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Roadtrip in Dixieland: Memphis – Nashville – Chattanooga

Quer durch den US-Bundesstaat Tennessee nehmen wir Sie auf eine bildstarke und musikintensive Rundreise mit – und das natürlich gepaart mit ein paar fantastischen Golfplätzen. Vom King of Rock ’n’ Roll bis zu melancholischen Jazz-Sounds, perfekt getrimmten Greens, vollmundigem Whiskey und ganz viel Kultur.

Mirimichi Golf Course (Memphis)
Mirimichi Golf Course (Memphis)

Könnten Magazinseiten singen, würden Sie jetzt dem ikonischen Song »Tennessee Whiskey« von Chris Stapleton lauschen. Dieser rauchig-vernebelte Bar-Song spiegelt exakt das Gefühl wider, das einen Rundreisenden in diesem geschichtsträchtigen Bundesstaat am Mississippi dauerhaft begleitet. Wir haben uns in Tennessee umgesehen – sind auf den Spuren von Elvis und Johnny Cash gewandelt, haben uns in die befreiende Gedankenwelt des Martin Luther King begeben, wurden in die Szene des Tennessee-Whiskey eingeführt. Und natürlich haben wir die spannendsten Golfplätze erkundet.

Der Geburtsort des Rock ’n’ Roll liegt unbestritten in Memphis. Das spürt man noch heute an jeder Straßenecke der Stadt. Memphis ist eine Art Freilichtmuseum, in dem man sich unbedingt zwischen Graceland, dem Museum für Menschenrechte und der Beale Street bewegen sollte.

Graceland

Elvis Presleys Anwesen umweht auch bald 50 Jahre nach seinem Ableben noch immer ein besonderer Zauber. Das Haus ist das zweitmeistbesuchte Haus der USA – nach dem Weißen Haus in Washington. Es ist heute ein frei begehbares Museum. Man wandelt auf den authentischen Spuren des Kings durch sein Wohnzimmer und flaniert in sein Esszimmer – wenn Priscilla in der Stadt ist, speist sie dort noch heute, an dem mit Hochzeitsgeschirr gedeckten Tisch. Weiter geht es durch die skurrile Bar im gelben 70er-Jahre-Style und das Billardzimmer, in dem Elvis Partien mit seinen Kumpeln Jerry Lee Lewis, Carl Perkins und Johnny Cash zockte.

Der junge Elvis Presley in Graceland
Der junge Elvis Presley in Graceland

In den Außenbereichen besucht man auch das »Racquetball-Center«, in dem er 1955 nach einer Squash-Session mit Freunden »Unchained Melody« komponierte.

In den Außenbereichen besucht man auch das »Racquetball-Center«, in dem er 1955 nach einer Squash-Session mit Freunden »Unchained Melody« komponierte. Das Lied ist auch der letzte Song, den Elvis jemals live spielte. Der sehr beeindruckende Rundgang endet im »Meditation Garden«, in dem er neben seinen Eltern und seiner Tochter Lisa-Marie seine letzte Ruhe fand. Zu Graceland gehört mittlerweile ein wahnsinnig großer Landstrich. Dort stehen seine Flugzeuge sowie seine Autosammlung. Ein weiterer Komplex beherbergt die Plattensammlung nebst Outfits, Motorrädern und unzähliger Memorabilien – ein sehr lohnender Tagesbesuch.

Sun Records

Sun Records ist die echte Geburtsstätte des Rock ’n’ Roll. Und vielleicht ist die größte und legendärste Geschichte der US-amerikanischen Musikhistorie einem einfachen Zufall zu verdanken. Elvis ging in das Tonstudio, um für einige Dollar eine Schallplatte als Geschenk für seine Mutter aufzunehmen. Da der Studioboss Sam Phillips nicht zugegen war, erledigte Sekretärin Marion Keisker die Aufnahme. Elvis’ Stimme berührte die Dame so sehr, dass sie einen Termin zum Vorsingen bei ihrem Boss arrangierte. Der Funke sprang zwar nicht so recht über, aber nach einer Weile begann Elvis den Song »That’s Allright Mama« zu spielen.

Mit diesem Lied eilte Phillips zum Radiosender in Memphis, der den Song spielte und sich vor Telefonanrufen nicht retten konnte. Der Rest ist weltweit bekannte Musikgeschichte, die in diesem kleinen, original erhaltenen Studio in einem einstündigen Rundgang (durch lokale Musiker) fantastisch anschaulich erklärt wird. Nach dem Besuch sollte man abends unbedingt die legendäre Musik- und Barstraße »Beale Street« ansteuern. In allen Clubs, Bars und Restaurants wird kostenlose Live-Musik gespielt. Es ist der Ort, an dem B.B. King, Elvis, Johnny Cash, Tina Turner, Roy Orbison & Co. ihre Karrieren begannen.

Öko-Golf in Memphis

Ein Star einer gänzlich anderen Ära hat in Millington, 17 Meilen nördlich von Memphis, golftechnisch im wahrsten Sinne des Wortes einen Fußabdruck hinterlassen – und zwar einen ökologischen. Justin Timberlake erreichte in den 90er Jahren, im Zeitalter der Boy-Bands, mit der Gruppe *NSYNC Weltruhm. Der heute 44-Jährige ist passionierter Golfer – was sich auch in seinem Single-Handicap widerspiegelt. 2008 kaufte Timberlake den Mirimichi Golf Course. »Mirimichi« ist ein Wort der US-amerikanischen Ureinwohner und bedeutet »Ort des glücklichen Rückzugs«.

Nachhaltigkeit kombiniert mit Top-Design.

Der 1925 gegründete Club sollte wohl genau das sein: ein Golfplatz als eine Art Zufluchtsort, auf dem Golfspiel einen Rhythmus hat und Teil der umgebenden Natur ist. Über sechs Jahre gestaltete Timberlake als Bauherr den Platz komplett um und investierte rund 16 Millionen US-Dollar, um Mirimichi zu einem der umweltfreundlichsten Plätze des Landes zu machen. Der neu umgestaltete Course wurde für sein Design vielfach gelobt und landete mehrfach auf Beliebtheits-Rankings der besten öffentlichen Golfplätze Tennessees. Beim Verkauf der Anlage 2014 machte die Musikerfamilie allerdings geschätzt 15 Millionen US-Dollar Verlust. Der Club ist aber seinem Credo treu geblieben. Nachhaltigkeit kombiniert mit Top-Design.

Ikone der Bürgerrechtsbewegung

Das Lorraine Motel ist der Ort, an dem Dr. Martin Luther King Jr. am 4. April 1968 im Alter von nur 39 Jahren erschossen wurde. Das gesamte Haus ist heute das National Civil Rights Museum, das die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung in den USA dokumentiert. Die Ausstellung ist sehr modern und erzählt auf großflächigen Bildern und Installationen die amerikanische Geschichte von der Sklaverei bis zur Gleichstellung der schwarzen Bevölkerung – heute »people of color«. Historische Originaltöne, Videos und interaktive Medien lassen die Vergangenheit bis in das 20. Jahrhundert kurzweilig lebendig werden.

Der Rundgang endet mit einem Blick in die Zimmer 306 und 307, in denen Martin Luther King und seine Leute untergebracht waren, kurz bevor er auf den Balkon trat und dort erschossen wurde. Ein berührender, geschichtsträchtiger Ort.

Auf den Mississippi gehen wir nicht weiter ein, denn das würde hier den Rahmen sprengen. Nur so viel sei gesagt: Memphis liegt direkt an diesem beeindruckenden Strom. Gehen Sie einfach bei Sonnenuntergang an die erhöhte Promenade »Beale Street Landing« und genießen in der untergehenden Sonne den Blick auf einen Schaufelraddampfer. Glauben Sie uns, Sie fantasieren umgehend Tom Sawyer und Huckleberry Finn auf einem Floß herbei.

Music City

Auf dem Weg nach Nashville halten wir eine knappe Autostunde von Memphis entfernt im »Tina Turner Museum« in Nutbush. Es liegt direkt an einer Ausfahrt und wurde in das originale Einklassen-Schulhaus der jungen Tina Turner gebaut. Ein kurzweiliger Stopp, der eine interessante Sammlung von Erinnerungsstücken der »Queen of Rock« beherbergt.

Angekommen in der Hauptstadt Tennessees staunen wir nicht schlecht. Für einen Besucher, der des Öfteren die USA besucht, bietet sich auf dem »Honky Tonk Highway« (Lower Broadway) ein unerwartetes Spektakel: An 365 Tagen im Jahr ist hier das pulsierende Herz der Stadt. In den 1930er Jahren ist die wahrscheinlich weltweit größte Partymeile der Livemusik entstanden. Die Besucher können täglich kostenlose Pop-, Rock-, Country-, Blues- & Rock ’n’ Roll-Talente erleben. Die unzähligen Bars und Clubs sind zumeist auch Restaurants. Viele der Gebäude sind mehrstöckig und die Straße bietet zudem die höchste Dichte an Rooftop-Bars, die uns je untergekommen ist. Selbst Jon Bon Jovi hat hier sein eigenes Clubgebäude. Legendäre Veranstaltungsorte, wie Tootsie’s Orchid Lounge und Robert’s Western World, haben Künstler wie Willie Nelson und den erst im September 2024 verstorbenen Kris Kristofferson hervorgebracht.

Das mitten in der Stadt gelegene »Country Music Hall of Fame and Museum« umfasst unglaubliche 32.500 Quadratmeter Gesamtfläche.

Tagsüber empfiehlt es sich im Musikflow zu bleiben. Wie wäre es mit Country? Das mitten in der Stadt gelegene »Country Music Hall of Fame and Museum« umfasst unglaubliche 32.500 Quadratmeter Gesamtfläche. Das etwas außerhalb gelegene historische RCA Studio B gehört ebenfalls dazu. Es wurde 1957 eröffnet und ist das älteste noch erhaltene Aufnahmestudio in Nashville. Direkt von der Country Hall of Fame fahren mehrmals täglich Busse die kurze Tour zum »Tempel der 1.000 Hits«.

Die grüne Stadt am Tennessee River

Die Heimat des deutschen PGA-Profis Stephan Jäger ist die ökologische Vorzeigestadt des Bundesstaats. Chattanooga ist heutzutage eine der saubersten und lebenswertesten Städte in den USA. Dabei galt die Gemeinde noch bis in die 60er Jahre als eine der schmutzigsten Städte landesweit. Seitdem hat Chattanooga einen äußerst beeindruckenden Wandel vollführt. Investitionen in grüne Infrastruktur, Energieeffizienz und umweltfreundliche Mobilität haben den Ort zu einem weltweiten Vorzeigeobjekt im Hinblick auf Städteplanung gemacht.

Gut 15 Autominuten vom Zentrum entfernt befindet sich der Hausberg der Stadt, der Lookout Mountain, nach dem Chattanooga auch benannt wurde. Dort befinden sich der Rock City Gardens und die Ruby Falls. Rock City Gardens beherbergt gut 400 Arten von Pflanzen, Blumen und Sträuchern und uralte Felsformationen, die man auf einem Rundweg entdecken kann. Ein weiterer Höhepunkt ist »Lover’s Leap«, von wo aus man einen herrlichen Ausblick auf gleich sieben Bundesstaaten hat: Tennessee, Kentucky, Virginia, North Carolina, South Carolina, Georgia und Alabama liegen einem zu Füßen. Direkt in der Nähe liegt der Eingang des »Ruby Falls«. Der unterirdische Wasserfall befindet sich 340 Meter unter der Bergoberfläche des Lookout Mountain.

Der Wasserfall ist der höchste und tiefste unterirdische der Vereinigten Staaten.

Der Wasserfall ist der höchste und tiefste unterirdische der Vereinigten Staaten. Aber keine Panik: Sie kommen entspannt mit dem Fahrstuhl herunter und hinauf, müssen nur ein kleines Stück durch eine gut ausgeleuchtete Höhle gehen.

Um das Naturspektakel Chattanooga vollends zu genießen, empfehlen wir, sich am Abend zu der Walnut Street Bridge zu begeben. Auf der schicken Sehenswürdigkeit über dem Tennessee River lässt sich der Sonnenuntergang besonders genießen. Seit 1993 ist die Walnut Street Bridge eine reine Fußgänger-Brücke. Mit 724 Metern zählt sie zu einer der weltweit längsten Brücken ihrer Art.

Die »Anomalie im Golf« – Sweetens Cove

Dass etwas Besonderes in puncto Golf in der Luft liegt, beweisen auch Gazetten wie New York Times oder Forbes, die Journalisten auf eine Golfanlage irgendwo im Nirgendwo bemühen, 30 Minuten westlich von Chattanooga. Wenn Mitglieder aus Baltusrol, New Jersey, gekleidet in ihren Member-Polos, dem Eigentümer erklären, dass sie nur wegen dieser Anlage die Reise in den Süden Tennessees angetreten haben, dann muss etwas Großartiges den langen Weg rechtfertigen.

»King« in Sweetens Cove: Das gigantische Himalayas- Green der #4 hat eine Länge von 85 Metern.
»King« in Sweetens Cove: Das gigantische Himalayas-Green der #4 hat eine Länge von 85 Metern.

Die Geschichte des Sweetens Cove Golf Club beginnt mit Rob Collins, einem eher unbekannten Architekten aus Chattanooga, der nach einem Weg suchte, in der Golfplatzarchitektur Fuß zu fassen. 2010 erfuhr er, dass seine Alma Mater, die Universität Sewanee, die Renovierung ihres Golfplatzes plante – mit dem renommierten Architekten Gil Hanse.

Collins schaffte es nicht in dieses Projekt. Aber King Oehmig, der ehemalige Head-Coach der Baylor School in Chattanooga und Trainer von Luke List, Harris English und Stephan Jäger, brachte den jungen Architekten andernorts ins Gespräch.

Ursprünglich als der heruntergekommene Sequatchie Valley Golf & Country Club bekannt, schien dessen Zukunft nach der Schließung ungewiss. Doch dann kaufte das circa 40 Hektar große Gelände in Sweetens Cove der Unternehmer Bob Thomas, um es vor der Umwandlung in eine Pferdefarm zu bewahren. Dessen Sohn Reece beauftragte Rob Collins und seinen Partner Tad King mit der Renovierung der Anlage.

Collins und King erschufen einen völlig neuen Platz mit beeindruckenden Grünkomplexen, breiten Fairways und kreativen Hindernissen, der sich mit den besten Golfplätzen der Welt messen kann. Inspiriert von Bahn-Ikonen
wie die #4 in Pebble Beach oder dem Himalayas-Green der 5 in Prestwick, wurde hier alles auf Links (!) gedreht. »Nummer 5« wurde in South Pittsburg auf der vierten Bahn umgesetzt, die als einzige auf diesem Platz einen Namen trägt: King. Zu Ehren von King Oehmig. #1, #2, #3,
King, #5, … Wo gibt’s schon so was?

Anfangs alles ein harter Kampf – Sweetens Cove hatte 2017 keine Sponsoren, kein Marketing und kaum Spieler.

Anfangs alles ein harter Kampf – Sweetens Cove hatte 2017 keine Sponsoren, kein Marketing und kaum Spieler. Der Durchbruch kam vor allem mit Instagram (inzwischen 43.700 Follower) und die wachsende Begeisterung in der Golf-Community, weshalb er international auch als
der erste »Social-Media-Golfclub« bezeichnet wird. Die Prämisse des Clubs – nur zwei Regeln: 1. Respektiere den Platz. 2. Respektiere die Menschen – egal mit welchem Hintergrund, Herkunft oder Hautfarbe. Ansonsten kann
hier quasi jeder machen, was er will.

Inspiriert von der Tradition, dass Spieler auf dem ersten Abschlag einen Schluck Whiskey trinken, riefen die Sportasse Roddick (im Bild), Manning & Co. die Whiskey-Marke »Sweetens Cove« ins Leben.
Inspiriert von der Tradition, dass Spieler auf dem ersten Abschlag einen Schluck Whiskey trinken, riefen die Sportasse Roddick (im Bild), Manning & Co. die Whiskey-Marke »Sweetens Cove« ins Leben.

Das zog prominente Investoren an: Andy Roddick, Peyton und Eli Manning oder auch Tom Nolan (Ex-Vicepresident bei Ralph Lauren) erkannten das Potenzial und wurden Miteigentümer. Sie machten Sweetens Cove zu einem Kultort für Golf-Puristen und trugen dazu bei, den Club international bekannt zu machen. Inzwischen kam auch noch die Whiskey-Marke »Sweetens Cove Spirits« hinzu. Und auch dieses Projekt wurde ein Erfolg.

Golf in Tennessee

Tennessee ist das Zentrum des alljährlich zu vergebenden FedEx-Cups, zumal Memphis das Luftfracht-Drehkreuz und die Heimat der Logistikfirma FedEx ist. Analog zum Race to Dubai wird in den USA der FedEx-Cup für den Gewinner der jährlichen Rangliste vergeben. Die St. Jude Championship findet in diesem Rahmen als eines der Finalturniere auf dem TPC Southwind in Memphis statt. Insgesamt gibt es in Tennessee aktuell 283 Golfclubs. Davon sind 146 öffentlich, 66 kommunal und 71 reine Privatclubs.

Mirimichi Golf Course

Mirimichi Golf Course
Mirimichi Golf Course

Knapp 25 Autominuten nördlich von Memphis gelegen, befindet sich der Mirimichi GC. Musikstar Justin Timberlake hat mehrere Jahre am Platzumbau gewerkelt und ließ schicke Details, wie Wasserfälle und romantisch plätschernde Bachläufe einarbeiten. Dennoch wurden keine überbordenden Erdmassen verbaut, so dass die 18 Löcher relativ flach verlaufen. Neben den zahlreichen Seen fordern die tief liegenden Bunker auch gute Spieler heraus, das Spiel einzelner Bahnen strategisch zu planen. Der Platz ist sportlich gestaltet, ist aber durch die vielen unterschiedlichen Teeboxen für jeden Spieler gut zu bewältigen. Der Course wurde in die Umgebung samt der natürlich hochwachsenden Grassorten perfekt einmodelliert und belohnt auch trotz der ein oder anderen sportlichen Herausforderung. Vom Design bis zum Service bietet Mirimichi ein klasse Golferlebnis auf hohem Niveau.

  • 6195 Woodstock Cuba Rd, Millington, TN 38053
  • Tel. +1 (901) 259 3800, mirimichi.com
  • 18 Löcher, 6.447/5.072 Yards (H/D)
  • Par 72, CR 72,1/65,6, Slope 139/134
  • Greenfee: ab 34 US-Dollar

Heatherhurst Brae

Heatherhurst Brae
Heatherhurst Brae

Der Platz liegt in der »Golf-Hauptstadt von Tennessee« und gehört zum Fairfield Glade Resort. Mit neun erstklassigen Golfplätzen in einem Umkreis von 20 Meilen innerhalb von Cumberland County ist Crossville der ideale Ort für einen Golfurlaub mit Meisterschaftsplätzen. Der Brae bietet bereits auf den Front Nine seltene Herausforderungen: Die Bahn 4 gehört zu den wohl weltweit schönsten. Ein doppeltes Dogleg mit einer sensationellen Bahnführung. Man hat sowohl am Abschlag als auch für den Transportschlag optisch jeweils eine handtuchbreite Landezone, die dann beide Male erneut einen Schlag über den Otter Creek erfordert. Optisch eine Augenweide.

Loch 10 ist aus Autorensicht eines der schönsten Par-5-Löcher. Die Bahn führt steil bergab zu einem Grün, das einen malerischen Blick auf den Lake Dartmoor bietet. Der Pflegezustand der gesamten Anlage ist top, ein »must play« in der Golfregion!

  • 421 Stonehenge Dr., Fairfield Glade, TN 38558
  • Tel. +1 (931) 484 3799, fairfieldglade.com/heatherhurst-brae
  • 18 Löcher, 5.980/4.998 Yards (H/D)
  • Par 72, CR 68,7/69,0, Slope 122/113
  • Greenfee: 90 US-Dollar

Hermitage Golf Club – Presidents Course

Hermitage Golf Club – Presidents Course
Hermitage Golf Club – Presidents Course

Das Areal des Hermitage Golf Club ist ein unfassbar schickes Fleckchen Erde. Die beiden Plätze »President’s Reserve« und »General Retreat« (von 1988 bis 1999 Austragungsort der LPGA Sara Lee Classic) führen durch 300 Hektar natürliche Feuchtgebiete Tennessees. Sie schlängeln sich entlang der Ufer des pittoresken Cumberland River. Das sorgt für teils spektakuläre Abschläge über den Flusslauf. Der Zustand der gesamten Anlage ist perfekt gepflegt. Und lassen Sie sich nicht von der auf dem Platz beheimateten Schafherde aus dem Rhythmus bringen.

  • 3939 Old Hickory Boulevard, Old Hickory, TN 37138
  • Tel. +1 (615) 847 4001, hermitagegolf.com
  • 18 Löcher, 6.056/5.669 Yards (H/D)
  • Par 71, CR 68,8/72,3, Slope 124/123
  • Greenfee: ab 57 US-Dollar

Sweetens Cove Golf Club

Sweetens Cove Golf Club
Sweetens Cove Golf Club

Was Rob Collins hier geschaffen hat, ist ein wahres Meisterwerk. Die gigantischen Grüns werden mit zwei Fahnen und immer von verschiedenen Tees gespielt. Allein durch diesen Fakt kommen abwechselnd 18 Löcher auf dem Kurs zusammen, weil sich die Bahnen komplett anders (an-)spielen. Ist auf der ersten Halbrunde ein Baum vor dem Grün im Spiel, ist es auf der zweiten Hälfte ein Bunker, der sich im Weg zum Ziel aufbaut. Die Puttflächen sind linkstypisch bockhart, pfeilschnell und stark onduliert. Vom Tee zum Grün ist stets eine Portion Strategie gefragt, weil auf der Anlage überall wellige Fairways, sattes Rough und mitunter gigantische Sandareale lauern. Doch Sweetens Cove wäre nicht, was es ist, wenn sich am Ende des Tages – das Tagesgreenfee erlaubt grenzenloses Spielen – niemand über seinen Score aufregt. Es geht hier ja um die »Anomalie im Golf«: Respekt gegenüber dem Platz und den Menschen und die unbändige Freude an diesem wunderbaren Sport. Abschließende Randnotiz: Das Puttinggrün misst rund stolze 1.500 Quadratmeter!

  • 2040 Sweetens Cove Rd, South Pittsburg, TN 37380
  • Tel. +1 (423) 280 9692, sweetenscovegolfclub.com
  • 18 Löcher, 6.186/5.459 Yards (H/D)
  • Par 72, CR 70,0/67,0, Slope 120/104
  • Greenfee: ab 65 US-Dollar (Tagesgreenfee! Spielen, so viel, wie man will und kann)

Stonehenge

Stonehenge
Stonehenge

Ebenfalls zum Fairfield Glade Resort gehört der »Stonehenge Course«. Der Architekt Joe Lee hat ein unberührtes Stück Land im hügeligen und bewaldeten Cumberland Plateau zu seiner persönlichen Leinwand gemacht und Stonehenge erschaffen. Der Platz verdankt seinen Namen den Natursteinmauern, die sich durch das Layout ziehen. Natürliche Felsformationen spielen auf mehreren Löchern eine Rolle, darunter die spektakuläre 14. Ein Par 3, das sich aus 30 Metern Höhe direkt auf das Wasser zuspielt.

Die folgende 15 ist ein sehr spaßiges Par 5, bei dem man vom erhöhten Abschlag am Fluss entlang faden sollte, um dann wieder aufwärts in die von Felsen und Wald gesäumte Bahn zu spielen. Der Platz bietet viele solcher »Spaßpassagen«. 2017 wurden alle Bunker und Drainagen im Stonehenge renoviert.

  • 222 Fairfield Blvd., Fairfield Glade, TN 38558
  • Tel. +1 (931) 484 3731, fairfieldglade.com/stonehenge
  • 18 Löcher, 6.202/4.908 Yards (H/D)
  • Par 72, CR 70,1/68,8, Slope 136/123
  • Greenfee: 98 US-Dollar

Reiseführer Tennessee

Hotels

  • Memphis – The Peabody Hotel: Altehrwürdig mit toller Historie und lustigem »Entenwalk«.
  • Memphis – Hotel Napoleon: Kleines, schickes Boutique Hotel in unmittelbarer Citylage.
  • Nashville – Mint House at The Reserve: Modernes Apartment Hotel in fußläufiger Nähe zum Stadtkern.
  • Chattanooga – Hotel Edwin by Autograph: Edles Boutique Hotel mit Roof Top direkt an der Walnut Street Bridge.
Hotel Edwin by Autograph
Hotel Edwin by Autograph

Gastronomie

  • Rendezvous Charles Vergos (Memphis): Das Rendezvous serviert seit 1948 selbst geräucherte Rippchen. Es wird seit drei Generationen von der Familie Vergos geführt. Unbedingt dazu einen eiskalten Pitcher Bier der einheimischen Ghost River Brauerei genießen.
  • Arcade Restaurant (Memphis): Das Arcade ist das noch älteste, original erhaltene Restaurant in Memphis. Speros Zepatos gründete das typische Diner 1919, nachdem er von der griechischen Insel Kephalonia eingewandert war. Setzen Sie sich unbedingt auf Elvis’ Lieblingsplatz.
  • Rodney Scott’s Whole Hog BBQ (Nashville): Das erste Restaurant des US-amerikanischen Grillmeisters James Beard Preisträgers Rodney Scott. Die James Beard Foundation Awards sind die »Oscars der Küche«. Empfehlung: Bestellen Sie zu zweit einen »Barbecue Sampler«.
  • STIR (Chattanooga): Modernes Restaurant mit urbaner Ästhetik, das in den historischen Mauern der legendären »Chattanooga Choo Choo Terminal Station« entworfen wurde. Ganztagsempfehlung, egal ob Frühstück, Lunch oder Dinner.
STIR (Chattanooga)
STIR (Chattanooga)

Tennessee & Whiskey

Was macht den Tennessee Whiskey so besonders? Es handelt sich um eine Whiskey-Sorte, die ausschließlich in Tennessee hergestellt wird. Im Prinzip wird er aus Bourbon produziert. Die Produktion mit derselben Maische und auch die anschließende Gärung erfolgt in großen Column Stills. Destilliert wird danach in frischen ausgebrannten Eichenholzfässern und reift für mehrere Jahre. Der wichtigste Unterschied zwischen Tennessee Whiskey und Bourbon ist das sogenannte »Charcoal Mellowing«. Dabei wird der Whiskey vor der Fassreifung durch eine dicke Schicht Holzkohle (Ahorn) gefiltert. Der Whiskey wird dadurch weicher und störende Schwebeteilchen werden naturell herausgefiltert.

Old Dominick (Memphis): Die historische Brennerei ist stark verwurzelt mit der Stadtgeschichte. Bereits 1866 gründete der italienische Einwanderer Domenico Canale das Unternehmen – ursprünglich als Lieferant von Lebensmitteln und Spirituosen. Die Brennerei wurde mittlerweile modernisiert und mit aktueller Technologie neu konstruiert. Wir empfehlen nach Voranmeldung die 45-minütige Führung durch die Brennerei. Sie gewährt Einblicke in den gesamten Produktionsprozess und endet mit einer leckeren Verkostung.

Old Dominick (Memphis)
Old Dominick (Memphis)

Jack Daniels (Lynchburg): Jack Daniels ist zwischen Nashville und Chattanooga gelegen (jeweils gut eine Stunde Autofahrt). Die vielleicht bekannteste Whiskey-Marke der Welt wurde 1866 von Jasper Newton Daniel (Spitzname Jack) gegründet. Der spezielle Herstellungsprozess ist das Markenzeichen der berühmten Brennerei.

Chattanooga Whiskey Experimental Distillery (Chattanooga): Die Chattanooga Whiskey Experimental Distillery ist der sicherlich spannendste Hotspot in Tennessees Whiskey-Szene. 2015 gegründet, hat sie als erste legale Brennerei in der Stadt seit über 100 Jahren einen kreativen und experimentellen Ansatz etabliert. Hier werden handgefertigte Whiskeys in kleinen Chargen produziert. Es gehört zum Markenzeichen, mit innovativen Rezepten und Methoden zu experimentieren. Die geführte Tour macht besonders viel Spaß, weil man abschließend einige der sehr besonderen Kreationen testen darf.

Anreise

Wer in Chattanooga die Rundreise beginnt, kann gut nach Atlanta fliegen. Dorthin gibt es die meisten Verbindungen. Delta/KLM und British Airways fliegen auch Memphis an. Seit Sommer 2025 hat Icelandair eine Verbindung via Reykjavik nach Nashville.

Reisezeit

Das Klima in Tennessee ist subtropisch mit ganzjährig angenehmen Temperaturen. In den Sommermonaten kann es jedoch sehr heiß werden. Für Golfer ist es nahezu eine Ganzjahresdestination, wobei die Monate Oktober/November sowie der März/April für Saison-Abschlussfahrten oder Saison-Vorbereitungen optimal sind.

Infos

Die Telefonvorwahl für die USA ist 001. Hilfreiche Web-Seiten für Ihre Reiseplanung: tnvacation.com, auswaertiges-amt.de