typisch britische Inland-Course-Atmosphäre geschaffen: Die Grüns beißen gut, das richtige Plateau auf den schnellen Tanzflächen zu treffen, ist allerdings eine ganz wichtige Voraussetzung für gute Scores, denn sonst verursachen Wellen und starke Breaks unweigerlich zu viele Putts.
Schön auch, dass Abschläge und Grüns überwiegend auf der gleichen Ebene wie die sanft gewellten Fairways sind. Vor dem Erreichen der gemütlichen Clubhausterrasse wartet dann nochmal viel Arbeit, doch nach den engen Dogleg-Löchern 15 und 16 erscheinen die Bahnen 17 und 18 fast schon wie eine leichte Übung.
Golf de Seignosse
Was für ein herrlicher Golfplatz! Kein Wunder, dass sich der zweifache Masters-Sieger José María Olazábal hier auf seine Auftritte in Augusta vorbereitet hat. Die Anlage erstreckt sich über 70 Hektar hügeliges Gelände, bewachsen von majestätischen Korkeichen und duftenden Pinien. Die Fairways schlängeln sich durch natürliche Täler und bieten atemberaubende Ausblicke, während strategisch platzierte Wasserhindernisse und Bunker selbst erfahrene Golfer herausfordern.
Der Pflegezustand ist exzellent, die Bahnenführung permanent fordernd. Seit der Eröffnung im Jahr 1989 hat sich diese Edelwiese einen festen Platz in den Top 100 Europas erarbeitet. Besonders hervorzuheben ist Loch 11 – ein atemberaubender Abschlag. Und das 18. Loch, ein Par 6 mit 666 Metern von den Back-Tees, war das erste seiner Art in Frankreich. GM-Tipp: Nehmen Sie sich einen Buggy, denn diese Luxuskarossen stehen dem Platz in nichts nach!
Golf de la Nivelle
Das Finale der GM-Tour im Baskenland beginnt mit einer Runde im ältesten Club dieses Trips, der gewissermaßen direkt in Saint-Jean-de-Luz liegt. Der Platz selbst erstreckt sich über ein kompaktes, 42 Hektar großes und bewaldetes Areal, wobei lediglich die vier Bahnen 6 bis 9 auf einigermaßen ebenem Gelände entlang des Flusses La Nivelle verlaufen.
Der Rest wurde auf recht hügeligem Terrain erschaffen, was Golf de la Nivelle – 1971 und 1972 immerhin Austragungsort der Open de France – eine unerwartet unterhaltsame Note verleiht. Der Pflegezustand ist bestens. Der Parcours spielt sich angenehm herausfordernd und zeigt selbst von den hinteren Abschlägen nur eine moderate Länge, was für viele Abschläge auch den Einsatz der präziseren Eisen erlaubt.
Golf de Chantaco
Auch die letzten Schläge der GM-Reise werden in einem sehr traditionsreichen Club gespielt: Chantaco ist ein klassisch französischer, wunderschöner Parkland-Course mit altem Baumbestand. Die Fairways sind akkurat gemäht, die Grüns schnell, aber ehrlich.
Es ist ein Platz mit viel Stil und etlichen Bahnen, die in Erinnerung bleiben: erhöhte und auch blinde Abschläge, mit zwei Schlägen erreichbare Par 5 sowie intelligent gestaltete Par 3. Man hat also permanent »zu tun«, und in dieser Konzentration vergeht die Runde wie im Flug.
Auch im Clubhaus und im Restaurant spürt man überall, dass hier Tradition lebt und gelebt wird. GM-Tipp: Nach der Schlussbahn unbedingt einkehren und einen »Golfer« trinken, zumal dieser angeblich exakt hier erfunden wurde!
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